Südsee - Paradies aus der Hölle

Inselwelt zwischen Feuer und Wasser

Beim Wort "Südsee" tauchen sofort Traumbilder vor dem inneren Auge auf: ein idyllisches Inselparadies inmitten von smaragdgrünem Meer, Palmenstrände vor türkis leuchtenden Korallenatollen. Doch wie viel haben solche Visionen mit der Wirklichkeit gemein? Dirk Steffens zeigt die südpazifischen Eilande von einer anderen Seite und führt durch eine kaum bekannte Welt voller rätselhafter Mythen und einzigartiger Naturphänomene.

Inselwelt bei Palau.
Inselwelt bei Palau. Quelle: ZDF

Die so paradiesisch anmutende Inselwelt liegt in einem extremen und unerbittlichen Lebensraum. Sie ist umgeben von der endlosen Weite des größten Ozeans unseres Planeten, des Pazifiks. Seine Wassermassen zwingen die verstreuten Eilande in unvorstellbare Isolation und prägen auf einzigartige Weise die Bewohner dieser abgelegensten Orte der Welt.

Inseln aus dem Nichts

Auf der Suche nach dem sagenumwobenen Südland, der Terra australis incognita, stießen europäische Seefahrer im 18. Jahrhundert auf die Inseln des Südpazifiks. Ihre Reiseberichte lösten eine Welle der Sehnsucht nach der exotischen und fernen Südsee aus, die der Inselwelt bis heute anhaftet. Wie diese isolierten Landflecken entstanden sind und besiedelt wurden, ist eine beeindruckende Naturgeschichte. Denn während die Lebewelt auf den großen Landmassen der Urkontinente sich über Jahrmillionen entwickeln konnte, entstanden die Pazifikinseln buchstäblich aus dem Nichts.

Durch gewaltige geologische Urkräfte bahnten sich unterseeische Vulkane ihren Weg an die Meeresoberfläche und bildeten neues Land. Aufgrund der großen Entfernung zu den Kontinenten verlief die Besiedlung der Inseln wie eine Aneinanderreihung unwahrscheinlicher Zufälle. Und so entstand eine bizarre und ungewöhnliche Fauna und Flora.

Oasen des Lebens

Korallen Südsee 1 Quelle: ZDF


Doch nicht allein durch vulkanische Tätigkeit wurden die Südseeinseln erschaffen. Tierische Baumeister haben ihr unverwechselbares Antlitz mitgeprägt: Korallen haben über Erdzeitalter hinweg mächtige Riffe geschaffen und viele Inseln so erst über die Wasseroberfläche gehoben. In der blauen Wüste des nährstoffarmen Pazifiks sind die Korallenriffe Oasen des Lebens, in denen sich eine schier unvorstellbare Vielfalt entwickelt hat. Im Überlebenskampf Tausender konkurrierender Meeresbewohner haben sich die bizarrsten Strategien entwickelt, um an Beute zu kommen oder sich vor Räubern zu schützen.

Die Inseln mögen zwar aus dem Feuer der Erde entstanden sein, doch es gibt einen ebenso mächtigen Gegenspieler: Die Kraft des Wassers des größten Ozeans der Erde ließ schon viele Inseln wieder im ewigen Blau versinken. Erosion nagt an allen Landflächen und höhlt die Inseln von innen aus wie Schweizer Käse. Dirk Steffens taucht hinab in mystische Höhlenlabyrinthe und stößt dabei auf spektakuläre Fundstücke.

Die Zwergenmenschen von Palau

In den Felshöhlen der Insel Palau in Mikronesien haben Forscher erst vor Kurzem eine unglaubliche Entdeckung gemacht: Sie fanden Überreste eines ganzen Stammes von Zwergenmenschen, der die Insel vor über 2000 Jahren bevölkert hat. Muss die Entwicklungsgeschichte von uns Menschen neu geschrieben werden? Wer waren diese seltsamen Südseebewohner, welche Einflüsse haben den Zwergenwuchs einer ganzen Inselpopulation verursacht, und was ist aus ihnen geworden? Sind Naturkatastrophen für ihr Verschwinden verantwortlich?

Könnte man auf den Grund des Pazifiks schauen, würde die Macht der Urkräfte gewärtig, die hier wüten: Die kaum über die Wasseroberfläche ragenden Inseln sind die obersten Gipfel riesenhafter unterseeischer Gebirge von der Größe des Himalaya. Abgründe tun sich vor ihren Küsten auf, und der Meeresboden senkt sich zur tiefsten Stelle unseres Planeten: dem Marianengraben.

Überlebenskampf für Mensch und Tier

Das Bild vom ungetrübten Südseeidyll kann trügerisch sein: Die Insel Nauru scheint auf den ersten Blick paradiesisch, doch die Insel ist zu 80 Prozent zerstört, die Menschen verarmt. Noch vor 30 Jahren galt Nauru als zweitreichste Nation der Erde. Schuld an dieser Entwicklung ist Phosphat, einer der wenigen wertvollen Bodenschätze der Südsee. Es besteht aus versteinertem Vogelkot, der sich hier über Millionen Jahre ablagerte. Als Grundlage für Düngemittel wird Phosphat seit mehr als 100 Jahren rund den Globus gehandelt.

Dirk Steffens erkundet das Rätsel um die verschwundenen Zwergenmenschen, taucht inmitten einer faszinierenden Unterwasserwelt, erfährt polynesische Seefahrertricks und erkundet die verwunschene Welt eines einzigartigen Quallensees. Die Südsee zeigt sich hier, fernab der touristischen Urlaubsidylle, als einzigartiges Experimentierfeld des Lebens im Spannungsfeld der Naturgewalten, in dem es noch viele Geheimnisse zu lüften gilt.

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