Stadtmauer gesucht

Eigenes Wassersystem

Auf dem Höhepunkt von Karthagos Macht lebten mehr als hunderttausend Menschen in der Stadt. Aber die Stadt lag weder an einem Fluss, noch gab es ausreichend Quellen innerhalb der Stadtmauer.

Die Wasserversorgung des punischen Karthago war bemerkenswert. Jedes Haus hatte eine eigene Zisterne.

Fruchtbare Region


Die Karthager kannten keine Aquädukte wie die Römer. Vielleicht misstrauten sie auch den großen Wasserleitungen, die im Kriegsfall leicht zerstört werden konnten. Sie setzten auf Zisternen, Sammelbecken, die auch in Zeiten der Belagerung die Versorgung der Menschen mit Wasser sicherten.

Auf den Märkten ging es ähnlich zu wie heute in der Altstadt von Tunis. Karthagos Fischer verkauften hier ihren Fang. Aus dem Umland kam das Schlachtvieh in die Stadt. Kleintiere wie Geflügel hielten viele Karthager selbst für den eigenen Bedarf. Die Region war fruchtbar. Überliefert ist ein punisches Standardwerk zur Landwirtschaft, das sogar dem Erzfeind Rom so wichtig war, dass es ins Lateinische übersetzt wurde. Hauptnahrungsmittel waren Getreide und Brot. Kartoffeln und Tomaten kannten die Karthager noch nicht. Vor allem aber lebten die Einwohner Karthagos vom Meer. Ihm verdankten sie ihren Wohlstand.

Suche nach der Stadtmauer

Der holländische Archäologe Roald Docter versucht, den Stadtplan des punischen Karthago zu rekonstruieren. Dafür muss Docter die alte Stadtmauer finden, die schon viele vor ihm vergeblich gesucht haben. In den Plänen früherer Archäologen sollten sich Hinweise entdecken lassen. Dort wo die Straße scheinbar unvermittelt ihre Richtung ändert, könnte sie auf die antike Stadtmauer gestoßen sein.

Zehn Meter tief haben sich die Archäologen bereits in die Geschichte Karthagos hinein gegraben. Eine Treppe führt durch die byzantinische und römische Zeit, bis hinunter auf die Reste der punischen Stadt. Gehören die Steine zur Stadtmauer, des alten Karthago, die die Menschen vor den Überfällen der nordafrikanischen Stämme schützen sollte? Mit seinen Helfern ist Roald Docter tatsächlich auf die Reste der punischen Stadtmauer gestoßen.

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