Tunnelbau gestoppt

Technische Probleme und politischer Widerstand

Am Hoosac muss Crocker nach dem Ausfall der Bohrmaschine seine Männer wieder mit den alten Methoden weiterarbeiten lassen. Aber plötzlich treffen die Bergleute auf eine viel zu harte Felsschicht.

Noch schlimmere Probleme gibt es dort, wo von der anderen Seite des Berges aus seit kurzem gleichzeitig gegraben wird. Hier sind die Arbeiter auf eine wasserreiche Schicht gestoßen.

Große Schwierigkeiten

Alles muss mühsam und kostenaufwändig abgestützt werden. Wie soll unter diesen Bedingungen der Tunnel jemals fertig werden? Tag für Tag kämpfen die Arbeiter unermüdlich gegen die schlammigen Massen, ohne nennenswert vorwärts zu kommen. Immer wieder werden sie von Wassereinbrüchen gestoppt, die kaum abzudichten sind. Mit so großen Schwierigkeiten hatte Crocker nicht gerechnet, als er mit dem Tunnelbau begann.



Frank Bird hat von den Problemen Wind bekommen. Sofort eilt er zum Hoosac. Er wittert seine Chance, will endlich Beweise dafür finden, dass Crockers Projekt undurchführbar ist. Die Bergleute berichten freimütig, das Gestein sei viel schlechter als im geologischen Gutachten versprochen. Äußerlich täuscht Bird Anteilnahme vor, innerlich triumphiert er. Im Parlament von Boston wächst die Unruhe unter den Abgeordneten. Immer mehr tuscheln hinter vorgehaltener Hand, ob es nicht besser sei, das Projekt endlich zu stoppen. Vor allem der Gouverneur intrigiert in geheimen Gesprächen gegen den Tunnelbau. Kein Wunder, denn er ist ein guter Freund von Chester Chapin, Alvah Crockers größtem Widersacher.

Geld ohne Gegenleistung

Im Jahre 1858 wird nun schon seit drei Jahren gegraben. Crocker braucht dringend die staatlichen Gelder, die erstmalig nach 1000 Fuß Strecke anstehen. Jetzt soll ein staatlicher Ingenieur bestätigen, dass es soweit ist. Alles hängt von dieser Messung ab. Die eigenen Mittel sind fast erschöpft. Doch es sind nur 614 Fuß, fast 400 zu wenig. Crocker und sein Bauleiter flehen den Ingenieur an. Die gemeinsame Heimat brauche dringend das Tor zum Westen und ohne das Geld würde alles scheitern. Und schließlich gibt der Ingenieur nach. Auch in den folgenden Monaten wird er weitere Raten freigegeben - ohne die vereinbarte Gegenleistung. Ein gefährliches Spiel, auf das sich die Beteiligten einlassen.



Zwei Jahre später haben Crockers Arbeiter nicht einmal ein Zehntel der Strecke dem Berg abgetrotzt. Und nirgendwo entspricht der Tunneldurchmesser den vereinbarten Vorgaben von sechs Metern. Dennoch wurde schon mehr als die Hälfte des Geldes kassiert. Da hält Chester Chapin seine Stunde für gekommen, will Crocker als Betrüger anprangern. Er präsentiert Proben des brüchigen Gesteins, lässt Bird von einem kriminellen Bruch der Vertragsstatuten sprechen. Die Abgeordneten sind aufgebracht, wollen aber noch nichts unternehmen. Chapin braucht eine noch bessere Gelegenheit, um Crockers Tunnelprojekt den Rest zu geben.

Crocker als Betrüger?

1861 bricht der amerikanische Bürgerkrieg aus. Jetzt werden alle öffentlichen Gelder dringend für diesen Krieg gebraucht. Da müssten auch die Zuschüsse für den Hoosac-Tunnel zum Kauf von Waffen eingesetzt werden. Die Abgeordneten fordern eine außerordentliche Parlamentssitzung. Ein Ingenieur bemängelt, die Gelder trotz Nichteinhaltung der geforderten Bauleistung gezahlt zu haben und bezichtigt Crocker des Betrugs. Er fordert die sofortige Einstellung der Arbeiten am Tunnel.

Die Abgeordneten haben ihre Entscheidung getroffen. Im Namen des Volkes von Massachusetts ergeht folgender Beschluss: Alle Zahlungen werden umgehend eingestellt. Der Tunnel wird stillgelegt und bis auf weiteres vom Staat übernommen. Ein Triumph für Chapin und Bird. Sie glauben, ihren Konkurrenten ein für allemal aus dem Feld geschlagen zu haben. Aber so einfach will Crocker nicht aufgeben.

Versiegelte Tunneleingänge

Am Hoosac wird es erst einmal still. Wo vor kurzem noch Hunderte Bergleute arbeiteten, werden jetzt die Tunneleingänge versiegelt. Alle müssen die Baustelle und das Dorf verlassen. Die widrigen Gesteinsschichten sind Crocker zum Verhängnis geworden. Sein Projekt scheint undurchführbar.

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