Tod des Barbarenkönigs

Das Ende der Hunnenmacht

Ein Jahr nach der Schlacht feierten die Hunnen die Hochzeit ihres Königs. Nach zahllosen Frauen - wie es in seinem Volke Sitte war - heiratete Attila Ildiko, eine germanische Prinzessin. Er nahm die Frau an seine Seite, um die politischen Beziehungen zu ihrem Volk zu festigen. Seine Hochzeitsnacht wurde zugleich seine letzte. Betrunken starb Attila an einem Blutsturz.

Seine trauernden Krieger hüllten ihn in seidene Tücher, legten ihn in einen Sarg aus Gold und Silber. Weder das Grab noch die Beigaben wurden je entdeckt. Seine Leichenbestatter, so heißt es, habe man aus Sicherheitsgründen umgebracht.

Schneller Niedergang

Mit dem Tod Attilas war auch die persönliche Treue, die die Untergebenen mit Attila verband, aufgelöst und das war der Grund für den schnellen Niedergang der hunnischen Herrschaft. Die Söhne Attilas verstanden es nicht, die Gefolgsleute Attilas auf sich selbst einzuschwören. Und das gelang nicht, daher kam es schon bald nach Attilas Tod zu einem Aufstand der unterdrückten Völker gegen die Hunnen.

Die grundlegende Folge von Attilas Tod war, dass er einen Bürgerkrieg unter den Hunnen und zwei oder drei Söhnen auslöste. Der Bürgerkrieg setzte der Macht der Hunnen ein Ende, da sich ein Großteil des Volkes weit verstreute. Viele der hunnischen Krieger schlossen sich anderen Steppenvölkern an. Als geschlossene Gemeinschaft traten sie nicht mehr in Erscheinung.




Gestärkte Kirche

Die Herrschaft der Hunnen über Europa dauerte nicht mehr als achtzig Jahre. Das Machtvakuum, was sie hinterließen, konnten die Römer nicht füllen. Die Kirche des Christentums erstarkte, die Päpste hielten fortan die politischen Fäden in der Hand. Attila als Dämon und die Hunnen als Sinnbild der Sünde und Verfehlung hatten der Kirche geholfen, ihre eigene Position im römischen Imperium zu stärken und die Menschen auf das Christentum einzuschwören.

Attilas Grausamkeit unterschied ihn nicht von anderen Fürsten jener Epoche. Plündern und Brandschatzen stand damals an der Tagesordnung. Doch er war der erste, der in kürzester Zeit ein Reich aufbaute, das viele Völker miteinander vereinte.

Hervorragender Staatsmann

Jahrzehntelang blieben die Hunnen unbesiegt. Entgegen des Bildes vom unzivilisierten Barbaren war Attila ein hervorragender Staatsmann. Wie kein anderer setzte er auf das Können seiner Krieger - ihre Schnelligkeit zu Pferde und an der Waffe. Der Tod Attilas leitete den Niedergang des weströmischen Reiches ein. Schon bald übernahmen die germanischen Völker die Vormachtstellung.

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