Technische Herausforderung

Gewaltige Ausmaße durch schwere Bewaffnung

Am 16. Dezember 1941 stellt die kaiserliche Marine den kampfbereiten Stahlriesen in Dienst. Unauffällig, ohne die sonst üblichen Feierlichkeiten. Dennoch bleibt der Neuzugang der japanischen Flotte den Geheimdiensten der westlichen Welt nicht verborgen.

Yamato-Animation
Yamato-Animation

Die amerikanischen Nachrichtendienste überwachen den Funkverkehr der Japaner und wissen von der "Yamato". Sie kennen zwar ihren Namen, wissen jedoch nichts über die Fähigkeiten des Schiffes.

Eine große Ehre

"Yamato" ist ein poetischer Name mit Programm. Von der mytischen Yamato-Rasse leiteten alle Japaner ihre Herkunft ab. Die Dynastie des Tenno, des japanischen Kaisers, wurde auch als Yamato-Dynastie bezeichnet. Pflichterfüllung, Treue, Ehrlichkeit und strenge Disziplin sind der Ehrenkodex, der selbst den Tod abverlangen kann. Nur verdiente Soldaten wurden zum Dienst auf der "Yamato" zugelassen. Es geschafft zu haben, ist für jeden eine große Ehre.

Der Besatzung der "Yamato" erscheint ein Untergang des Superschiffs ebenso unwahrscheinlich wie der Untergang Japans. Ein Trugschluss, wie sich später herausstellen sollte. Denn gegen die Übermacht der Amerikaner hat selbst die schwimmende Festung der Japaner keine Chance. Bei den wenigen Einsätzen vor der Operation "Ten-Ichi-Go" bleibt der Prototyp stets im Hintergrund. Sozusagen als Joker für den Notfall. Der Feind weiß also nicht, was für eine Kampfmaschine auf ihn zurollt.

Riesige Geschütztürme

Die gewaltigen Ausmaße der "Yamato" hängen von der schweren Bewaffnung ab. Zunächst lässt das Militär die größten Geschütztürme der Welt entwerfen und dann erst den Schiffskörper drum herum bauen. Zwei davon sind auf dem Vorschiff eingebaut, der dritte achtern. Die Feuerrate der 46-Zentimeter-Geschütze beträgt andertalb bis zwei Schuss pro Minute.

Reduzierte Geschwindigkeit

Jede Granate wiegt mit mehr als 1400 Kilogramm so viel wie ein Auto. Die Geschosse können Panzerstahl bis zu 60 Zentimeter Dicke durchschlagen.
Die "Yamato" ist mit knapp 40 Metern für ein Schlachtschiff außergewöhnlich breit, viel breiter als die US-amerikanischen Pendants, die auf ihrem Weg nach Japan durch den engen Panama-Kanal passen müssen. Die "Yamato" war von Anfang an nur dazu konstruiert, nur im Pazifischen Ozean zu operieren.
Die enorme Breite des Schiffes ist für die Konstrukteure nur eine der technischen Herausforderungen. Das weitaus größere Problem verursacht der 41 Zentimeter dicke Stahlpanzer. Der breite Rumpf führt zu einem erhöhten Wasserwiderstand. Dadurch reduziert sich natürlich zunächst die Geschwindigkeit.

Die Ingenieure müssen demnach eine Lösung finden, um den behäbigen Koloss schneller zu machen. Das heißt: den Bug so zu formen, dass er dem Wasser möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Die Entwickler greifen auf einen Entwurf zurück, den Amerika bereits erfolgreich umgesetzt hat: den so genannten Wulstbug. Seine markante Wölbung erhöht den Auftrieb des Vorschiffs und verbessert die Seegangseigenschaften. Der Bug vermindert den Widerstand der Wellen um sieben bis acht Prozent. So erreicht das Schlachtschiff eine Höchstgeschwindigkeit von 28 Knoten.

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