Sieg über Sieg

Triumphzug durch Norditalien

In der Nähe des heutigen Turin stellen die Römer das karthagische Heer im Jahre 218 vor Christus zum ersten Mal. Es sollte der Auftakt einer katastrophalen Niederlagenserie für das römische Imperium werden.

Mitten im Kampfgetümmel stürzt der römische Befehlshaber verwundet vom Pferd. Sein Sohn Scipio - so berichten die Chronisten - rettet den Vater unter Lebensgefahr. Noch ahnt der junge Römer nicht, dass der Karthager zum Rivalen wird, der sein ganzes Leben verändert.

Talentierter Feind

In Publius Cornelius Scipio wächst Hannibal ein Gegner heran, der das Genie des Karthagers ebenso fürchtet wie bewundert - und übertrumpfen will. Scipio: der hoch gebildete Soldat - klug und fromm. Schon als junger Mann macht er in Rom von sich reden. Er stammt aus einer der vornehmsten Familien, hat eine exzellente Erziehung hinter sich - und militärischen Drill. Scipio, der talentierteste Feind Hannibals - ein Mann, in dem die besten Traditionen Roms verkörpert sind.

Hannibal hingegen hat seit seiner Jugend nichts anderes als das wüste Wanderleben des Soldaten kennen gelernt - an der Seite der angeheuerten Kämpfer Karthagos: Gallier, Numidier, Iberer und Griechen. Eine Vielvölkerarmee mitten im Feindesland. Das Charisma des jungen Feldherrn schweißt sie zusammen.

Tödlicher Überraschungsschlag

An einem kalten Wintermorgen im Jahre 218 vor Christus schlägt Hannibal zum zweiten Mal zu. Der Schauplatz des Dramas: ein Fluss mit Namen Trebbia. Rom hat frische Truppen mobilisiert. Sie sollen die Eindringlinge aus dem Heimatland fegen. Hannibal rechnet mit der blinden Angriffswut des Gegners und lockt die Legionäre über den Fluss. Die eisigen Fluten der Trebbia werden so zu seinen Verbündeten. Die Römer gehen der Finte des Karthagers auf den Leim. Ein vor Kälte schlotterndes Heer schleppt sich auf das Schlachtfeld.

Alles verläuft nach Hannibals Regie: Erschöpft treten die halb erfrorenen Römer zum Angriff an. Hannibals Antwort ist ein tödlicher Überraschungsschlag: Aus dem Hinterhalt preschen seine Reiter heran - wendige Numidier und kräftige Iberer. 10.000 Römer sterben unter den karthagischen Waffen. Hannibals Verluste betragen nur wenige Hundert. Die Niederlage Roms ist besiegelt.

Hannibals Wunderwaffen

Noch eine andere Spezialeinheit erschreckt die Römer. Kämpfer von den Balearen, die mit einer aus Bast geflochtenen Schleuder in den Kampf ziehen. Eine Waffe, die mit tödlicher Präzision ihr Ziel trifft. Historische Reliefs zeigen die "leichte Infanterie" der Antike.


Hannibal verfügt über die besten Truppen seiner Zeit - aber genügt das? Er ist Sieger und zugleich Gefangener im Feindesland. Der Nachschubweg über See ist blockiert, denn die römische Flotte hat Italiens Küsten fest im Griff. Den Landweg verstellen die Alpen. Von außen hat er keine Hilfe zu erwarten. Seine einzige Chance: raffinierter zu sein als der Gegner! Rom dagegen baut auf die Übermacht an Masse und schickt dem Karthager frische Legionen entgegen - an das Ufer eines kleinen Sees, den Lago Trasimeno.

Keine Zeit für Schonung

Längst schon haben die Strapazen den unermüdlichen Feldherrn gezeichnet. Eine Augenentzündung lässt ihn halbseitig erblinden. Aber jetzt ist keine Zeit für Schonung. Eine römische Armee rückt heran, seiner eigenen an Männern weit überlegen. Hannibals Plan: Noch einmal soll Wasser dem Gegner Verderben bringen - und eine raffinierte List. In der Nacht trifft Hannibal die Vorbereitungen zu einem tollkühnen Täuschungsmanöver.

Er lässt am Ufer Feuer anzünden und gaukelt den feindlichen Kundschaftern ein Armeelager vor. In Wirklichkeit hat Hannibal seine Truppen in einen Hinterhalt gelegt. Der idyllische See wird zur Todesfalle. Am Morgen attackieren die Römer das vermeintliche Lager - und laufen ins Verderben - eingeklemmt zwischen dem See und den Truppen Hannibals. Wieder bezwingt Raffinesse militärische Übermacht.

See voller Blut

Drei Stunden dauert die Schlacht, bei der abertausende Römer niedergemacht werden. Noch Tage später sei das Wasser des Sees rot von Blut gewesen. "Sanguineto", Blutort, heißt der Schauplatz des Gemetzels bis heute.

Während Hannibal seinen Marsch durch Italien fortsetzt, rekrutiert der römische Senat in aller Eile neue Truppen und schickt sie dem Karthager entgegen. Wer kann seinen Siegeszug noch stoppen? Schon hat das feindliche Heer die Adriaküste erreicht und nähert sich einer kleinen unbedeutenden Garnison. Ihr Name Cannae. Er soll als eines der berühmtesten Schlachtfelder in die Geschichte eingehen.

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