Ständig nasse Füße

Sturm und Wellen setzen dem Schilfboot weiter zu

Drei Tage später hat das nächste Tiefdruckgebiet die Expedition eingeholt. Sechs Windstärken treiben das Schilffloß nun voran. Und wieder kündigen sich Unwetter an. Doch weiteren großen Brechern ist das angeschlagene Boot nicht gewachsen. Und tatsächlich zeigt sich, dass die Heck-Reparatur umsonst war. Die Schwachstelle bringt nun das ganze Boot in Gefahr. Doch damit nicht genug, auch ein Ruder ist gebrochen - und das mitten im Atlantik.

Im Sturm überspülen Wellen das Deck der Abora Quelle: ZDF

Jetzt sind schnelle Entscheidungen gefordert, um eine Katastrophe zu verhindern. Die Crew einigt sich auf einen Notplan. Der hintere Teil der Abora wird geräumt, denn Görlitz will noch immer das Heck retten - Ein hoffnungsloses Unterfangen. Und ein schwere Entschluss ist gefasst: Mit eigener Kraft schafft die Abora es nicht mehr zu ihrem geplanten Zwischenstopp, den Azoren. Der Expeditionsleiter bittet Michael Grünert um Hilfe, der das Abora-Team dort in Empfang nehmen und für die Weiterfahrt mit neuen Vorräten versorgen wollte.

Abschied vom Heck

Die Zeit drängt. Auch wenn Michael Grünert jetzt eine Hilfsexpedition losschickt, wird sie mindestens sechs Tage brauchen, um die Abora zu erreichen. Auf die Schnelle findet Grünert im Hafen von Horta nur einen betagten südafrikanischen Schoner. Kein geeignetes Schiff für einen Wettlauf mit der Zeit. 600 Meilen muss die Rettungsexpedition von der Azoren-Insel Faial aus zurücklegen.

Abgetrenntes Heck der Abora Quelle: ZDF


Inzwischen ragt das Deck der Abora nur noch wenige Zentimeter aus dem Wasser. Die Crew entschließt sich zu einer verzweifelten Not-Reparatur. Der hintere Bootsteil bedeutet für den Rest der Abora eine Gefahr. Das Heck droht, den Rest des Bootes auseinanderzureißen. Sie müssen es opfern. Jeder versucht, soviel Schilf wie möglich zu bergen - es soll dem Floß Auftrieb geben. Schließlich wird die letzte Verbindung gekappt. Steuerbord lässt Görlitz anstelle der Seitenschwerter ein Ruderblatt anbringen, ein altägyptisches Patent. Es ist eine notdürftige Instandsetzung, die Schlaf-Hütte bleibt irreparabel. An guten Schlaf ist nicht zu denken: Die Liegefläche hängt schief und immer wieder schwappen die Wellen ins Innere. Kein Winkel auf dem Schiff bleibt mehr trocken.

Ohne Ruder im Atlantik

Doch eines ist der Mannschaft trotz allem gelungen: Die Abora segelt wieder und so setzen sie die Reise nach Osten fort. Auf der Rettungsyacht ist die Stimmung angespannt. Das Schilfboot ist noch 300 Meilen entfernt und das Barometer fällt. Kein Funkspruch geht ein, die Abora ist noch immer außer Reichweite.

Kapitän hält Ausschau nach der Abora Quelle: ZDF


Görlitz versucht den rapiden Verfall zu stoppen. Mit aller Kraft spannt sein Team die Seile nach. Das wichtigste Tau verläuft unter der überfluteten Hütte. Er glaubt, das Boot so noch für ein paar Tage über Wasser halten zu können, Mark Hobert dagegen ist skeptisch: "Ich bin immer noch der Meinung, dass das nicht für ein paar Tage hält. Aber ein halber Tag ist ein halber Tag, den wir länger auf dem Boot ausharren können. Denn irgendwann geht's wirklich darum, dass wir noch Luft für ein paar Stunden haben

Am Nachmittag des folgenden Tages rauscht ein neues Tief heran. Ohne Pause rollen Wellen heran, alle 20 Sekunden wird die Abora seitlich getroffen. Eine Dauerbelastung, die nicht folgenlos bleibt und so bricht noch das letzte Ruder. Das Strohbündel ist vollkommen führungslos. Jetzt zählt jede Stunde. Um vier Uhr morgens kommt der erlösende Funkspruch. Es ist Zeit, Abschied von der Abora zu nehmen. Doch jetzt muss alles schnell gehen. Zwei Stunden will der Skipper warten, dann fährt er wieder los. Wieder einmal baut sich eine Sturmfront auf - zwölf Tiefs hatte die Crew schon überlebt.

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