Unbesiegbare Spanier

Cortés und Pizarro machen amerikanische Eingeborene zu Untertanen

Wie die Portugiesen in Indien machen auch die Spanier in Amerika kaum Fortschritte. Klima und Krankheiten fordern Opfer, die Indianer werden immer feindseliger: schlechte Bedingungen zum Reichwerden. Da erscheint die Ware Mensch als verlockender Ausweg. Die Kolonisten veranstalten regelrechte Treibjagden auf die Ureinwohner.

Spanische Eroberer mit gefangenen Ureinwohnern Quelle: ZDF

Vorwand für das brutale Vorgehen der Spanier ist die Unterwerfung der heidnischen Völker und ihre Bekehrung zum Christentum. Doch viele Kirchenmänner verurteilen die Grausamkeiten als gottloses Treiben. Die Eroberer wollen ihre Steuerschulden mit der Lieferung von Indio-Sklaven begleichen, doch die spanische Krone lehnt das Angebot ab. Gerüchte über die geringe körperliche Belastbarkeit der Eingeborenen haben den Weg übers Meer gefunden. Die Königin hat andere Pläne: Sie fördert mit allen Mitteln die Ansiedlung ihrer Untertanen in Amerika. Unternehmerinitiative und Gewinnstreben sollen als Antriebskräfte zur Erschließung der Kolonien dienen. Auch viele wegen ihres Glaubens verfolgte Juden ergreifen die Chance eines Neuanfangs in Übersee.

Isabelle genehmigt einigen Landsleuten die Auswanderung Quelle: ZDF

Portugal ohne Siedlerglück

Brasilianischer Dschungel Quelle: ZDF


Portugal hat Anfang des 16. Jahrhunderts ebenfalls die unbegrenzten Möglichkeiten Amerikas erkannt - jetzt will es auch an den Reichtümern des neu entdeckten Kontinents teilhaben. Doch in Brasilien warten keine goldgeschmückten Könige - sondern ein gigantischer Dschungel. Die ersten Siedler quälen sich durch dichten Urwald. Dem wertvollen Brasil-Holz verdankt das Land zwar seinen Namen - doch der damit erzielte Profit ist enttäuschend. So hat die portugiesische Krone vorerst kein Interesse an der Entwicklung der Kolonie. Dagegen können die spanischen Besitzungen den Siedleransturm kaum fassen. Die Auswanderer fühlen sich durch Gotteswillen zum Erobern bestimmt.

Im Februar 1519 brechen die Spanier zu einem Beutezug nach Mexiko auf - wo ungeheure Schätze warten sollen. Der Anführer Hernán Cortés ahnt, dass er mit seinen fünfhundert Mann das riesige Königreich der Azteken kaum besiegen kann. Eigentlich haben die Spanier überhaupt keine Chance gegen den übermächtigen Gegner. Doch da kommt ihnen überraschend ein Verbündeter zu Hilfe: die panische Furcht der Indianer vor Pferden und Menschen mit weißer Haut. Ohne Gegenwehr dringen die Eroberer vor. Sie entdecken Gold in Hülle und Fülle. Noch sind sie nicht am Ziel, denn auf den Tempelpyramiden der Azteken geschieht Schreckliches. Kriegsgefangene werden zu Tausenden den Göttern geopfert. Dann sterben auch die ersten Spanier - wie Schlachtvieh. Augenzeugenberichte über die Gräueltaten schockieren bald ganz Europa.

Zeichnung eines blutigen aztekischen Rituals Quelle: ZDF

Sieg im Namen des Kreuzes

Die Azteken haben erkannt, dass die Spanier keine unsterblichen Götter sind und greifen an. Am Tag der Entscheidung steht noch einmal alles auf Messers Schneide. Doch der Kampf um die Hauptstadt wird zu einem ungleichen Ringen: Die Indianer attackieren mit Pfeilen und Steinschleudern - Schusswaffen sind ihnen unbekannt. Der unterlegene Herrscher Montezuma wird zur Marionette der Sieger und am Ende von seinem eigenen Volk gesteinigt. Die Spanier zünden die Tempel der Azteken-Götter an und stürzen die heiligen Idole aus den Schreinen. Nach der Unterwerfung mit dem Schwert hält das Kreuz Einzug in die Neue Welt.

Eine Inka-Preziose aus dem Goldmuseum in Lima Quelle: ZDF


Doch darf ein Christ im Namen Gottes andere Menschen quälen und töten? Die Kreuzritter im Heiligen Land hatten noch die Ausrede, Christi Heimat von fremden Eroberern zu befreien. Auch die Spanier kämpfen unter dem Zeichen des Kreuzes. Aber vor allem treibt sie die Gier nach Gold. Sinn für die Kultur der Indianer hatte damals niemand. Gold und Silber wird eingeschmolzen. Der größte Teil des indianischen Erbes geht damit verloren. Doch nicht nur die Methoden der spanischen Eroberer waren brutal. Auch die indianische Kultur war alles andere als friedliebend: Der Codex Borgia ist eines der wenigen aztekischen Dokumente, die bis heute erhalten sind. Er ist sozusagen eine Momentaufnahme aus dem Leben der Einheimischen mit ihren grausamen Ritualen und blutigen Menschenopfern. So glauben sich die Spanier sogar im Recht, wenn sie im Namen Gottes diese barbarische Kultur vernichten.

Abbildung aus dem Codex Borgia Quelle: ZDF

Unbesiegbare Herren

Die Eroberung Amerikas geht unaufhaltsam weiter. Der ehemalige Schweinehirte Francisco Pizarro will im Jahre 1532 in Peru den Triumph von Mexiko wiederholen. Und wieder kommt ein welthistorischer Zufall zu Hilfe: Das mächtige Königreich der Inka ist in zwei feindliche Lager gespalten, um die Thronfolge tobt ein Bürgerkrieg. Der starke Mann im Reich ist von der Arroganz der Macht verblendet, denn Atahualpa hält sich für den Sohn der Sonne. Er unterschätzt die kleine spanische Truppe und ihren Siegeswillen. Pizarros Überraschungscoup gelingt: Atahualpa tappt in die Falle und gerät in Gefangenschaft, seine Armee wird zerschlagen. Die Spanier fühlen sich nun als unbesiegbare Herren der Welt.

Die Untertanen des gefangenen Inka-Herrschers tragen aus dem ganzen Reich Gold und Silber zusammen - das Lösegeld stapelt sich tonnenweise. Die Schätze in der Sammlung des Goldmuseums von Lima lassen heute den ungeheuren Wert der damals erbeuteten Preziosen nur erahnen - denn kaum etwas davon blieb erhalten. Pizarro hatte den Befehl gegeben alle Kostbarkeiten noch vor Ort einzuschmelzen, um sie besser fortschaffen zu können.

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