Tinaja im Fokus der Wissenschaft

Datierung der Keramik

Das "Agriquem" im spanischen Sevilla ist ein hochmodernes Labor, das sich auf Spektralanalysen spezialisiert hat. Dort untersuchen Chemiker das Stück der Amphore, das die Archäologen Keppler und Fitzgerald geborgen haben.

Die Wissenschaftler wollen die Zusammensetzung der Ablagerung auf der Innenseite näher bestimmen. Das Material wird zerkleinert, gereinigt und in Aceton gelöst. Auf 10.000 Grad erhitzt, setzt das Gemisch messbare elektromagnetische Strahlung frei. Die in den Computer übertragenen Daten erlauben einen zuverlässigen Rückschluss auf die Inhaltsstoffe der Probe.

Die Ergebnisse decken sich


Die Herkunft des Öls auf der Innenseite der Tinaja aber kennt Dr. Bouza. Das Olivenöl stammt aus Südandalusien. Das Ergebnis deckt sich mit den Angaben auf der Anforderungsliste von Kolumbus.

Auch im Kieler Forschungslaboratorium wird das Olivenöl aus Andalusien untersucht. Wie die Holzstücke nach dem C14-Verfahren. Dabei kommen die renommierten Wissenschaftler aus Kiel zu einem verblüffenden Ergebnis.

Kolumbus könnte den Proviant demnach in Amphoren gelagert haben, die schon seit vielen Jahrzehnten in Gebrauch waren. In der damaligen Zeit ein übliches Vorgehen.

Untersuchung der Außenseite

Das Rathgen-Institut in Berlin ist für seine exakten Datierungen alter Keramik bekannt. Mit der Thermolumineszens-Methode untersucht Dr. Christian Goedicke noch einmal Partikel der Ölamphore aus Panama. Das Material wird zerkleinert und anschließend extrem erhitzt. Im Unterschied zu seinen Kollegen in Spanien interessiert Goedicke die Außenseite des Gefäßes. Insgesamt nimmt er vier Proben. Bei dem Vorgang setzt der Ton radioaktive Strahlung frei, die wiederum zu einer ziemlich genauen Altersbestimmung führt. Zwei der Scherbenproben werden um das Jahr 1450 geschätzt, die anderen beiden um das Jahr 1530.


Auch die Herkunft und Entstehungsjahr der Tinaja sind positive Hinweise für die Kolumbus-Theorie.

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