Tücken der digitalen Welt

Probleme durch Datencrashs und kurze Lebensdauer

Die allgegenwärtige Technik macht das Leben in den Wohlstandsinseln der Welt angenehm. Doch sie birgt auch Gefahren, denn die Menschen werden immer abhängiger. "Auch in der Zukunft wird die Technik nicht unfehlbar sein", sagt der Physikprofessor und Zukunftsforscher Michio Kaku.

Allein im vergangenen Jahr sei die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo auf dem Globus zu einem katastrophalen Datenzusammenbruch kommt, um 400 Prozent gestiegen. "Die Schäden können leicht über 100 Milliarden Dollar kosten", warnt der Wissenschaftler. Bei einem solchen regionalen oder gar globalen Computercrash würde wertvolles Wissen für immer vernichtet. Unzählige Daten, Zahlen und Fakten verschwänden im virtuellen Nirwana, denn immer mehr Menschen verlassen sich darauf, dass digitale Speicher auf Dauer funktionieren. Doch das ist ein Trugschluss. Computer und Internet sind nicht für die Ewigkeit ausgelegt.

Moderne Technik, kurze Lebensdauer

Wenn es um die Haltbarkeit von Daten geht, waren unsere Vorfahren uns weit voraus. Die ältesten Höhlenmalereien stammen aus der Steinzeit und haben mehr als 30.000 Jahre überdauert. Auch das aus Tierhäuten gefertigte Pergament hält Jahrtausende. Modernes Papier dagegen schafft kaum 100 Jahre. Je moderner die Technik, desto kürzer ihre Lebensdauer. Digitale Daten veralten besonders schnell. Eine Computerdiskette zum Beispiel tut nur fünf bis zehn Jahre ihren Dienst.

Will man die Informationen darauf retten, reicht es allerdings nicht, nur die Diskette aufzubewahren. Man braucht auch die dazugehörige Hard- und Software. In zahlreichen Firmen und Instituten lagern heute noch Floppy Discs mit wertvollem Inhalt, doch die modernen Computer können nichts mehr damit anfangen. Und die Dinosaurier des digitalen Zeitalters, die Amigas, Ataris und Commodores, sind längst ausgestorben. Immer schneller schreitet die digitale Evolution voran. Die Nachfolger von CD und DVD sind bereits auf dem Markt. Doch auch die Blu-rays wird es 2057 allenfalls noch im Technologiemuseum geben.

Daten in Quarzkristallen

Seit dem Ende des vergangenen Jahrtausends erkennt die Menschheit langsam, wie gravierend das Problem ist. In Nationalbibliotheken und Archiven werden wertvolle Daten immer wieder umkopiert. Von Generation zu Generation wächst der Datenberg. Ein Prozess, der schnell an seine Grenzen stößt. Wissenschaftler suchen deshalb nach ganz neuen Speichermedien. Quarzkristalle gehören zu den Favoriten. Mit einem Laser lassen sich holografische Muster in die dreidimensionale Oberfläche brennen. Die wichtigsten Anforderungen erfüllt der Speicher: Er ist klein und langlebig. Besonders wichtige Daten werden 2057 in solche Kristalle eingebrannt - zum Beispiel die genaue Organisationsstruktur der zentralen Schaltstelle Citycom.

Zwar nutzt jeder Bewohner der Stadt das Datennetz, doch niemand ist auch nur mehr annähernd in der Lage, die komplexe Technik vollständig zu durchschauen. Die Mitarbeiter der Citycom überblicken jeweils nur einen kleinen Ausschnitt des virtuellen Netzes. Meistens schaffen es die Systemadministratoren dennoch, Viren und Hackern einen Schritt voraus zu sein. Doch absolute Sicherheit gibt es nicht. In unserer Geschichte bringt die Unachtsamkeit eines kleinen Jungen das gesamte System zum Absturz.

Hilflos wie kleine Kinder

Chaos in der Stadt


Die Folgen sind verheerend: In der gesamten Stadt fällt der Strom aus. Die Verkehrssteuerung funktioniert nicht mehr. Im Krankenhaus bleiben die Organdrucker und OP-Roboter einfach stehen. Brandmelder schalten Sprinkleranlagen ein, obwohl es überhaupt nicht brennt. Die gesamte Stadt spielt verrückt. Und besonders konfus verhalten sich die Menschen. Statt ihre Autos manuell von der Straße zu steuern, steigen sie auf der Autobahn einfach aus. Ohne die Citycom sind sie hilflos wie kleine Kinder. Der Crash im Jahr 2057 macht den Menschen deutlich, wie verletzlich sie sind, während sie sich eigentlich doch so sicher im Schoß der Technik geborgen wähnen.

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