Expeditionen zu den Letzten ihrer Art (1/2)

Suche nach bedrohten Arten

Begegnungen der besonderen Art: Sie zeichnen die abenteuerlichen Dokumentationen des bekannten deutschen Tierfilmers Andreas Kieling aus. Er reist in die entlegensten Regionen der Erde auf der Suche nach besonders interessanten Tieren.

Großer Panda kaut an Bambus.
Großer Panda kaut an Bambus. Quelle: ZDF,Andreas Kieling

In dieser Folge berichtet Andreas Kieling aus dem Amazonasbecken, Sibirien, Südafrika, dem gebirgigen Westen Chinas und der heimischen Eifel.

Überleben im Gehege

Fast bis zur Grenze Tibets sucht Andreas Kieling im Westen Chinas nach dem Großen Panda, dem legendären Bambusbär. Vor einer gigantischen Landschaftskulisse findet der Tierfilmer immer wieder Spuren der äußerst zurückgezogen lebenden Tiere. Einen der etwa 3000 Tiere in den riesigen Weiten der Gebirgslandschaft vor die Kamera zu bekommen, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Und so kommt es dann zu der hautnahen Begegnung mit diesen schönen Tieren auch an einem ganz besonderen Ort: der Zuchtstation von Wulong. In riesigen Naturgehegen leben dort die wertvollen Bären, sorgen für Nachwuchs und dienen als Leihobjekte für viele Zoos auf der ganzen Welt. Nur noch als Botschafter für ihre wenigen wildlebenden Verwandten können sie dienen. An Menschenhand gewöhnt, kämen sie selbst nicht in der Wildnis zurecht.

Nur noch 500 Sibirische Tiger

Sibirischer Tiger
Sibirischer Tiger Quelle: ZDF,Andreas Kieling

Die Zukunft des Sibirischen Tigers sieht düster aus. Nur noch etwa 500 Exemplare dieser größten Wildkatze der Erde leben heute im Grenzgebiet von China, Russland und Nordkorea. Im tiefen sibirischen Winter macht sich Andreas Kieling auf die Suche nach den letzten Großkatzen.

Neben illegaler Jagd ist es vor allem die Zerstörung des Lebensraumes durch Abholzung, die den Tigern das Überleben schwer macht. Zusammen mit kundigen Rangern durchstreift er die endlosen Wälder der Taiga und stößt dabei auf so manche Überraschung.

Schlammspringer und Anakondas

Am anderen Ende der Welt, vor den Küsten Südafrikas zieht es Andreas Kieling in einen einzigartigen Lebensraum, reich an einer außergewöhnlichen Tierwelt. Winkerkrabben und Schlammspringer bewohnen die Mangrovenwälder und haben sich im Laufe der Evolution wunderbar an die wechselnden Wasserstände angepasst. Überall auf der Welt gehen diese wertvollen Lebensräume durch Abholzung zurück.

Unbekannter Schwarzstorch

Der Dschungel am Amazonas ist der größte Regenwald der Welt. Auch die Tierwelt hält hier einige Superlative bereit. Die mächtigste Schlange der Erde lebt hier: die Riesenanakonda. Sie will Andreas Kieling finden. 15 Meter lange Anakondas gehören sicher ins Reich der Mythen und Legenden - und so verwundert es nicht, wenn Kieling sich mit relativ "kleinen" Exemplaren von immerhin rund drei Metern zufrieden geben muss. Ein wahrhaftes Monster mit über sechs Metern Länge und 140 Kilogramm Gewicht trifft Andreas Kieling dann nicht in der südamerikanischen Wildnis, sondern in Deutschland: Edna, die größte im Gehege gehaltene Riesenschlange Europas.
In den Wäldern Europas lebt ein großer, scheuer Vogel, von dessen Existenz nur wenige Menschen wissen: der Schwarzstorch, der Vetter des allseits bekannten Weißstorchs. Der selten gewordene Schwarzstorch baut sein Nest an den verborgensten Stellen des Waldes. An seinen Lebensraum stellt er höchste Ansprüche.

Verblüffend naher Kontakt

Ausgedehnte Mischwälder mit reichlich frischen Bachläufen, wo er Flusskrebse, Bachforellen, Köcherfliegenlarven und Bachneunaugen finden kann. Nur wenige Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt, gelingen Andreas Kieling in der Nordeifel einzigartige Aufnahmen von der Aufzucht junger Schwarzstörche. Nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde darf der Tierfilmer das Nest auf einer Felskuppe über viele Wochen beobachten. Er schafft damit Einblicke in den Reichtum der heimischen Tierwelt, der viele Menschen staunen lassen wird.
Immer wieder Überrascht der Tierfilmer, wenn er es schafft, sehr nahen Kontakt zu den Bewohnern des Dschungels, der Wüste und der verschiedensten Unterwasserwelten zu knüpfen, sie in ihren oft ungewöhnlichen Lebensräumen zu beobachten und in unvergesslichen Bildern festzuhalten. In der Regel sind es aber auch solche Tiere, die einer bedrückenden Tatsache ihre Aufmerksamkeit verdanken: Sie sind akut vom Aussterben bedroht, sie gehören zu den Letzten ihrer Art. Aber es gibt auch Positives zu vermelden. Durch intensive Schutzmaßnahmen haben sich einige Tiere, die kurz vor dem Aussterben standen, in ihren Beständen wieder erholt - so wie der scheue Schwarzstorch in Deutschland.

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