Tiberius' Konfrontation mit den Mächtigen

Der Senat blockiert Tiberius' Reformpolitik

Tiberius kandidiert für das Amt eines Volkstribunen. Wichtigster Punkt seines Wahlprogramms ist ein Gesetz zur Landreform. Damit handelt er sich mächtige Feinde ein - allen voran den gewieften Senator Nasica.

Tiberius' Gegner im Senat

Die Gegner von Tiberius und den "Tauben" um Senator Pulcher formieren sich rasch. Nasica und seine "Falken" kopieren Pulchers Vorgehen und schicken den jungen Marcus Octavius ins Rennen um die Position eines Volkstribuns. Zehn Volkstribunen werden jedes Jahr für die Dauer von zwölf Monaten vom Volk gewählt werden.

Unterstützung vom Volk

Armes Landvolk

Seit jeher hatten die Bauern nichts zu lachen. Ihre Höfe waren klein und reichten meist knapp zur Selbstversorgung. Manche pachteten Äcker aus Staatsbesitz hinzu, um über die Runden zu kommen. Mit der Eroberung neuer Provinzen wuchsen die öffentlichen Flächen - und damit auch die Privatvermögen der Reichen. Die Oberschicht okkupierten große Teile des Staatslandes, investierten viel Geld in die Urbarmachung und betrachteten es dann als ihr Eigentum.

Wenn die Bauern während der immer länger dauernden Kriege zum Dienst an der Waffe antreten, müssen Frauen und Kinder die Äcker allein bestellen - eine zunehmende Überforderung. In dieser Situation kaufen nun viele Großgrundbesitzer die Höfe zu Schnäppchenpreisen oder vertreiben die wehrlosen Familien von ihren Schollen. Ihre riesigen Landgüter lassen sie von billigen Sklaven bearbeiten. So bleibt dem Landvolk meist nur der Weg in die Stadt.

Blockiertes Machtzentrum

Die Verelendung der Menschen in der Stadt Rom wächst mit jedem Tag. Die Konservativen um Nasica glauben, die althergebrachte Methode mit Unterstützungszahlungen und öffentlichen Vergnügungen - Brot und Spielen - reiche aus, das Volk ruhig zu stellen. Doch sie verkennen die Situation. Die kleinen Leute wählen Tiberius zum Tribun. In ihm sehen sie ihren Anwalt.

Allerdings gelingt auch Octavius der Sprung in dieses bedeutende Amt. Gelenkt von Nasica, blockiert er in der Volksversammlung durch sein Veto die Abstimmung über die Landreform des Tiberius. Die Verhandlung wird vertagt. Intensiv bemüht sich Tiberius den Octavius, mit dem er seit Kindertagen befreundet ist, umzustimmen - ohne Erfolg. Im Volk beginnt es zu brodeln. Da revanchiert sich Tiberius bei der Oberschicht, indem er wahllos sein Veto gegen jeden Antrag einlegt - eine nie da gewesene Blockade.

Aufgeheizte Atmosphäre

In der römischen Republik herrschen die Senatoren nur kraft ihrer althergebrachten Autorität. Gesetzgebende Kompetenz besitzen sie nicht. Um ihre Belange durchzusetzen, müssen sie sich wie Nasica und Pulcher eines Volkstribunen mit seinen weitreichenden Befugnissen bedienen. Dass sie aber zwei Tribunen gegeneinander hetzen, ist so noch nicht vorgekommen.

Tiberius hat dabei nichts für eine gemäßigte Atmosphäre getan. Er hat seinen Gesetzesantrag nicht wie üblich vor der Abstimmung in der Volksversammlung dem Senat zur Beratung unterbreitet - eine die hohen Herren brüskierende Premiere. Außerdem schlägt er bei seiner Ansprache einen ungewöhnlich rüden Ton an und bringt so die Masse des Volkes gegen die Oberschicht auf, die ja großteils vom Großgrundbesitz lebt.

Verfahrene Situation

Die Bodenreform würde die Reichen wenig kosten. Sie müssten nur das staatliche Land zurückgeben, das sie sich widerrechtlich angeeignet hatten, sofern es die Grenze von 125 Hektar übersteigt. Es ist sogar eine Entschädigung vorgesehen. Doch die "Falken" bleiben hart. Tiberius sieht nur noch eine Chance für sein Gesetz: Octavius muss aus dem Amt gebracht werden.

Tiberius Jubel

Gemeinsam mit den übrigen Tribunen wählt Tiberius seinen einstigen Freund ab. Begründung: Octavius sei dem Volk verpflichtet, arbeite aber mit seinem Veto gegen das Volk und für die Oberschicht - ein geradezu revolutionärer Akt, der die Situation extrem verschärft. Nun kann niemand mehr ohne Gesichtsverlust aus dem Konflikt hervorgehen. Die Zeichen stehen auf Sturm.

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