Ungeahnte Höhenflüge

Per Helikopter zu den Bibern

Im Wood-Buffalo-Nationalpark im Norden Albertas steht mitten in der Wildnis ein gigantisches Bauwerk: der größte Biberdamm der Welt. Besuch bekommen die Biber hier eher selten, denn die Anreise ist nur über die Luft möglich. Dennoch – für die Kanada-Folge von Faszination Erde kommt Redakteurin Nora Bergenthal an dem Superbau nicht vorbei.

Wenn ich in der Deutschen Bahn rückwärts sitze und dabei lese, wird mir schlecht. Ich bin einmal mit einem Wasserflugzeug geflogen, ein wirklich grandioser Ausblick – aber mir war schlecht. Selbst wenn ich im Auto nur kurz an meinem Handy spiele, wird mir schummerig. Das ist wirklich unangenehm und auch in vielen Situationen ziemlich unpraktisch. Warum nur habe ich mir für die Kanada-Folge von Faszination Erde einen Helikopter-Flug eingebrockt? Wir wollen den größten Biberdamm der Welt erkunden. Der liegt so abgelegen mitten in einem großen Nationalpark in Alberta, dass er nur per Helikopter zu erreichen ist.

Mulmiges Gefühl

Redakteuri Nora Bergenthal und Kameraassistent Thorsten Czart bei Helikopterflug für Faszination Erde
Eine rätselhafte Struktur auf einem Satellitenfoto - genau da geht's hin! Quelle: ZDF/Oliver Roetz

Bis vor gar nicht langer Zeit war nicht bekannt, dass es einen solch gigantischen Biberdamm in Kanada überhaupt gibt. Das Gebiet ist dermaßen abgelegen, dass es noch niemanden hierher verschlagen hat. Forscher haben den Damm durch Zufall entdeckt, als sie sich Satellitenaufnahmen der Gegend ansahen, um auf diese Weise Klimadaten zu erheben. Den Damm selbst zu erkunden, ist eine einmalige Chance für eine Biologin. Selbst wenn der Weg dorthin über ein Helikopterflug führt.

Dirk Steffens, Kameramann Oliver Roetz, Drehassistent Thorsten Czart – alle freuen sich auf das Erlebnis. Sie haben schon zig Helikopterflüge gemacht und sind gespannt auf den Blick von oben auf eine einzigartige Region. Das Wetter ist schön und die Stimmung gut. Nur mir ist mulmig. Ich bin noch nie Helikopter geflogen, und die Aussicht, satte vier Stunden in einem schwankenden Gerät zu sitzen, das sich in alle Richtungen kippen lässt, finde ich nicht wirklich verlockend.

Hoch über Kanadas Wäldern

Startklar. Alle Türen zu, alle angeschnallt und los geht’s. Wir heben ab, der Boden unter uns dreht sich, und ich erwarte das Schlimmste. Aber es passiert überhaupt nichts. Wir fliegen aus der Stadt, über Wälder und Flüsse – und mir geht es immer noch prima. Das ist sie also, die unendliche Weite Kanadas. Wald, Wald und nochmals Wald. Und dann sind wir am Ziel. Mittendrin ist plötzlich der Wald weg. Wir fliegen auf einen großen, künstlich anmutenden See zu: das Resultat eines 850 Meter langen Biberdamms.

Mehrere Biberfamilien haben seit den 1970er Jahren gemeinsam an dem Superbau gearbeitet. Einfach wunderbar. Wir fliegen den See immer wieder auf und ab. Der Pilot ist wirklich gut. Er hält den Helikopter so ruhig, dass wir wunderbare Bilder drehen können – und mein Magen keinen Mucks von sich gibt.

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