Sturm der Araber

Das Ende des Limes Orientalis

700 Jahre nach der Eroberung Syriens durch den großen Pompeius ist das Ende gekommen. Der Limes Orientalis hatte seine Schuldigkeit getan. Der Sturm der Araber erfasste das gesamte Land.

Die Archäologen haben in der Wüstensteppe Andronas ein durchdachtes Bewässerungssystem gefunden. Grundlage für Wein- und Getreideanbau, und die Olivenölproduktion.

Quelle des Reichtums

Die Quelle des Reichtums war der kluge Umgang mit Wasser. Doch die Menschen haben daraus nicht gelernt: Das Grundwasser muss heute aus 70 Metern Tiefe heraufgepumpt werden und taugt gerade noch zu einem erfrischenden Fußbad.

Viel hat sich geändert, seit Androna von äußeren Feinden bedroht wurde. Christine Strube studiert den Plan des Militärlagers. Warum liegt es mitten in der Stadt?

Kein ausreichender Schutz

Das Kastrum war eine luxuriös ausgebaute Fluchtburg für den äußersten Notfall. Ausgestattet mit Wehrgängen und Schießscharten, Vorratslagern und Unterkünften. Allein die Existenz dieses Bollwerks zeigt, dass im 6. Jahrhundert die Verteidigungsanlagen des Reiches im Orient keinen ausreichenden Schutz mehr boten. Jede Stadt, die es sich leisten konnte, verteidigte sich selbst. Der in Androna allgegenwärtige "Thomas" hat dies erkannt und mit seinem Privatvermögen das Kastrum gestiftet.

Einbeziehung der Bevölkerung

Auf einem Pfeiler in seinem Innern, eine archäologische Sensation: ein glänzend erhaltenes Gemälde mit dem Erzengel Gabriel, der Maria die Geburt Christi verkündet. Da in Syrien byzantinische Malerei fast vollständig verloren gegangen ist, ist die Überraschung für die Archäologen um so größer, eine solche Szene gerade in einem Militärlager zu finden.


Die Entdeckung wird gebührend gefeiert. Die Frauen des Dorfes backen Fladenbrot. Wie vor 2000 Jahren. Das gemeinsame Festessen von Syrern und Deutschen ist der Höhepunkt jeder Grabungskampagne. "Die Einbeziehung der Bevölkerung in unsere Aktivitäten ist für unser Projekt enorm wichtig", sagt Christine Strube, als sie beim Scheich zum Tee geladen ist. Bei Scheich Abu Hussein gehört sie schon zur Familie. Ein unschätzbarer Vorteil bei der täglichen Arbeit und für zukünftige archäologische Visionen.

700 Jahre nach der Eroberung Syriens durch den großen Pompeius erfasste der Sturm der Araber das gesamte Land. Mit der Schlacht am Yarmuk 636 verliert Konstantinopel, das "neue Rom", die Provinz Syrien. Die Araber sind die neuen Herrscher im Land, der Islam die neue Religion.

Die Omayyaden ziehen in die ehemaligen Kastelle ein und bauen sie zu prachtvollen Wüstenschlössern aus. Symbol des Wandels in einer Welt, die immer schon multikulturell war. Auch als noch Legionäre, Wachtürme und Militärlager Roms Limes im Orient verteidigten.

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