Frische Einblicke in die Welt der Ritter

Dreiteilige Dokumentation über die Männer aus Eisen

In einem aufwendigen Dreiteiler lässt "Terra X" die Welt der Ritter detailreich auferstehen. Neue technische Möglichkeiten bilden die Grundlage fotorealistischer Szenerien mit lebensnaher Action. Experimente und High-Speed-Kameraaufnahmen zeigen, wie ein Kettenhemd gegen Schwerter und Pfeile schützte oder was passiert, wenn zwei Ritter im Turnier aufeinander krachten.

Das Mittelalter übt eine ungebrochene Faszination auf die Jetztzeit aus. Schlagendes Herz der Mittelalterbegeisterung ist die Kulturfigur des Ritters. Unser Mittelalterbild wäre nicht denkbar ohne den Turnierkämpfer in seiner eisernen Rüstung, seine mythisch überhöhte Gralssuche und die Romantik der hoch gelegenen Burgen.

Verwunschene, archaische Welt

Warum ist der Ritter eine solch universale Figur, wohl für alle Zeiten? In ihm ist eine ungeheure Symboltiefe und Geschichtsmächtigkeit wirksam. Die Ritter stehen zum einen für eine verwunschene, archaische Welt, für dunkle Burgen, blutige Waffengänge, für halb Mensch halb Maschine. Zum anderen haben sie über mehrere hundert Jahre europäische Geschichte geschrieben.

Mit ihren höfischen Tugenden stehen sie nach dem frühen, wahrlich dunklen Mittelalter ab 1100 für eine neue hellere Welt – den Beginn der Moderne. Vielleicht lässt sich auch sagen, dass der Ritter die erste profilierte Figur unserer westeuropäischen (auch deutschen) Geschichte ist, nach der griechischen und römischen Antike, die uns nahe ist, der in gewisser Weise ein heimatlicher Erdengeruch anhaftet.

Nach dem Mittelaltervierteiler “Wege aus der Finsternis” von 2004 machen wir uns jetzt erstmals an eine umfassendere Beschreibung des europäischen Rittertums, von den Anfängen unter dem Sachsenkönig Otto bis zum Untergang unter Kaiser Maximilian. Wir folgen seinem glanzvollen Mythos, seinem Wirken vor der Kulisse großer Feste und Turniere, seiner Verehrung der hohen Minne, seinem heldenhaften Eintreten für die Armen und Schutzlosen – und sehen seine Lebenswirklichkeit, den Winter auf kalten, nassen Burgen, die schwierige Bewirtschaftung des Lehens, die ständige Kriegsrealität.

Die Ritter hielten sich unablässig in bewaffneter Bereitschaft, mit einer Ausrüstung, die vom 9. bis ins späte 15. Jahrhundert hinein die Kriegswirklichkeit in immer radikaleren Formen prägte. Filmische Experimente zeigen Interessantes und Kurioses aus der Waffentechnik der Ritter. So weisen wir nach, dass die berühmten englischen Langbögen, die bei der Schlacht von Crécy 1346 erfolgreich gegen die französischen Ritter eingesetzt wurden, die modernste Rüstung jener Zeit, die Plattenpanzer, allerdings nicht durchdringen konnten. Und wir demonstrieren, dass das saubere Zerteilen einer Kerze mit einem Ritterschwert (wie in Hollywood-Filmen oft zu sehen) ebenfalls unmöglich gewesen sein dürfte.

Historische Reise durch die Jahrhunderte

Auf unserer historischen Reise durch die Jahrhunderte zwischen Aufstieg und Niedergang des Rittertums begegnen uns typische Vertreter ihres Standes, loyale Diener ihres Königs und todesmutige Draufgänger, aber auch fantasievolle Exzentriker und trinkstarke Schwadroneure. Sie alle gehören zum Erscheinungsbild des Ritters, wie die Burg, das Turnier, Krieg und Kreuzzug. In der neuen Reihe lässt "Terra X" die Welt der Ritter wieder auferstehen. Dabei ist ein spannendes und informationsreiches Programm entstanden, ein Streifzug durch eine der schillerndsten Epochen deutscher und europäischer Geschichte.

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