Suche nach dem Goldenen Vlies

Jason und seine Argonauten erreichen das Ende der Welt

Etwa 30 Jahre vor Beginn des Trojanischen Krieges bricht eine griechische Expedition zur See in damals unbekannte Gewässer auf. Das Schiff, die überdurchschnittlich dimensionierte "Argo", verlässt die Ägäis und dringt erstmals durch die Dardanellen ins Schwarze Meer vor. Niemand an Bord ahnt, was der Mannschaft bevorsteht.

Der griechischen Mythologie zufolge lebte einst König Athamas von Theben mit seiner Gattin Nephele und den gemeinsamen Zwillingen Phrixos und Helle in Thessalien. Eines Tages verstieß er Nephele und heiratete seine zweite Frau Ino. Die Stiefmutter trachtete den beiden Kinder nach dem Leben. Nephele bat Hermes um Hilfe. Der schickte einen goldenen Widder. Auf dem Rücken des flugfähigen Tieres flohen die Zwillinge. Doch Helle fiel in die Tiefe und starb. Phrixos entkam nach Kolchis, opferte Zeus den Widder und schenkte das goldene Fell König Aietes.

Sagenhafter Held

Viele Jahre später: Jason, Sohn des Königs Aison von Jolkos in Thessalien, kehrt in seine Vaterstadt zurück. Er möchte den Thron besteigen, den Pelias, der Bruder seines Vaters, widerrechtlich okkupiert hat. Doch der Onkel will die Macht nicht an seinen Neffen, den rechtmäßigen Thronfolger, abgeben. Daher schickt Pelias den Jason ins ferne Königreich Kolchis. Von dort soll er das Goldene Vlies - das Fell eines goldenen Widders - wieder nach Griechenland holen.

Die Reise ist höchst gefahrvoll. Viele äußerst schwierige Herausforderungen gilt es zu bestehen. Pelias hofft im Stillen, der Prinz werde die Höllentour nicht überleben. Doch Jason lässt ein riesiges, neuartiges Schiff bauen: die "Argo". Er rudert mit etwa 50 Getreuen, den so genannten Argonauten, über das Schwarze Meer bis ins heutige Georgien, das Ende der damals den Griechen bekannten Welt.

Sagenhafte Reise

Erster Zwischenstopp ist Lemnos. Auf der Insel leben nur Frauen. Die Damen haben ihre Männer ermordet und verführen die Fremden. Sie sollen möglichst viele Nachkommen zeugen. Doch nach einiger Zeit brechen die Argonauten wieder auf. Sie haben mehrere Kämpfe mit anderen Völkern zu bestehen und gegen tückische Strömungen und andere Unbilden der Natur anzurudern.

Nach langer, mühsamer Fahrt erreichen sie Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres. In der Hauptstadt Aia regiert König Aietes. Er nimmt die Fremden gastfreundlich auf, will aber das Goldene Vlies nicht herausrücken. Der Tyrann gibt vor, das Widderfell zu übergeben, wenn Jason eine Reihe lebensgefährlicher Prüfungen übersteht. Doch er hat die Rechnung ohne seine Tochter Medea gemacht.

Sagenhafter Verrat

Für die junge Prinzessin ist es Liebe auf den ersten Blick. Die zaubermächtige Medea schenkt Jason ein spezielles Öl und den "Stein der Zwietracht". Dank dieser Grundausstattung löst der Fremde alle ihm gestellten Aufgaben: Die Feuer speienden Stiere können ihm nichts anhaben, die aus frisch gesäten Drachenzähnen erwachsenden Krieger bringen sich gegenseitig um. Dennoch gibt Aietes das Vlies nicht heraus. Doch Medea besänftigt das vielköpfige Ungeheuer, das den Schatz bewacht und kann das wertvolle Fell entwenden.

Gejagt von der Kriegsflotte des Aietes fliehen Jason und Medea mit dem Goldenen Vlies über das Meer. Medeas Bruder Apsyrtos führt die Verfolger an. Erneut greift die Prinzessin ein. Sie stellt ihrem Bruder eine Falle, und Jason tötet den Prinzen. Während der gefahrvollen, an Komplikationen reichen Heimfahrt heiratet Jason seine Retterin. In Jolkos wird das Paar von der Bevölkerung frenetisch gefeiert. So endet die publikumswirksame Soft-Version des Apollonios von Rhodos.

Sagenhaftes Ende

Andere Quellen berichten von einem grausamen, unglücklichen Ende der beiden Königskinder. Danach räumt Pelias den Thron nicht für den rechtmäßigen Thronerben. Am plötzlichen Ableben des Herrschers soll Medea ebenfalls beteiligt sein. Jason und seine Frau müssen nach Korinth fliehen. Doch auch dort lauert nur Unglück.

Jason verliebt sich in Glauke, die Tochter von Korinths König Kreon. Er will sie ehelichen und verstößt seine Frau. Medeas Rache ist furchtbar: Sie tötet die beiden eigenen, mit Jason gemeinsamen Kinder, Glauke und Kreon. Dann flieht sie mit einem drachenbespannten Wagen nach Athen. Jason bleibt gebrochen allein und begeht vermutlich Selbstmord.

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