Spektakel am Erta Ale

Geologe Clive Oppenheimer erforscht einen permanenten Lavasee

Die Afar-Region in Äthiopen ist eines der heißesten und tiefstgelegenen Orte der Welt. Ein idealer "Hotspot" für Forscher Clive Oppenheimer, der deutlich macht, welche immensen Kräfte für die Bewegung der Erdkruste verantwortlich sind.

Clive Oppenheimer am Erta Arle Quelle: ZDF

Die Wärme im Erdinneren bewegt die Teile des Erdmantels ununterbrochen. Die Ursache ist vom Erdkern aufgeheiztes, verflüssigtes Gestein, das zur Oberfläche aufsteigt. Dort teilt sich der Strom und das Gestein fließt seitwärts. Es kühlt ab und beginnt dadurch, wieder abzusinken Dieser Verteilungsprozess zieht die Erdkruste an einigen Stellen sehr langsam, aber kontinuierlich auseinander und bringt dadurch sogar die Kontinente in Bewegung.

Beweise für Wegeners Theorie

Einer der ersten, der sich bewegende Kontinente überhaupt vorstellen konnte, war der deutsche Meteorologe und Geowissenschaftler Alfred Wegener. Als er jedoch 1912 seinen Wissenschaftskollegen seine Theorie vorstellte, erntete er nur Ablehnung und Spott. Heute finden überall auf der Welt junge Wissenschaftler Beweise für Wegeners Theorie. Wie zum Beispiel Clive Oppenheimer in Äthiopien.

Rauchender Erta Arle Quelle: ZDF

Die Afar Region in Äthiopien ist einer der heißesten und tiefstgelegensten Orte der Welt. 613 Meter über dem Meeresspiegel erhebt sich dort ein vulkanisches Wunderland. Neueren Untersuchungen zufolge soll dieser Feuerberg am Großen Afrikanischen Grabenbruch schon länger kontinuierlich Lava ausstoßen, als irgendein anderer Vulkan auf der Erde. Die kontinentale Nahtstelle durchzieht sich auf einer Länge von 6000 Kilometer durch Ostafrika. Das Volk der Afar, das in diesem Gebiet lebt, nennt den Krater "Erta Ale", was soviel heißt wie "Rauchender Berg".

Cocktail aus giftigen Gasen

Der Schild des Erta Ale ist zwar nur 613 Meter hoch, seine horizontale Ausdehnung beträgt jedoch 50 Kilometer. Tagsüber ist die Lava nur schwer zu erkennen, eine Glocke aus Dunst und Rauch liegt gespenstisch über dem Erta Ale. Doch nachts lässt ein orangerotes Glühen erahnen, welche Kräfte in dem Schildvulkan wirken. Ein Cocktail aus giftigen Gasen mit den Hauptzutaten Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefeldioxid quellen aus dem Krater. In dieser beißenden Szenerie, ist es leicht, sich vorzustellen, wie es in den allerersten Tagen unseres Planeten zuging.

Flüssige Lava am Erta Arle Quelle: ZDF

Mittlerweile interessieren sich Wissenschaftler aus aller Welt für den abgelegenen Trichter. Der Geologe Clive Oppenheimer beispielsweise versucht, eine Erklärung für ein Phänomen zu finden, das fast einmalig ist: einen permanenten Lavasee. Die meisten Vulkane sind nicht in der Lage, dauerhaft größere Mengen Gestein einzuschmelzen. Neben Erta Ale ist nur noch der 3,8 Kilometer hohe Mount Erebus in der Antarktis dazu in der Lage. Für die Wissenschaft erwies sich der Feuerberg in Äthiopien aus mehr als einem Grund als Glückfall.

Festgelegtes Muster

An der Funktionsweise dieses Lavasees zeigt sich die enorme Kraft der Hitze aus dem Erdinneren. Die Bewegung der Lava folgt einem streng festgelegten Muster. Das flüssige Gestein wölbt sich zunächst auf einer Seite des Kraters und bildet eine dunkle Kruste sobald es abkühlt. Dann bewegt sich die Kruste über die Oberfläche des Sees und die brodelnde Lava darunter fungiert als Förderband. Schließlich sinkt die Kruste wieder ab.

Lavasee Erta Arle bei Nacht Quelle: ZDF

Die Lava im Kratersee erreicht unglaublich hohe Temperaturen. Sie erinnert uns daran, wie heiß die Erde in ihrem Inneren ist und dass ihre Energie ständig die Erdoberfläche umgestaltet. Dieser Umwälzungsprozess beeinflusst den gesamten Planeten. Das heiße Herz der Erde war sogar der Motor für die Entwicklung des Lebens. Nur weil die Hitze des Erdkerns immer wieder das Gesicht des Planeten veränderte und für immer neue Bedingungen sorgte, konnte das Leben entstehen und sich ständig weiterentwickeln.

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