Temüdschin auf der Flucht

Rache für die Morde des Vaters

Ein Bote bringt die Nachricht von einem schweren Schicksalsschlag. Auf dem Nachhauseweg von der Verlobung hat Temüdschins Vater die Gastfreundschaft von Tataren angenommen. Jahre zuvor hatte er die Tataren überfallen, die nun Rache üben. Sie erkennen Yesügei und vergiften ihn.

Sofort bricht Temüdschin auf und eilt nach Hause. Doch im Lager seines Clans findet er nur Chaos vor. Der Vater ist bereits tot, und der Stammesverband hat sich aufgelöst. Die Mitglieder des Clans haben seine Mutter Hö'elün mit ihren Kindern schutzlos zurückgelassen.

Tödlicher Streit unter Brüdern




Der Clan besteht jetzt nur noch aus der Mutter, vier halbwüchsigen Söhnen und einer Tochter. Man stiehlt ihr Hab und Gut und raubt ihre Pferde. Und immer wieder kommt es zwischen den Brüdern zu Streit. Temüdschin kann als Erstgeborener und Oberhaupt des Clans die Schmähungen und Demütigungen seines jüngeren Bruders Bekter nicht hinnehmen. Und nach dem ungeschriebenen Gesetz der Steppe gibt es dafür nur eine Sühne.



Bekter sitzt auf einem Hügel und hütet die Pferde, da schleichen sie Temüdschin und ein anderer Bruder heran und ziehen ihre Pfeile. Bekter erkennt das mörderische Vorhaben seiner Brüder - doch er flieht nicht, sondern stellt sie zur Rede: "Statt an unseren Feinden Rache zu nehmen, behandelt ihr mich wie eine Wimper im Auge. Außer dem Schatten habt ihr keine Gefährten". Doch sie erschießen ihn aus nächster Nähe.

Zuflucht im Wald

Der Brudermord bleibt ungesühnt, doch die folgenden Jahre werden für den Heranwachsenden zur Bewährungsprobe. Er ist verarmt und von der Gefolgschaft seines Vaters verlassen. Doch für andere Mongolenfürsten ist er noch immer eine Bedrohung und deshalb mit seiner Familie ständig auf der Flucht. Temüdschin meidet die offene Steppe und sucht Zuflucht im Wald. Doch selbst hier ist er vor seinen Verfolgern nicht sicher.

Gespött der Leute

In ihrer Angst verschanzen sich Mutter und Söhne im dichten Wald, ein Bruder liefert den Feinden ein Pfeilgefecht. Als sie miteinander kämpfen, rufen die Angreifer: "Schickt euren großen Bruder! Die anderen von euch brauchen wir nicht!" Auf diesen Ruf setzen sie Temüdschin auf ein Pferd und schickten ihn auf die Flucht.


Ganz auf sich allein gestellt, kann Temüdschin seinen Häschern nicht entkommen. Der künftige Khan wird versklavt und seiner Würde beraubt. Er wird gedemütigt und zum Gespött der Leute. Durch niedere Dienste, die er für seine Peiniger verrichten muss, und ständige Schmähungen will man den Widerstand des Jungen brechen. Doch selbst unter den verfeindeten Stämmen gibt es Menschen, die in ihm den künftigen Herrscher erkennen. Die Mehrheit sieht in dem Jungen aber nur einen rechtlosen Sklaven. In der Nacht spannt man Temüdschin ins Joch und bewacht ihn scharf. Doch die vielen Jahre der Entbehrung haben seinen Willen gestählt, er ist bereit zur Flucht.

Temüdschin gelingt unter abenteuerlichen Umständen die Flucht. Sigi Quduqu ist ein sorgfältiger Chronist, doch selbst in der "Geheimen Geschichte" verliert sich die Spur des jungen Khans oft über lange Zeit.

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