Treffpunkt Agora

Sehen und gesehen werden

Auf der Akropolis feierten die Athener die Demokratie mit prächtigen Monumenten - der Alltag fand zu Füßen des steilen Felsens statt, auf der Agora. Die Agora war der Marktplatz des alten Athen. Hierherkamen die alten Athener um zu sehen - und gesehen zu werden.

Im Zentrum der antiken Stadt graben amerikanische Archäologen schon seit 70 Jahren. Am Rand der Agora haben sie ein ehemals eng bebautes Wohnviertel freigelegt. Professor John Camp leitet die Arbeiten.

Schon in der Antike war die Agora ein offener Platz mit Schatten spendenden Bäumen. Gesäumt von weitläufigen Säulenhallen, in denen die Athener zusammen kamen, um Neuigkeiten auszutauschen und zu diskutierten, so sicherlich auch den "Fall Phryne":

Klatsch und Tratsch

In der Rekonstruktion einer Wandelhalle, die die Athener Stoa nannten, ist das Institut der American School of Classical Studies' untergebracht. Im alten Athen waren hier die Stände der Händler. Die Bürger, die zum Einkaufen kamen, konnten im Schatten Klatsch und Tratsch austauschen. Heute werden im Institut die Funde der Archäologen auf der Agora untersucht und archiviert.




Für die Bürger der großen Stadt Athen war die Agora nichts anderes als der Dorfplatz, wo man sich traf und austauschte - die wichtigste Bedingung für die Entwicklung der Demokratie.

Vorstellung vom Leben

Am Rande der Agora sind die Wissenschaftler auf einen tiefen Brunnen gestoßen. Angelegt wurde er zu der Zeit, als auch das Parthenon entstand. Schon seit drei Jahren untersucht das Team von Professor Camp den Brunnen. Stück für Stück gewinnen sie eine Vorstellung vom Leben in der Umgebung. Hinter den Verwaltungsgebäuden, die sich an die Agora anschlossen, führten schmale Gassen in ein enges, dicht bebautes Wohnviertel. Die Menschen lebten rund um den Ort, der für die Entwicklung zur Demokratie so wichtig war.

Oft sind es die kleinen Dinge, die viel über die großen Zusammenhänge erzählen. Über Zweck und Bedeutung kleiner Schälchen hat man zunächst gerätselt. Man fand sie in den Häusern der nicht so reichen Athener, in Verbindung mit verbrannten Kleintierknochen und Feuerstellen. Es könnten Opferschalen gewesen sein: Für die alltägliche private Zwiesprache mit den Göttern - im eigenen Hause. Für die Bitte um geschäftlichen Erfolg, um Gesundheit und Glück.

Selbstbewusster Umgang mit Göttern

Im demokratischen Athen gab es keine Priester. Der Umgang der Athener mit ihren Göttern war selbstbewusst und ungezwungen. Aber auch die Götter verließen immer wieder den Olymp, um sich in Menschengestalt unter die Sterblichen zu mischen und sich mit ihnen zu vergnügen. Doch den Menschen waren Grenzen gesetzt - selbst Phryne, der berühmtesten Hetäre Athens.

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