Sprengtechnik und Strafverfolgung

Vom Gebrauch und Missbrauch von Sprengstoffen heute

Während die Sprengtechnik seit Nobels Erfindung kaum verändert wurde und routinert eingesetzt wird, ist die Verfolgung von Bombenattentätern noch immer ein Problem. Eine neue Technik soll es möglich machen, die Spur von Attentätern zielsicher aufzunehmen.

Heute besteht das Dynamit gewöhnlich zu 50-70 Prozent aus Sprenggelatine, die mit circa 25 Prozent Ammoniumnitrat und 2-5 Prozent Holzmehl zu einer plastischen Masse verknetet ist. Bei Felssprengungen verwendet man zylindrische Dynamitpatronen, die in die Bohrlöcher gesteckt werden. Trotz kleiner Veränderungen ist die Vorgehensweise grundsätzlich bis heute die gleiche geblieben wie zu Alfred Nobels Zeiten.

Klassiker Dynamit

Ohne die Erfindung des Dynamits durch Alfred Nobel würde es eine Berufsgruppe in ihrer alltäglichen Arbeit ungleich viel schwerer haben. Denn wenn veraltete Gebäude beseitigt werden müssen, dann hilft neben anderen Sprengstoffen auch noch immer Dynamit. Sprengspezialisten werden immer dann gerufen, wenn Wolkenkratzer, Brücken oder etwa Schornsteine beseitigt werden müssen.

Oft stehen solche Bauten dicht an anderen Häusern. Ein unkontrollierter Abriss hätte fatale Folgen für die Umgebung. Damit das nicht passiert, studieren die verantwortlichen Sprengmeister sorgfältig Pläne und Grundrisse. Anhand ihrer Auswertungen legen sie die Art des Sprengstoffes und die zeitliche Reihenfolge der Sprengung fest. Außerdem bestimmen sie die Einsturzrichtung, je nach umliegender Bebauung.

Explosive Pakete

Nach der Planung beginnen die Vorbereitungen für die eigentliche Sprengung. Der Sprengstoff wird an den tragenden Teilen des Bauwerks platziert. Dazu werden Sprengstoff und Zünder ins Mauerwerk eingebracht. An jedem der explosiven Pakete hängen so genannte Sprengschnüre. Die langen Plastikschläuche sind ebenfalls mit kleinen Mengen Sprengstoff durchzogen. Sie münden alle zusammen über das Startkabel in den Zündkasten.

Ein Druck auf den roten Knopf des Kastens und das Bauwerk gehört der Vergangenheit an. In Bruchteilen einer Sekunde entzünden sich die Ladungen in den Sprengschnüren. Schneller als der Schall setzen sich die fortlaufenden Explosionen in den Plastikschläuchen fort, bis sie die Zünder erreichen und zur Detonation der Sprengladung führen.

Beigemischte Mikropartikel

Eine neuartige Entwicklung soll es zukünftig möglich machen, die Spur von Bombenattentätern zielsicher aufzunehmen. Mikroskopisch kleine Melamine Alkyd Polymere sollen sowohl Sprengstoffen wie auch deren Grundbestandteilen beigemengt werden.

Die Partikel bestehen aus 0,005 bis 0,045 Millimeter kleinen Blöcken, die aus bis zu 10 farbigen Schichten bestehen. Daraus lassen sich bis zu 4,3 Milliarden unterschiedliche Farbcodes bilden, jeder von ihnen so individuell wie ein Fingerabdruck. So werden eindeutige Rückschlüsse auf die Herkunft des Sprengstoffs möglich. Die Mikropartikel überstehen Explosionen unbeschadet, können also am Tatort sichergestellt werden.

    Dieser Artikel entstammt dem Begleitbuch zur Sendereihe. Es ist im ZDF-Shop und im Handel für 15 Euro erhältlich. Die weiteren Themen des Buchs sind "Claude Dornier - Wettlauf der Giganten", "Thomas Alva Edison - Der Stromkrieg", "Alva Crocker - Der Sieg über den Höllenberg" und "Ferdinand de Lesspes - Der Durchbruch bei Suez".

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