Tempel der Jungfrauen

Der Monumentalbau ist der Stolz der Athener

Auf dem Hügel der griechischen Hauptstadt siedeln die ersten Bewohner vermutlich bereits 3500 vor Christus. Etwa 3000 Jahre später entstehen die klassischen Bauwerke, die der Akropolis dank aufwändiger Restaurierungen bis heute ihr Antlitz verleihen. Doch das Bild trügt.

Im Jahr 490 vor Christus gelingt den Athenern ein militärischer Genie-Streich: Sie schlagen das riesige Heer des persischen Großkönigs Dareios bei Marathon in die Flucht. Der Sage nach soll ein Soldat die Siegesbotschaft ins 42 Kilometer entfernte Athen gebracht haben. Nach diesem ersten "Marathon-Lauf" soll der Meldeläufer tot zu Boden gesunken sein.

Die Rache der Perser

Die Athener sehen in dem unglaublichen Erfolg gegen den zahlenmäßig weit überlegenen Feind ein himmlisches Wunder. Sie sind davon überzeugt, dass sie den Sieg nur dank der Mithilfe ihrer Schutzgöttin Athena Parthenos errungen haben. Daher beginnen sie mit dem Bau eines Tempels, den sie ihrer jungfräulichen Patronin widmen.


Mehrere Jahre lang wird an dem neuen Monumentalgebäude auf dem alten Burgberg gearbeitet. Doch 480 vor Christus kehren die Perser überraschend zurück. Sie üben furchtbare Vergeltung für ihre einstige schmachvolle Niederlage. Zwar haben fast alle Athener die Stadt verlassen und auf der Insel Salamis vorübergehend Zuflucht gefunden. Doch Häuser und Tempel fallen den plündernden und brandschatzenden Persern zum Opfer.

Der Plan des Perikles

Die Arbeit der Architekten

Dareios Sohn Xerxes stürmt mit seinen Heerscharen die Akropolis. Nur wenige Griechen - meist Tempelhüter - verteidigen den heiligen Bezirk. Sie werden alle vor den Altären niedergemetzelt. Doch die Seeschlacht bei Salamis können die Hellenen für sich entscheiden. Die Perser fliehen. Die Griechen beschließen, die zerstörten Heiligtümer zum Zeichen ewiger Feindschaft mit den Orientalen nicht wieder aufzubauen.



Auch die Akropolis wird, von geringen Sicherungsmaßnahmen und der Errichtung eines Ehrenmals für den gefallenen athenischen Heerführer Kallimachos abgesehen, zunächst in dem desolaten Nachkriegszustand belassen. Erst viele Jahre später regt Perikles an, die Akropolis neu zu gestalten. Er läßt an der Stelle des alten Athena-Tempels einen neuen errichten. Doch dem Redner und Strategen liegt weniger an einem Sakralbau als an einem Haus mit Hochsicherheitstrakt für den Staatsschatz.


Die namhaften Architekten Iktinos und Kallikrates erhalten den Mammutauftrag. Sie sollen ein Bauwerk schaffen, das jedes Gebäude der damaligen griechischen Welt übertrifft. Selbst das Zeus-Heiligtum von Olympia soll der Neubau in den Schatten stellen. Als hauptsächlicher Baustoff ist nicht wie sonst üblich Kalkstein, sondern wie beim Vorläufermodell erstmals versucht, Marmor vorgesehen.

Bevor die Arbeiten 447 vor Christus beginnen, machen sich die Baumeister auf die Suche nach einem geeigneten Vorkommen des edlen Gesteins. Sie werden im knapp 20 Kilometer nordöstlich von Athen gelegenen Pentelikon-Gebirge fündig.
Die umfangreichen Arbeiten werden nach neunjähriger Bauzeit pünktlich zu den Panathenischen Feiern von 438 vor Christus abgeschlossen.

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