Superbau in der Wildnis

Biber haben in Kanada Erstaunliches geschaffen

Dokumentation | Terra X - Superbau in der Wildnis

Für Faszination Erde sieht sich Dirk Steffens eine Biberburg aus der Nähe an. In ihren hochspezialisierten Bauten wohnen die Tiere mit allem Komfort.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.11.2018, 10:13

Biber sind begnadete Baumeister und Architekten. Wie sehr, das offenbart ein Blick aus dem All: Satellitenaufnahmen zeigen einen gigantischen Wall mitten in der Wildnis der Provinz Alberta – den größten Biberdamm der Welt. Nur per Hubschrauber ist der von mehreren Bibergenerationen errichtete Bau zu erreichen. Dirk Steffens war für "Faszination Erde" dort.

Biber hinterlassen in der Landschaft deutliche Spuren. Sie gestalten ihre Lebensräume nach ihren Bedürfnissen um. Ein einziger Biber kann pro Jahr mehr als 200 Bäume fällen. Mit ihren spitzen, scharfen Zähnen ritzen die Nagetiere Baumstämme an und bringen sie zu Fall. Forscher haben herausgefunden, dass der Superbau in Kanada das Werk mehrerer Bibergenerationen ist. Seit den 1970er-Jahren haben die Tiere den Damm Stück für Stück erweitert und so immer größere Flächen überflutet.

Baumeister in Perfektion

Querschnitt durch eine Biberburg (Animation)
Die Darstellung zeigt das Innere einer Biberburg.

Die Flutungsmaßnahmen sind für den Biber lebenswichtig. Er schafft sich so seinen eigenen Lebensraum. Mit der Zeit wachsen in seinem Teich jede Menge Wasserpflanzen – ein eigener Vorgarten. Die Wohnbauten des Bibers bestehen aus Ästen, Zweigen, Schlamm und gefällten Bäumen. Sie haben oft mehrere Eingänge, die unter dem Wasserspiegel liegen. Das hindert Fressfeinde daran, in den Bau einzudringen. Wie in der umgebenden Natur sind die Biber auch bei sich zu Hause emsige Handwerker. Ob es um eine Erweiterung oder einen Umbau geht, Lecks ausgebessert oder neue Zugänge gelegt werden müssen: Es gibt viel zu tun. Der Biber ist ständig auf Patrouille, um zu kontrollieren, ob niemand seinen Bau geschädigt hat – Elche auf Futtersuche zum Beispiel, die sich mithilfe der nährstoffhaltigen Pflanzen ein Speckpolster für den Winter anlegen.

Schließlich muss der Biber sicherstellen, dass der Wasserstand immer hoch genug ist. Im harten kanadischen Winter darf sein See nicht bis zum Boden durchfrieren. Dann kann der ausgezeichnete Taucher und Schwimmer auch bei größter Kälte noch Vorräte aus dem See holen. Sein Fell bietet perfekten Schutz vor dem eisigen Wasser. Es ist so dicht, dass seine Haut nicht nass wird. Diese Eigenschaft wurde den Bibern einst zum Verhängnis.

Jagd auf Biber

Unterwasseraufnahme eines schwimmenden Bibers
Biber können selbst im eiskalten Wasser noch nach Nahrung tauchen.

Ihr Fell war eines der begehrtesten Handelsgüter in der Geschichte Nordamerikas und lockte zahlreiche Europäer nach Kanada. Aus dem dichten Unterfell wurde ein modisches Accessoire gefilzt: Biberhüte – oder Kastorhüte, vom lateinischen "castor" für "Biber" – waren seit dem 17. Jahrhundert ein absolutes Must-have. Besonders hochwertig und formfest, bestimmten sie die Hutmode Europas über lange Zeit. Das Oberfell mit den Grannenhaaren wurde zu Pelzmänteln verarbeitet.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde im großen Stil Jagd auf Biber gemacht und ihre Felle in Massen exportiert. Erst gegen 1900 ging der Handel mit Biberpelzen zurück: Es gab schlichtweg kaum noch Tiere, die man jagen konnte. Während der Biber in weiten Teilen Europas ausgerottet wurde, wurde das Verschwinden der Kanadischen Biber durch ein Jagdverbot zur rechten Zeit gestoppt. Aber erst nachdem man den Biber weitflächig wieder ansiedelte, haben sich die Populationen in Kanada erholt.

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