Slumachs Verhängnis

Legende um den Goldschatz eines Stala-Indianers

Die Coast Mountains befinden sich in British Columbia, dem Südwesten Kanadas. Seit Jahrtausenden unberührte Wildnis. Die Indianer nennen es "unser Land". Doch Fremde stören die Ruhe dieses heiligen Ortes: Weiße Männer, die von der Gier nach Gold getrieben werden.

Im Jahre 1858 werden in den Bergflüssen von British Columbia Nuggets im Wert von 25 Millionen Dollar gefunden - damals eine astronomische Summe. Tausende suchen jetzt das schnelle Glück in Kanada. Auf frühesten Edison-Filmaufnahmen kann man sehen, wie ein Goldrausch die Massen in Bewegung bringt. Abenteurer aus der ganzen Welt machen sich auf den Weg.

Das neue El Dorado

Der Ruf des Goldes ist bis Australien zu hören. Auch von den abgeernteten Goldfeldern Kaliforniens strömen frustrierte Digger in das neue El Dorado: die Coast Mountains in British Columbia. Doch der Traum vom schnellen Glück ist schnell vorbei. Die Vorräte an leicht abbaubaren Nuggets in den Flüssen gehen rasch zur Neige. Die Goldadern, aus denen Nuggets in die Flüsse gespült werden sind nur schwer zugänglich. Selbst für professionelle Mining Companys, die jetzt einsteigen.

Whiskey gegen Gold

Aus Abenteurern werden Minenarbeiter, die von Hungerlöhnen und von unerfüllter Sehnsucht leben. In New Westminster, der einstigen Boomtown des Goldrauschs, warten die übrig gebliebenen auf bessere Zeiten. Die Männer sind frustiert, denn sie haben schon viel zu lange gewartet. Hinter der Fassade aus Langeweile und Nichtstun gärt Misstrauen.


In New Westminster zieht ein Mann wie Charly Slumach böse Blicke auf sich. Slumach wird in den Quellen als Indianer mit auffallend langen, grauen Haaren beschrieben. Aber nicht nur deshalb fällt er auf: Er zahlt seinen Whiskey mit Gold. Nicht mit Nuggets, sondern Bruchgold, das direkt aus einer Ader stammt. Hat er den Fund gemacht, dem alle anderen umsonst nachjagen? Wiederholt verschwindet Slumach monatelang in der Wildnis. Das heizt die Gerüchte über eine spektakuläre Goldmine nur noch an.

Für Desperados wie Louis Bee und Charley Seymour ist die Sache klar: sie wollen um jeden Preis das Gold aus Slumachs Mine. Am 9. September 1890 ist Slumach auf der Jagd und ahnt nicht, dass die Kontrahenten ganz in der Nähe sind. Die Zufallsbegegnung gerät zum Drama mit tödlichem Ausgang, denn Slumach erschießt Louis Bee. War es wirklich Notwehr?

Tod durch Strick

Das Gericht glaubt nicht Slumach, sondern den Aussagen des einzigen Zeugen Charlie Seymour. Das Urteil lautet Tod durch den Strick. Slumach schreitet so zum Galgen, wie er immer aufgetreten ist: Stumm. Doch unsterblich macht sich der Indianer, als er kurz vor seinem Tod seine Stimme erhebt. In der Sprache seines Volkes, der Stalo-Indianer: "Keiner, der das Gold findet, lebt lang genug, um es herauszubringen." So erzählt die Legende den Fluch des Indianergoldes.

Doch Slumachs Tod markiert den Beginn eines neuen Goldrausches in British Columbia. Auf der Jagd nach dem verlorenen Schatz durchkämmen blind vor Gier Tausende von Abenteurern die Wildnis. Kleinste Gerüchte - und ein Fluch am Galgen - gelten ihnen als Beweis für die Existenz einer sagenhaften Goldader. Bis in die jüngste Vergangenheit sterben bei der blinden Jagd Männer in der Wildnis. Kanadische Historiker ermitteln 55 Tote.

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