Trojaburgen in Schweden

Skandinavische Steinkreise

Auf den Schären vor Schwedens Küste breiten sich Jahrhunderte alte Steinlegungen wie Reusen über die Landschaft aus. Sie zeugen vom Brauch der Fischer, durch Auslegen symbolischer Netze die Mächte der Natur günstig zu stimmen. Vor der Ausfahrt baten sie an jenen heiligen Orten um Kraft und Ausdauer.

Die Seeleute erhofften sich gutes Wetter, einen reichen Fang und eine glückliche Heimkehr. Trojaburgen werden die Gebilde genannt - überall in Schweden. Den Namen Labyrinth brachte erst die moderne Wissenschaft ins Spiel.

Bezug zu alten Grabanlagen

Eine der größten und ältesten Trojaburgen ist die von Tibble. Sie gehört zu 20 Labyrinthen im schwedischen Binnenland, die in direktem Bezug zu Jahrtausende alten Grabanlagen stehen - von der Bronzezeit bis zu den Wikingern. Tibble soll - so belegen Hügelfelder in der Nähe - mehr als 2000 Jahre alt sein.

    Künstlerin Isabelle de Beaufort den Gründe für den Erfolg von Labyrinthus: Statt Pflanzen zu nehmen, die für die Ewigkeit da sind, haben wir Mais ausgesucht. Eine volkstümliche Pflanze, die nur zwei Monate für den Irrgarten nutzbar ist. Das macht den Erfolg von Labyrinthus aus: einen ewigen Mythos aufzunehmen und ihm in anderer Form neue Jugend zu geben.

Um die genaue Linienführung von Tibble zu dokumentieren, schuftete John Kraft monatelang mit Messrahmen, Stichel und Millimeterpapier. Am Ende verfügte er über eine exakte Zeichnung mit Lage und Größe der versunkenen Steine. Dank seiner Arbeit erscheinen die Labyrinthringe der uralten Trojaburg - so wie vor 2000 Jahren angelegt. Damals war Tibble ein Kultzentrum, eine Arena für Fruchtbarkeitsriten. Jedes Jahr im Frühling befreite der Himmelsgott die Erdgöttin aus ihrer Gefangenschaft, um der Welt neues Wachstum zu schenken.

Heiteres Spiel

Daraus entwickelte sich ein heiteres Spiel, das die schwedische Jugend bis ins 20. Jahrhundert hinein aufführte. Der Junge, der so geschickt war, selbst bei schnellem Lauf keinen Stein anzustoßen, durfte das Mädchen aus der Mitte zum Tanz führen. Warum aber heißen solche Tanzplätze Trojaburgen?


Auf der 2500 Jahre alten Weinkanne aus Tragliatella ist ein labyrinthischer Tanz mit Pferden und Kriegern dargestellt, das später bei den Römern so beliebte Trojaspiel. In einer kultischen Handlung reiten junge Soldaten verschlungene Pfade ab - imaginäre Verteidigungslinien zum Schutz ihrer Städte. Vorbild war das legendäre Troja in Kleinasien, das zehn Jahre lang dem Ansturm der Griechen trotzte.

    Künstlerin Isabelle de Beaufort den Gründe für den Erfolg von Labyrinthus: Statt Pflanzen zu nehmen, die für die Ewigkeit da sind, haben wir Mais ausgesucht. Eine volkstümliche Pflanze, die nur zwei Monate für den Irrgarten nutzbar ist. Das macht den Erfolg von Labyrinthus aus: einen ewigen Mythos aufzunehmen und ihm in anderer Form neue Jugend zu geben.

Magische Befestigung

Wie wichtig die Unbezwingbarkeit der Mauern den Römern war, belegen ihre Labyrinthe. Die meisten setzen das Trojaspiel bildhaft um. Ihr Liniensystem ist von Wehranlagen umgeben wie eine befestigte Stadt - mit Eingangstoren, Ecktürmen und Zinnen. Nur eines konnte selbst magisch befestigte Ortschaften gefährden: Wenn der Feind sie bei der Belagerung mit einem Gegenzauber überzog, löste sich der Schutzwall auf. Das heilige Labyrinth verlor seine Wirkung.

Nach der Römerzeit geriet die Idee von den wirren Gängen in Südeuropa weitgehend in Vergessenheit. Nur in nördlichen Regionen blieb sie an einzelnen Plätzen erhalten. Immer in Verbindung mit ringförmigen Steinsetzungen oder Rasenanlagen. Zu den Überresten aus vergangenen Jahrhunderten gesellen sich neu errichtete Labyrinthe. Besonders beliebt sind die großen Irrgärten in Maisfeldern. Die einfallsreichsten und schönsten entwickelt die französische Künstlergruppe "Labyrinthus".

Dauerbrenner seit Jahrtausenden


Seien sie futuristisch angelegt oder traditionellen Vorbildern nachempfunden - Millionen Besucher strömen alljährlich in die bizarren Anlagen vor den Toren der Städte. Labyrinthe sind "in", Dauerbrenner schon seit Jahrtausenden. Sie haben die Menschen begleitet als heilige Orte, aber auch als Refugien der Zerstreuung und spielerischen Bewegungslust.

    Künstlerin Isabelle de Beaufort den Gründe für den Erfolg von Labyrinthus: Statt Pflanzen zu nehmen, die für die Ewigkeit da sind, haben wir Mais ausgesucht. Eine volkstümliche Pflanze, die nur zwei Monate für den Irrgarten nutzbar ist. Das macht den Erfolg von Labyrinthus aus: einen ewigen Mythos aufzunehmen und ihm in anderer Form neue Jugend zu geben.

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