Tödliche Falle

Hannibals größter Triumph bei Cannae

Nord-Italien, eine Ansammlung kleiner Stadt-Staaten, schließt sich dem Befreier an. Unterstützt von seinen neuen Alliierten kämpft sich Hannibal in den Süden vor. Er überrollt römische Legionen und Verbündete des verhassten Regimes. Das mächtige Reich droht zu zersplittern.

Hannibal muss um jeden Preis gestoppt werden. Zehntausende regierungstreuer Soldaten hat der Karthager bereits ohne allzu große eigene Verluste hingemetzelt. Nun mobilisiert Rom die größte Streitmacht seiner Geschichte. Doch wie sollen sie einen Gegner bezwingen, der von Sieg zu Sieg eilt? Was ist Hannibals Geheimnis?

Hunger und Racheschwüre

Zu denen, die seine unheimliche Kriegsmaschinerie bereits kennengelernt haben, zählt auch der junge Scipio. Der ehrgeizige Truppenführer wappnet sich für eine erneute Konfrontation. Ihm steht eine der grausamsten Auseinandersetzungen der Antike bevor: Die Schlacht von Cannae. Im Sommer des Jahres 216 hat Hannibals Heer bei Cannae eines der wichtigsten Versorgungslager besetzt. Rom ist von seinen riesigen Getreidevorräten im Süden abgeschnitten. Getrieben von Hunger und Racheschwüren ziehen die römischen Legionen bei Cannae beinahe 90.000 Soldaten zusammen.

In der Nacht vor der Schlacht ist die Stimmung im karthagischen Lager angespannt. Wie sollen sie sich gegen die erdrückende Übermacht zur Wehr setzen? Unruhig erwarten die Männer die Anweisungen ihres Führers. Hannibal bittet die Offiziere zu sich und erläutert seine Strategie. Er weiß, die Römer vertrauen auf ihre brachiale Stärke, die einen Frontalangriff erwarten lässt: Eine kolossale Menschenwalze, die nicht aufzuhalten sein wird. Den Gegner aber unbemerkt über die Flanken einzukreisen ist Hannibals Meisterstück.

Furcht erregender Anblick



Die römische Armee bietet einen Furcht erregenden Anblick: Ein gewaltiges Heer schwerbewaffneter Kämpfer verdunkelt den Horizont. Hannibal postiert sich wie immer an der verwundbarsten Stelle seiner Truppen - in vorderster Front.

Die Reihen der Römer dirigiert der junge Scipio. Er führt einen gigantischen Kriegsapparat - der sich jedoch nur schwerfällig lenken lässt. Das ist Hannibals Chance. Bis heute zollen Militärexperten seinem taktischen Kalkül Hochachtung. Dem vorrückenden römischen Block steht eine unscheinbare Infanterie-Einheit gegenüber: Alliierte Verbände aus Spanien und Gallien, von Kavallerie flankiert. Hannibals Elite-Kämpfer, die afrikanischen Söldner, bleiben im Hintergrund verborgen.

Krieger unter Kriegern



Den gefürchteten Strategen selbst wissen die Männer an seinem Stammplatz: in der empfindlichen Frontlinie. Als Krieger unter Kriegern. Doch wird seine Rechnung auch diesmal aufgehen? Der Zwerg gegen den Riesen: Als Hannibal den Befehl zum Angriff gibt, wähnen sich die Römer bereits als Sieger. Sie haben eine so große Armee, dass sie sich gar nicht vorstellen können, dass eine numerisch kleinere Armee der Wucht dieses Angriffs überhaupt hätte standhalten können.

Der ungleiche Kampf scheint schnell entschieden. Hannibal kann die Formation seiner spanischen und gallischen Söldner kaum halten, Meter um Meter drängen die Römer die Front der Angreifer zurück. Sie erkennen die Falle nicht. Der inszenierte Rückzug entwickelt sich exakt nach Plan - Hannibals Strategie funktioniert perfekt. Dann zieht der Meister plötzlich seine Trumpfkarte. Die karthagischen Kavalleristen sprengen vor. In einem Überraschungsangriff schlagen sie das römische Reiterheer aus dem Feld.

Ungeschützte Flanke

Inzwischen schnappt die tödliche Falle zu. Hannibal ruft seine Geheimwaffe auf den Plan: Die hochtrainierten afrikanischen Söldner attackieren die ungeschützte Flanke der Übermacht. Mit einem Mal sind Roms Legionen von drei Fronten bedrängt. Als Hannibals Kavallerie zurückkehrt, befindet sich der mächtige Soldatenblock vollends im Würgegriff des Gegners: Der verhängnisvolle Kessel von Cannae.

Scipio und viele seiner Männer kämpfen sich den Weg in die Flucht frei. Doch mehr als 50.000 Römer sterben. Das beispielloses Blutbad ist Hannibals größter Triumph auf dem Schlachtfeld. Bevor der Sieger Cannae verlässt, sammelt er die Ringe zahlloser römischer Offiziere ein. Makabre Trophäen einer grausamen Großtat. Wähnt er nun die Mission seines Lebens erfüllt? - Wieder sind unterschiedliche historische Deutungen möglich.

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