Triumph des Schwedenkönigs

Siegeszug durch Deutschland

In Augsburg hat Kaiser Ferdinand II. ein Exempel gewaltsamer Rekatholisierung statuiert. Nun soll die Stadt zum Symbol für die Befreiung durch Gustav Adolf werden.

Auf dem Marktplatz lagern des Schwedenkönigs Soldaten unter freiem Himmel. Die Menschen grüßen sie als Engel und Erlöser. Mit heller Stimme singen die Männer Psalmen.

Feierlicher Einzug

Ihren heldenhaften König feiern sie als Vollstrecker eines göttlichen Plans. Die Stadt des Religionsfriedens hat einen neuen Heiligen. Die befreiten Glaubensbrüder feiern den Schwedenkönig als "zweiten Martin Luther". Nach seinem feierlichen Einzug in die Stadt führt sein Weg nach Sankt Anna, der Hauptkirche der Protestanten. Hier hört er die Predigt, und es wird das "Te Deum Laudamus" gesungen - es ist der Höhepunkt seiner Laufbahn. Hier hält der König eine leidenschaftliche Rede für den Frieden der Religionen.

Ein einzigartiger Propagandafeldzug begleitet die Befreiung von Augsburg. Flugblätter zeigen Gustav Adolf, wie er die katholischen Bestien mit gewaltigen Schwerthieben erledigt. Man feiert ihn als neuen Cäsaren und Herrscher über die Welt.

Nur ein Ausweg: Wallenstein

Die Triumphe des Schwedenkönigs alarmieren den Wiener Hof. Die feindliche Invasion in die Erblande der Habsburger scheint unaufhaltsam. Ferdinand II. sieht nur einen Ausweg, um seinen Thron und die Monarchie zu retten. Nur einer kann dem Schweden Paroli bieten: Wallenstein. Der machtsüchtige Feldherr weiß die Not des Kaisers zu nutzen. Er will die Grenzen des Militärischen sprengen und selbst zum Staatsmann aufsteigen. Wallenstein fordert die alleinige Entscheidungsgewalt über Krieg und Frieden.

Gustav Adolf erobert eine Stadt nach der anderen. Wird dem Kriegerkönig der Durchmarsch bis nach Wien gelingen? Ganz Bayern will er der protestantischen Machtsphäre einverleiben - oder es "ruinieren". Hier wird die Macht zu einer Versuchung, der Gustav Adolf nicht länger widerstehen kann. Im flackernden Schein brennender Dörfer verzerrt sich das Bild des Messias zum fressenden Räuber. Erstmals leistet die Zivilbevölkerung erbitterten Widerstand. Bauern üben Rache für die Gräueltaten der Soldateska, die auf Befehl ihres Königs mordet und plündert.

"Bet', Bet', morgen kommt der Schwed'" - im katholischen Bayern zeigt der fromme Wikinger erstmals sein zweites Gesicht.

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