Syrien und Qatna im Visier

Von der ersten Siedlung bis zur Zeitenwende

Zwischen dem östlichen Mittelmeer, Anatolien, Mesopotamien und Ägypten gelegen, befand sich Syrien schon immer im Fokus der angrenzenden Großmächte. Eine bewegte Geschichte, die auch den Untergang von Qatna besiegelte.

Karte aus der Zeit Qatnas Blüte
Karte aus der Zeit Qatnas Blüte Quelle: ZDF

3. Jahrtausend v. Chr. Frühe städtische Siedlungen in Syrien.

Etwa 2500 v. Chr. Enge kulturelle Kontakte mit dem südlichen Zweistromland, dichtes Geflecht von Allianzen und Konkurrenzen der verschiedenen Stadtstaaten.

Erste Nutzungsphase von Qatna. Die Stadt weist einen kreisrunden Stadtplan mit einer Fläche von etwa 30 Hektar auf.

Um 2000 v. Chr. Tiefgreifende Veränderungen: Aus der syrischen Steppe dringen Kleinviehzüchtende Nomaden in die Ackerlandzonen vor ("amurritische Wanderung").

Neugründung und zweite Nutzungsphase von Qatna mit einer über 100 Hektar großen quadratischen Fläche. Qatna wird zu einem wichtigen Ort im Fernhandelsverkehr Mesopotamiens und Residenz einer Dynastie.

18. Jahrhundert v. Chr. Das Königreich Obermesopotamien etabliert sich als mächtigster amurritischer Herrschaftsbereich mit Einfluss auf Syrien.

Qatna ist in dieser Zeit die "Drehscheibe von ganz Syrien und Palästina. Erster Herrscher des dynastischen Königshauses von Qatna ist Ischdi-Addu, Nachfolger wird sein Sohn Amutpi'el.

16. Jahrhundert v. Chr. In Zentralanatolien entsteht das Reich der Hethiter. Die Könige erobern den nordsyrischen Raum und erobern auch Aleppo. In Obermesopotamien entsteht das hurritische Mittani-Reich, das nach Nord- und Mittelsyrien expandiert. Ägypten tritt als neue Großmacht in Vorderasien auf. Das Hethiterreich kann aufgrund innerer Konflikte nicht in den Verteilungskampf eingreifen. Mittani und Ägypten kämpfen ein Jahrhundert lang um die Vorherrschaft in Syrien, schließen dann Frieden.

Karte Hethiter-Reich

14. Jahrhundert v. Chr. Die Friedensphase endet mit dem wieder erstarkten Hethiter-Reich. Die hethitischen Krieger erobern Nord- und Mittelsyrien und zerstören das Mittani-Reich. Die Stadtstaaten Syriens schwanken zwischen Unterwerfung und dem Versuch sich mit Hilfe von Bündnissen (mit Ägypten oder mit anderen Stadtstaaten) der hethischen Herrschaft zu entziehen.

Um 1350 v. Chr. In Qatna beginnt eine Phase des Niedergangs. Die Stadt verkleinert sich und verliert in der folgenden Eisenzeit an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Der genaue Zeitpunkt der Zerstörung der Stadt ist nicht bekannt. Das Ende der Besiedelung hat sich wahrscheinlich in mehreren Abschnitten vollzogen.

1274 v. Chr. Schlacht von Qadesch: Ramses II. versucht die Hethiter zurückzudrängen - ohne Erfolg. Die Hethiter können ihren Besitzstand in Mittelsyrien halten.

Um 1250 v. Chr. Assyrische Quellen erwähnen erstmals aramäische Stämme, die in der Folgezeit im gesamten "Fruchtbaren Halbmond" vorkommen. Mit ihrer Ansiedlung treten neue Staaten in Erscheinung, darunter als mächtigster Damaskus.

Um 1200 v. Chr. Seefahrer bedrohen die Küstenstädte des östlichen Mittelmeeres. Ende des Hethiter-Reichs.

12. bis 9. Jahrhundert v. Chr. Die fehlende Erwähung in den spärlichen Quellen deuten auf eine eher unbedeutende Stellung von Qatna hin.

Um 900 v. Chr. Das Assyrische Reich dehnt sich weiter nach Westen aus. Qatna wird wiederbesiedelt.

853 v. Chr. Der assyrische Herrscher Salamanassar III. wird in seinem Expansionsdrang in der Schlacht von Qarqar vermutlich gestoppt, ihm gelingt es nicht Damaskus einzunehmen. Assyrische Quellen hingegen sprechen von einem gewaltigen Sieg.

Um 720 v. Chr. Qatna wird durch die Feldzüge des assyrischen Herrschers Saragon II. zerstört.

Um 710 v. Chr. Die assyrische Eroberungspolitik erreicht unter Sargon II. ihren Höhepunkt. In zahlreichen syrischen Staaten werden die einheimischen Dynastien zugunsten einer Provinzialverwaltung beseitigt.

612 v. Chr. Zerstörung des assyrischen Reiches durch Meder und Babylonier. Die politische Zukunft Syriens ist wieder offen.

605 v. Chr. Nach dem Sieg des babylonischen Kronprinzen Nebukadnezar über Pharao Necho II. fällt Syrien bald an Babylonien.

539 v. Chr. Kyros II. nimmt Babylonien ein, Syrien wird Teil des persischen Großreichs.

Um 333 v. Chr. Ankunft Alexanders des Großen in Syrien.

301 bis 64 v. Chr. Nach der Eroberung durch Alexander den Großen gehört Syrien von v. Chr. zum Seleukidenreich.

Ab 64 v. Chr. Im Römischen Reich ist Syria neben Ägypten die reichste Provinz des Imperiums. Später wird es dem Byzantinischen Reich angegeliedert und von Konstantinopel aus verwaltet.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet