Start mit Hindernissen

Verspätete Abfahrt und beengte Verhältnisse an Bord

Im November 1787 bricht William Bligh in Spithead, Südengland auf. Er soll mit der Bounty die kürzeste Route über Kap Hoorn nach Tahiti nehmen. Blighs Mission: Schößlinge des Brotfruchtbaums von der Südsee nach Jamaika zu bringen, als billige Nahrungsgrundlage für die Sklaven auf den englischen Plantagen.

Bounty Quelle: ZDF

In den Tropen, den feuchtwarmen Zonen entlang des Äquators, machten die Kaufmannsdynastien Europas ihr Vermögen. Für die Brotfrucht-Mission aber will niemand Geld ausgeben. So muss Commander Bligh mit einem viel zu kleinen Schiff und nur 44 Mann Besatzung in die Südsee aufbrechen. Der 33-jährige Leutnant Bligh selbst, der sich als Navigator von James Cook einen Namen gemacht hatte, wird nicht einmal in den Kapitänsstand befördert - um Sold zu sparen. An Bord heißt er nur aus Höflichkeit "Käptn Bligh".

William Bligh an Deck der Bounty Quelle: ZDF

Ungewöhnliche Vorsorge-Maßnahmen

Seit die Bounty England verlassen hat, spielt der halbblinde Geiger Michael Byrn täglich zum Tanz auf. Commander Bligh zwingt seine Mannschaft, sich jeden Tag von fünf bis acht zu vergnügen. Zur Körperertüchtigung - und zum Testosteron-Abbau. Blighs Ehrgeiz ist es, auf der Reise keinen einzigen Mann zu verlieren. Bligh hat gesunde Vorräte gebunkert, er lässt täglich lüften und schrubben. Und er teilt seine Crew in drei statt der üblichen zwei Wachen ein, damit jeder acht Stunden Schlaf am Stück bekommt - während sonst auf vier Stunden Wache vier Stunden Schlaf folgen. Die 3. Wache überträgt Bligh einem seiner Maate: dem 23-jährigen Fletcher Christian.

Trunksüchtiger Schiffsarzt der Bounty Quelle: ZDF

Einige Männer sind nur auf Druck einflussreicher Freunde an Bord. Schiffsarzt Thomas Huggan etwa, dessen Trunksucht Bligh empört. Mehr noch aber überschattet eine Schlamperei der Admiralität die Reise. Wegen des zu spät ausgestellten Segelbefehls muss Bligh damit rechnen, am gefährlichen Kap Hoorn in die Winterstürme zu geraten. So kann die Bounty statt wie geplant im November erst am 23. Dezember in See stechen.

Illustre Besatzung

Der Mannschaftsraum der Bounty ist ein fensterloser, sieben mal zwölf Meter langer Raum für 33 arme Schlucker. Darunter der gebildete Tagebuchschreiber James Morrison, der Deutsche Henry Hillbrant, ein Böttcher aus Hannover, sowie die notorischen Streithähne Charles Churchill und Matthew Quintal. Offiziere, Kadetten und der Botaniker David Nelson dinieren in Blighs ebenfalls winziger Kabine. Statt der üblichen zwei, bringt es die Bounty auf sechs Kadetten. Meist die jüngsten Sprosse verarmter Adelsfamilien, für die eine Karriere in der Marine oft die einzige Chance darstellt, dem sozialen Abstieg zu entgehen.

Enger Aufenthaltsraum der Mannschaft Quelle: ZDF

Fletcher Christian kennt seinen Commander von früheren Reisen. Er schätzt Bligh als Freund und Förderer. Während des Diners in Blighs Kabine verwickelt Christian seinen Freund Peter Heywood in ein pikantes Tischgespräch über die weiblichen Verlockungen auf Tahiti. Mit über 40 jungen Männern an Bord ahnt Bligh, was auf ihn zukommt. Er kennt den erotischen Zauber Tahitis von seinen Reisen mit Captain Cook.

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