Theia und die Folgen

Crash mit Zwillingsplanet ermöglicht die Entstehung komplexen Lebens

In der Frühzeit musste sich die Erde ihre Umlaufbahn mit ihrem Schwesterplaneten Theia teilen. Das funktionierte nicht lange und die beiden stießen zusammen. Theia wurde durch die Kollision ausgelöscht und hinterließ Mengen von Geröll, das zunächst die Erde umkreiste. Für die Entstehung des Lebens war dieses Ereignis von enormer Bedeutung.

Computeranimation Erde und Theia Quelle: ZDF

Die Erde verleibte sich einen Großteil ihres Zwillings ein und wurde so zu einem viel größeren Planeten. Nur deshalb hatte sie schließlich genügend Anziehungskraft, um ihre Atmosphäre dauerhaft zu halten. Ohne das ausgeprägte Gravitationsfeld der Erde wäre die Atmosphäre nach und nach ins Weltall entwichen. Der Zusammenstoß mit Theia hatte aber noch andere signifikante Auswirkungen. Beispielsweise erhielt die Erde dadurch einen größeren Eisenkern, dessen Bewegung ein starkes Magnetfeld generiert. Dieses Feld schützt vor schädlichem Ionenhagel von der Sonne, dem so genannten "Sonnenwind".

Außergewöhnliches Erbe

Schließlich hat die Kollision zwischen der Erde und dem Zwillingsplaneten ein wirklich außergewöhnliches Erbe hinterlassen. Als die Überreste der Katastrophe um die Erde kreisten, dienten nicht alle Teile dem Wachstum der Erde. Einige vereinigten sich zu einem ganz neuen Himmelskörper, der noch immer seine Kreise um den Globus zieht: der Mond. Jeder andere Mond in unserem Sonnensystem ist winzig im Vergleich zu seinem Mutterplanet. Durch seine Entstehungsgeschichte ist unser Mond riesig und außerdem ungewöhnlich nah. Für die Entwicklung des Lebens auf der Erde war dieser Umstand jedoch von allergrößter Bedeutung.

Mond Quelle: ZDF

Der Mond bestimmt in vielerlei Hinsicht den Rhythmus des Lebens auf der Erde. Beispielsweise ist er verantwortlich für Ebbe und Flut. Die sich immer wieder verändernde Gezeitenzone stellte für die Lebewesen aus dem Meer eine große Herausforderung dar. Der Schritt zum Landbewohner ist ohne einen Übergang in der Gezeitenzone nicht denkbar. Andere Lebensbedingungen, die vom Mond bestimmt werden, sind ein vergleichsweise stabiles Klima und die regelmäßigen Jahreszeiten. Die Anziehungskraft des Mondes stabilisiert die Erde auf ihrer Bahn und verhindert dadurch ein totales Klimachaos. Ohne den Mond würden die Temperaturen auf der Erde regelmäßig zwischen kochend heiß und vielen Minusgraden wechseln. Solche wilden Klimasprünge würden den Planeten völlig unbewohnbar machen.

Mond auf Abwegen

Messgerät Entfernung zum Mond Quelle: ZDF

Allerdings dürfen wir unseren treuen Trabanten nicht als etwas Selbstverständliches betrachten, denn es passiert etwas sehr Ungewöhnliches mit ihm. Jerry Wiant vom McDonald Observatorium in Texas feuert täglich einen Laserstrahl auf den Mond und misst dabei seine Entfernung. Sein Ziel ist der Retro-Reflektor - eine Platte, die mit mehreren Reflektoren bestückt ist, und während der Apollo 11 - Mission auf dem Mond platziert wurde. Das Licht benötigt nur 2,5 Sekunden, um zur Erde zurückzukehren. Wiant misst die Entfernung des Mondes nun schon seit Jahrzehnten und seine Resultate sind erstaunlich.

Welche Auswirkungen der Verlust unseres Trabanten auf die Gezeiten, die Abfolge der Jahreszeiten und das Erdklima insgesamt haben könnte, ist kaum vorstellbar. Ob das Leben ohne ihn überhaupt eine Chance hat, ist fraglich. Allerdings besteht kein Grund zur Panik, denn bis dieses Ereignis eintritt, werden noch einige Milliarden Jahre vergehen.

Ideale Entfernung zur Sonne

Nicht nur der Zusammenstoß mit Theia war ein entscheidendes Ereignis für die Entstehung des Lebens. Von großer Bedeutung war darüber hinaus die Lage der Umlaufbahn. Der Mars beispielsweise besitzt nicht nur zu wenig Anziehungskraft, um eine Atmosphäre zu halten, er ist auch zu weit von der Sonne entfernt. An seiner Position in unserem Sonnensystem ist es viel zu kalt für komplexes Leben. Wasser existiert lediglich in Form von Eis. Nur ein kleines Stück näher an der Sonne zieht die Erde ihre Bahnen. Sie ist der einzige Planet mit der richtigen Temperatur, um flüssiges Wasser bereitzuhalten, eine der wichtigsten Zutaten für das Leben. Noch näher an der Sonne befindet sich die Venus. Hier ist es viel zu heiß. Wasser würde verdampfen und die Bausteine des Lebens sofort vergehen.

Darüber hinaus ist die Art der Sonne entscheidend. Auf der Oberfläche unserer Sonne werden in jeder Sekunde vier Millionen Tonnen Materie in pure Energie verwandelt. Dieses Wunder vollbringt die Sonne bereits seit über 4,5 Milliarden Jahren. Und genau diese lange Lebensspanne macht unser Zentralgestirn zu etwas Besonderem. Andere Sonnen sind größer, aber sie glühen auch heißer und vergehen schneller. Es hat Milliarden von Jahren gedauert bis sich komplexes Leben auf der Erde entwickeln konnte und nur die lange Lebensdauer unserer Sonne machte dies überhaupt möglich.

Jupiter Quelle: ZDF

"Bodyguard" für die Erde

Schließlich haben wir noch dem Jupiter eine Menge zu verdanken. Von allen Planeten unseres Sonnensystems spielt er eine besonders wichtige Rolle für die Erde. Der Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems, mehr als 300 Mal so groß wie die Erde. Zugleich hat der Gigant bei weitem die größte Masse. Er besitzt 2,5 Mal so viel Masse wie alle anderen Planeten des Sonnensystems zusammen. Damit zieht er jeden erreichbaren Gesteinsbrocken in seinen Bann und verhindert, dass sie der Erde gefährlich werden können. Aus diesem Grund wurde Jupiter eine Art "Bodyguard" für die Erde. Zahlreiche Geschosse aus dem All trafen ihn und nicht unseren Heimatplaneten.

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