Unglaubliches Sakrileg

Die Plünderung des Tempelschatzes löst einen Aufstand aus

Im Jahr 66 nach Christus gibt es in Jerusalem, der Hauptstadt der römischen Provinz Judäa, einen Aufstand. Die Juden protestieren gegen die hohen Steuerforderungen des römischen Statthalters Gessius Florus. Dieser Protest deht sich zum Flächenbrand in der kleinen römischen Provinz aus.

Aufständische Juden

Der Führungselite in Judäa treibt die Abgaben an das Römische Reich ein. Die lukrativeren direkten Steuern werden vom Hohepriester und einem Rat reicher Jerusalemer Juden erhoben, die indirekten Steuern fallen in die Zuständigkeit der einheimischen Geschäftsleute.

Ungeheure Steuerforderungen

Seit Judäa Teil des römischen Imperiums ist, seit 63 vor Christus, leiden die Juden darunter, dass die römischen Besatzer ihre Religion und ihre Bräuche oft missachten. Außerdem sind die Steuererhebungen Roms immer wieder Auslöser heftiger Unruhen, da das einfache Volk sie kaum aufbringen kann. Als die Juden dem Statthalter die Summe von 600 Sesterzen schuldig bleiben, begehen seine Schergen ein unglaubliches Sakrileg: Auf Geheiß von Gessius Florius dringen sie in den Tempel ein und erleichtern den Schatz um 435 Kilogramm Silber.

In ihren religiösen Gefühlen zutiefst verletzt, sind die Juden zum äußersten bereit. Auch die bisher auf Ausgleich mit Rom bedachten Hohepriester schlagen sich auf die Seite des Widerstandes. Obwohl Florus eine Kavallerie nach Jerusalem schickt, werden die Römer mit größter Entschlossenheit aus der Heiligen Stadt vertrieben. Während Florus aus der Stadt fliehen kann, wird die zurückgebliebene Kohorte von den Aufständischen umgehend niedergemetzelt. Die Nachricht vom erfolgreichen Widerstand in Jerusalem verbreitet sich in der gesamten Provinz.

Aufständische Juden attackieren Kohorte der Römer

Schmach für die 12. Legion

In allen Festungen in Judäa werden römische Posten ermordet, jüdische Rebellen übernehmen das Kommando. Um die Ordnung wieder herzustellen, lässt Kaiser Nero im Oktober 66 die in Syrien stationierte 30.000 Mann starke 12. Legion des Legaten Gaius Cestius Gallus nach Jerusalem schicken. Doch sein Versuch, die Stadt einzunehmen, schlägt fehl. Auf dem Rückweg geraten die Römer in einen Hinterhalt. An strategisch günstiger Stelle greifen die Aufständischen an. Die Legionäre können sich in dem zerklüfteten Gelände nicht formieren und kaum verteidigen. Die stark gerüsteten und militärisch versierten Römer erleiden gegen eine Schar von Freiheitskämpfern eine vernichtende Niederlage - der Ruf der Legion ist ruiniert.

Titus mit seinem Vater Vespasian

Das Desaster von Beth-Horon hat Folgen. Nero, der gerade in Griechenland weilt, schickt den jungen Offizier Titus mit einem Marschbefehl zu einem der besten Kommandeure des Reiches: Vespasian, Titus' Vater. Dieser war zuvor trotz seiner mitlitärischen Erfolge unter Kaiser Claudius bei Nero in Ungnade gefallen, da er bei einer Theatervorstellung Neros eingeschlafen war und ihm nicht applaudiert hatte. Doch Nero sucht einen starken Mann, der ihm als Rivale um die Kaiserkrone nicht gefährlich werden kann. Da Vespasians Familie keine bedeutenden Vorfahren aufweisen kann, bekommt er den Oberbefehl in Judäa. Zusammen mit seinem ältesten Sohn Titus entwirft er Pläne für den römischen Feldzug.

Das jüdische Selbstvertrauen wächst

Mit den militärischen Fortschritten gegen die römischen Truppen wächst das jüdische Selbstvertrauen. Bis über die Grenzen Judäas hinaus formiert sich der Widerstand von Ägypten bis Syrien. In Galiläa soll der junge Priester und Gelehrte Joseph ben Mathitjahu, bekannt unter dem römischen Namen Josephus Flavius, den Aufstand organisieren.


Während Vespasian im Winter 66/67 seine Armee in Syrien auf den Krieg vorbereitet, lässt Josephus Verteidigungsanlagen bauen und befasst sich mit der Ausrüstung und dem Training des jüdischen Heeres. Eine große Herausforderung für Josephus ist vor allem die Einigung zwischen untereinander verfeindeten Rebellenstämmen und die Einbindung der weniger radikalen jüdischen Widerständler. Die Revolutionäre wissen ebenso wie die Gemäßigten, dass interne Machtkämpfe im Frühjahr 67 ein Ende haben müssen, denn die Römer sind im Anmarsch.

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