Teure Trophäe

Viele Marco-Polo-Argali fallen der Jagd zum Opfer

Mit ihrem gewaltigen Kopfschmuck sind die Marco-Polo-Argalis imposante Erscheinungen. Gleichzeitig sind ihnen ihre gigantischen Hörner zum Verhängnis geworden: Sportjäger aus aller Welt machen Jagd auf die seltene Trophäe und zahlen bis zu 30.000 US-Dollar für einen Abschuss. Inzwischen gibt es weltweit nur noch wenige hundert Tiere.

Das Marco-Polo-Argali ist eine Unterart des Argali, des größten Wildschafs der Erde. Es wurde nach seinem ersten westlichen Entdecker, dem Weltreisenden Marco Polo benannt. Heimat der Tiere ist das Pamirgebirge, in der Grenzregion von Kirgisien, Tadschikistan, China, Afghanistan und Pakistan. Die Schafe leben in den unzugänglichsten Regionen des Gebirges, auf einer Höhe von 3500 bis 5000 Metern. Extreme Klettertouren in dünner Luft sind demnach Vorraussetzung, um an die scheuen Tiere heran zu kommen.

Mit Gewehren fast ausgerottet

Als Marco Polo die Schafe, mit den zur Schnecke geformten Hörnern, im 13. Jahrhundert entdeckte, müssen sie noch sehr verbreitet gewesen sein. Denn er schreibt, dass die Einheimischen aus den riesigen Gehörnen der Tiere Zäune für das Vieh bauten. Heute gibt es weltweit nur noch wenige hundert Marco-Polo-Argalis.
Was hat die Tiere so selten werden lassen? Natürliche Feinde, wie Schneeleoparden gab es schon immer. Doch ein ausgewachsenes Männchen kann sich mit seinem Geweih sehr gut verteidigen. Und so werden meist nur Jungtiere und alte und schwache Tiere gerissen. Da die Marco-Polo-Argalis hauptsächlich in zerklüfteten Felsregionen leben, treffen sie außerdem nur selten auf Fleischfresser.

Die weitaus größere Gefahr für die seltenen Bergschafe ist der Mensch: Mit modernen Gewehren haben Wilderer die Tiere fast ausgerottet. Bei der Jagd ging es ihnen hauptsächlich um das Fleisch. Die Hörner interessierten sie nicht. Sie blieben in den Bergen liegen. Ganz im Gegensatz zu den heutigen Sportjägern. Ihr Interesse gilt ausschließlich dem riesigen Kopfschmuck der Argalis. Seit die Tiere fast ausgestorben sind, sind sie für Trophäenjäger eine besonders interessante Beute. Bis zu 30.000 US-Dollar zahlen sie mittlerweile für einen Abschuss. Darin inbegriffen ist auch ein Trophäenpreis, der an den jeweiligen Staat, in dem das Marco-Polo-Argali geschossen wird, gezahlt werden muss.

Lukratives Geschäft

Die Exsowjet-Republiken Kirgisien und Tadschikistan erlauben die gewinnbringende Jagd auf die seltenen Bergschafe. Mit den Tieren, die bisher nur zur Fleischversorgung dienten, lässt sich inzwischen viel Geld verdienen. Gewildert werden sie nicht mehr und aus den ehemaligen Wilderern sind Jagdführer geworden. Für die Argalis ist diese Entwicklung eine Bedrohung und eine Chance zugleich. Denn seit mit der Jagd auf Argalis Geld zu machen ist, steigen ihre Bestände in all den Ländern wieder an, in denen sie als Trophäentier gejagt werden dürfen. In Ländern, in denen keine Trophäenjagd erlaubt ist, wie zum Beispiel Afghanistan, Pakistan und im Norden Indiens sind die Bestände von Wilderern weitgehend zusammengeschossen.

Für ein erlegtes Marco-Polo-Argali müssen die Sportjäger an den jeweiligen Staat einen Trophäenpreis zahlen. Was mit den meist hohen Gebühren geschieht, lässt sich allerdings kaum nachvollziehen. Man kann nur hoffen, dass die Jagdabgaben an die richtige Stelle fließen und so dem Schutz und Erhalt der Marco-Polo-Schafe dienen.

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