Die Biblischen Plagen (1/3)

Duell am Nil

Dokumentation | Terra X - Die Biblischen Plagen (1/3)

Innerhalb weniger Monate bricht über Ägypten eine Welle von Katastrophen herein. Forscher haben herausgefunden: Die Autoren der Bibel könnten mit ihren Beobachtungen in den Zehn Plagen recht haben.

Beitragslänge:
42 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.03.2017, 07:55
Produktionsland und -jahr:
Deutschland , Österreich , Kanada , Ägypten , USA 2008
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Kaum eine Geschichte der Bibel wirkt so nachhaltig im Gedächtnis der Menschheit wie die Schilderung der Zehn Plagen. Innerhalb weniger Monate bricht über Ägypten eine Welle von Katastrophen herein, die Gott Jahwe als grausames Zeichen seiner Allmacht heraufbeschwört. Selbst im Vergleich zum 21. Jahrhundert mit seinen weltweiten Megadesastern überbieten die Biblischen Plagen alles bisher Dagewesene.

Verunreinigungen, Verwüstungen, Seuchen und Tod - jede Plage erreicht ein beispielloses Ausmaß und trifft die Menschen am Nil härter als die vorherige. In fünf Kapiteln zeichnet das 2. Buch Moses ein dichtes Horrorszenario, das die Grundfesten des Pharaonenreichs bis ins Mark erschüttert. Am Ende der spektakulären Schau steht der Exodus der Israeliten. Der Pharao entlässt das Volk, das er Jahrzehnte lang unterdrückte, aus der Knechtschaft. Unter der Führerschaft von Moses macht sich ein riesiger Treck auf den Weg durch die Wüste. Dem Ruf in die Ferne folgen über 600.000 Menschen, wie die Bibel verkündet. Sie alle hoffen auf eine Heimat in Kanaan, dem Gelobten Land, in dem "Milch und Honig fließt".

Mythisches Duell

Seit langem versuchen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen herauszufinden, ob die Plagen auf wahren Begebenheiten beruhen oder pure Legende sind. Ägyptologen deuten das Jahrtausendereignis als mythisches Duell zwischen Jahwe und den zahlreichen Göttern im Nilland. Ihrer Ansicht nach ist die Erzählung ein Propagandatext, der den Kampf zwischen zwei religiösen Konzepten beschreibt: den Glauben der Israeliten an einen einzigen Gott gegen die Vorstellung der Ägypter von einem Pantheon aus Tausenden jenseitiger Wesen.

Naturwissenschaftler halten sich aus derartigen Diskussionen heraus. Sie nutzen die Heilige Schrift als historische Quelle und suchen vornehmlich nach harten Fakten. Die Fraktion konnte beweisen, dass der Bericht über die Plagen auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist. Vor über 3000 Jahren wurde das sensible Ökosystem des Nil immer wieder durch extreme Hochwasser und Dürreperioden aus dem Gleichgewicht geworfen. Die Folgen für die Bevölkerung waren verheerend, denn die gesamte Landwirtschaft des Reiches hing am Tropf des mächtigen Stroms.

Ökologische Störungen?

Noch Jahrhunderte nach den Schicksalsschlägen der Natur kursierten die Geschichten über jene dunklen Zeiten im Alten Vorderen Orient. Sie brannten sich auf ewig ins Gedächtnis der Menschen. Medizinische Papyri und uralte Weisheitslehren aus Ägypten liefern Hinweise auf außergewöhnliche Verseuchungen des Nil und der daraus resultierenden Kettenreaktion. Davon war auch Plinius der Ältere überzeugt. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus vermutete der Vater der Naturkunde hinter den Zehn Plagen die Beschreibung massiver ökologischer Störungen. Der modernen Forschung dienen die lange unbeachteten Schriften als Bestätigung ihrer eigenen Erkenntnisse.

Pharaostadt Pi-Ramesse computerekonstruiert
Pharaostadt Pi-Ramesse (Computeranimation) Quelle: ZDF

In der ersten Folge der dreiteiligen Reihe "Die Biblischen Plagen" beschäftigen sich die Gelehrten mit den ersten sechs Naturkatastrophen. Die Wissenschaftler entdeckten im Nil todbringende Mikroorganismen, die das Sterben der Fische verursachten und die Frösche in eine Stresssituation brachten. Sie fanden schlüssige Erklärungen für die gigantischen Ungezieferschwärme, die grassierende Viehpest und die gefährlichen Blattern. Die Archäologen Dr. Edgar Pusch und Prof. Manfred Bietak gehen sogar noch einen Schritt weiter. Die renommierten Spezialisten vertreten die These: Ein Umweltdesaster, wie im 2. Buch Moses dokumentiert, verwandelte Pi-Ramesse, das blühende Machtzentrum von Ramses II., in eine Geisterstadt. Eine anhaltende Dürreperiode führte zum Kollaps der legendären Metropole am Pelusischen Nilarm und zwang die Menschen, eine neue Bleibe zu suchen.

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