Türkei - Brücke zum Morgenland

Begegnungen zwischen Orient und Okzident

Die Türkei ist unser Tor zum Orient, die Brücke zwischen Europa und Asien. Hier formten Naturgewalten weltberühmte Landschaften. Hier treffen die Tierwelten dreier Kontinente aufeinander. Und ein sensationeller Fund belegt: Anatolien war einst die Wiege unserer europäischen Kultur.

Tufftürme in Kappadokien
Tufftürme in Kappadokien Quelle: ZDF/Oliver Roetz

Die Türkei ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Hier verortete Homer seinen Trojanischen Krieg. Hier erblühte einst Byzanz, die östliche Metropole im Christenreich.

Nadelöhr Bosporus

Viele Völker haben in den etwa elf Jahrtausenden Menschheitsgeschichte hier gelebt, von den Steinzeitjägern über die Hethiter, die alten Griechen und Römer bis zu den Osmanen, die im 15. Jahrhundert die letzte Bastion des Byzantinischen Reiches einnahmen: Aus Konstantinopel wurde Istanbul - die einzige Stadt weltweit, die auf zwei Kontinenten liegt. In der Hagia Sophia, der ehemals größten christlichen Kirche der Welt, trafen die Weltreligionen aufeinander.

Istanbul mit Bosporus (Flugaufnahme)
Istanbul mit Bosporus Quelle: ZDF/Oliver Roetz

Das Wahrzeichen für den Übergang zwischen Orient und Okzident ist der Bosporus, die Wasserstraße zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Er ist Verbindung und Barriere zugleich und bis heute die gefährlichste Wasserstraße der Welt. So lange gibt es ihn aber noch gar nicht, denn einst verband eine Landbrücke die Kontinente. Wie es dazu kommen konnte, dass sich die Wassermassen ihren Weg ins Schwarze Meer bahnten, ist ein packender Forschungskrimi.

Über 6000 Jahre älter als Stonehenge

Göbekli Tepe, Pfeiler mit Fuchsrelief
Göbekli Tepe, Pfeiler mit Fuchs Quelle: ZDF

Eine archäologische Sensation fanden Wissenschaftler in Ostanatolien. Ein deutsches Forschungsteam entdeckte hier die ältesten Tempel der Menschheit: das Heiligtum von Göbekli Tepe. Vor mehr als 11.000 Jahren erschufen hier Jäger und Sammler enorme Steinmonumente, rund 6000 Jahre älter als Stonehenge und ebenso massiv. Der Jahrhunderfund stellt unser Bild von der Menschheitsgeschichte auf den Kopf: Seine Erbauer waren noch nicht sesshaft, sondern lebten als Jäger und Sammler. Mit dem Großbauprojekt kam eine Entwicklung in Gang, ohne die Europa heute vielleicht anders aussehen würde.

Die Türkei wird geologisch in die Zange genommen. Das Land ist eingeklemmt zwischen der Arabischen und Europäischen Kontinentalplatte. Die Spannungen entladen sich heute meist als Erdbeben. Früher bedeckten Vulkane in gewaltigen Eruptionen das Land mit Unmengen von Asche und Lava. Vulkanismus und Erosion haben in der Türkei eine einzigartige Landschaft geschaffen: Kappadokien. Die bizarren Tuffsteinpyramiden spielten auch in der Geschichte des Landes und seiner Bewohner eine interessante Rolle.

Vielfalt an Lebensräumen

Tuffsteintürme in Kappadokien
Tuffsteintürme nah Quelle: ZDF/Oliver Roetz

Aufgrund seiner besonderen Geologie sind mehr als 90 Prozent der Türkei Gebirge. Im Zentrum liegt das anatolische Hochland, eine gewaltige Ebene. Parallel zu den Meeresküsten verlaufen mächtige Gebirgszüge. Der Taurus zieht sich an der Ägäischen Küste am Mittelmeer entlang, über 1000 Kilometer von Ost nach West. Die Gebirge der Türkei machen das Land zum Paradies für Greifvögel wie Falken, Sperber, Adler und Geier.

Auch den rund 7000 Wölfen bietet das Land vielfältige Lebensräume: Wälder, Steppe und Gebirge. Und an den türkischen Ägäis- und Mittelmeerküsten lebt ein ganz besonderes Tier: die Mönchsrobbe. Diese Robben sind heute die seltensten Säugetiere Europas. In der Antike sollen sie Odysseus als Sirenen bezirzt haben. Warum haben sie ausgerechnet hier ihren Rückzugsort gefunden?

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet