Spartacus' Aufstand

Revolution gegen Unmenschlichkeit und Terror

Im Jahre 73 vor Christus durchbrachen 70 Gladiatoren die Mauern, die sie gefangen hielten und plünderten die Waffenkammer. 70 Mann, die den Hunderttausenden Soldaten Roms den Krieg erklärten. Ihr Anführer hieß Spartacus.

Eine Welt ohne Sklaverei ist eine Vision, die in der römischen Antike wohl sehr schwer vorstellbar war. Spartacus wollte nicht die Sklaverei abschaffen. Er war kein politischer Führer, auch kein ideologischer.


Spartacus' Ziel war einfach die Freiheit für sich und Freiheit für die, die mit ihm gingen. Schon in wenigen Wochen waren es Zehntausende aus ganz Italien, die dieser Verheißung folgten. Von Capua aus zogen sie in die schützenden Berghänge am Vesuv. Hier fühlten sie sich sicher, denn die Masse der römischen Soldaten bewachte weit entfernt die Grenzen des Imperiums.

Ideal der "klassenlosen Gesellschaft"

Was die römischen Geschichtsschreiber über die Gemeinschaft der Rechtlosen berichten, beschwört das Ideal der "klassenlosen Gesellschaft". "Alle Beute ward gleichmäßig verteilt", schreibt der römische Historiker Appian. "Und Spartacus verbot allen den Besitz von Gold und Silber." Es war eine multikulturelle Gesellschaft, zusammengehalten durch den gemeinsamen Freiheitstraum - und seinen Propheten.


Aber gab es ein Ziel? Rückkehr in die Heimat der Kindheit? Wo ist die gemeinsame Heimat der Sklaven? Was hat ein afrikanischer Bauersknecht mit einem gebildeten griechischen Hauslehrer gemein? Was ein thrakischer Gladiator mit einer gallischen Wäscherin? Und was wird werden, wenn Rom zurückschlägt? Wie lange wird sich die Fahne der Sklaven auf römischem Boden behaupten können? Diese Probleme hatten die gut situierten Bürger des Römischen Reiches nicht. Ihr Ziel war der Besitzerhalt.

Herren der Welt

In den Ruinen von Pompeji, lässt sich noch heute erahnen, welche Reichtümer die Gewinner der Gesellschaft einst angehäuft haben. Den freien Bürgern ging es um den Bestand des Staates, der ihnen diesen Wohlstand ermöglicht. Prachtvolle Privatgärten und kostbare Kunstwerke waren das Ergebnis materiellen Reichtums, den sich Rom aus aller Welt erbarmungslos und egoistisch zusammenklaubte.


Die Menschen, die in solchen Räumen residierten, fühlten sich ganz selbstverständlich als Herren der Welt - und ganze Heerscharen von Sklaven waren nötig, um ihr luxuriöses Hauswesen in Gang zu halten. Die verfeinerte Kultur Roms basierte auf der Ausbeutung ganzer Völkerschaften und auf der Unterscheidung von Siegern und Verlierern, von Herren und Sklaven. Der Garant für diese Politik waren Hunderttausende von Soldaten, die Roms Weltmachtanspruch sicherten.

Marsch durch ganz Italien

Für römische Elitesoldaten sollte der Kampf gegen den aufmüpfigen Gladiator ein leichtes Spiel sein. Längst hatten sie die gesamte Mittelmeerwelt mit ihren Waffen in die Knie gezwungen. Spartacus kannte die Gefahr. Geschickt entzog er sich dem Zugriff Richtung Süden an die Küste. Das Meer bei Sizilien war schon immer das Revier von Seeräubern und Gesetzlosen. Doch der Plan scheiterte, denn es fehlten Schiffe.


Erneut machte sich Spartacus auf den Weg. Es wurde ein Marsch der Hunderttausend durch ganz Italien. Mehrmals versuchten kleinere römische Armeen ihn zu stoppen. Ihre Standarten wurden einfach weggefegt. Erst jetzt begriff Rom das Ausmaß der Gefahr. Bei Modena, am Alpenrand, kam es zur Entscheidungsschlacht. Tausende starben, Spartacus blieb Sieger. Die Welt hinter den Bergen beherrschte Rom noch nicht.

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