Symbolfigur des Widerstands

Der legendäre Medizinmann Sitting Bull

Im Frühjahr 1876 sind die meisten Indianer in Reservationen eingesperrt. Nur ein paar Tausend durchstreifen noch ihr angestammtes Land am Little Bighorn Fluss. Sie klammern sich an ein Leben in Freiheit, verweigern den Befehl der Regierung, in die überfüllten Reservationen zu gehen.

Im größten Indianerdorf, das je gesehen wurde, suchen Sioux und Cheyenne Zuflucht vor Hunger und Elend in der Reservation: Frauen, Kinder, Alte und viele tausend Krieger.

Sehnsucht nach Freiheit

Viele von ihnen treibt die Sehnsucht nach einem letzten Sommer in Freiheit, und wenn nötig - nach einem letzten glorreichen Kampf. Ihr Anführer ist Sitting Bull, ein einflussreicher Medizinmann der Sioux. Symbolfigur des Widerstands. Mit einer Prophezeiung stimmt er seine Krieger auf das alles entscheidende Gefecht ein.

Ohne jeden Skrupel

Bis heute ist der Little Bighorn für die Indianer ein Ort des Gedenkens. Clifford Long Sioux ist einer der Stammesältesten der Cheyenne. Er kennt die alten Überlieferungen seiner Vorväter.



Der Krieg gegen die Indianer soll der Karriere Custers dienen - durch Überfälle auf wehrlose Dörfer. Er hat auf eine halbe Million Bürgerkriegs-Tote geblickt - und jeden Skrupel verloren, mit wilden Barbarenhaufen kurzen Prozess zu machen. Seine Brutalität verbirgt er hinter inszenierten Posen, die noch Jahrzehnte später wirken. Hollywood verklärt ihn in über 50 Filmen zum legendären Helden.




In Hardin, Montana, ganz in der Nähe des Schlachtfeldes, zelebriert man bis heute den Kampf, der in amerikanischen Geschichtsbüchern "Massaker am Little Bighorn" heißt. Ein Spektakel mit Laienschauspielern und Stuntmen. Allzu lange wurden die Indianer gedemütigt, hier können sie endlich einmal stolze Krieger spielen. Die weißen Darsteller gefallen sich noch immer in der Draufgängerrolle von Helden, die den Märtyrer-Tod sterben.

Superstar Custer

Nach Protesten von Indianerverbänden wird das wüste Spektakel inzwischen offiziell als Versöhnungsfest ausgegeben. Aber wen schert das schon, was bei der Schlacht am Little Bighorn wirklich geschah. Ob der legendäre Indianerkämpfer nun ein Held oder ein Verbrecher war - das vornehmlich weiße Publikum feiert den blonden Haudegen wie einen Superstar der amerikanischen Geschichte. Umschwärmt wird ein gewissenloser Karrieresoldat, der von Schauspielern als galanter Held dargestellt wird.


Custers wahre Gestalt haben Historiker inzwischen entlarvt, aber das lang gepflegte Bild vom Opfertod eines tapferen Offiziers lässt sich nur schwer verdrängen. Für Clifford symbolisiert Custer geraubtes Land, gestohlene Freiheit. In Clifford Long Sioux wecken die Custer-Festspiele traumatische Erinnerungen an den endgültigen Untergang seines Volkes. Am Little Bighorn wurde das Schicksal der Ureinwohner Amerikas besiegelt.

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