Untergang eines Idealisten

Der Senat schlägt zurück - mit Worten und Waffen

Dem abgewählten Octavius folgt ein kooperativer Kollege ins Amt. Nun passiert der erste Antrag zur Bodenreform die Volksversammlung. Doch Nasica gibt nicht auf. Er spielt seinen letzten Trumpf aus.

Der Senat ruft zum Sturz des Tiberius' auf

Nasica weiß genau, wie er Tiberius und seine Reformpläne gefährden kann. Er schwächt dessen stärksten Verbündeten: die öffentliche Meinung. Um sie zu manipulieren, hat der ausgebuffte Polit-Profi ein probates Mittel zur Hand.

Gezielter Rufmord

Nasica lässt im Senat und auf den Straßen das Gerücht verbreiten, Tiberius benutze das Volk nur für seine persönlichen Interessen. In Wahrheit wolle er König werden - der denkbar schlimmste Vorwurf, den man in der römischen Republik einem Politiker machen kann. Der letzte römische König, Tarquinius, hatte als furchtbarer Tyrann geherrscht und war vertrieben worden. Seither ist Rom eine Republik, in der ein Einzelner niemals wieder absolute Macht innehaben soll.

Die verleumderischen Parolen von Nasica und Octavius verunsichern immer mehr Anhänger des Tiberius. Dessen rigoroses Verhalten in der Volksversammlung sehen nun manche in anderem Licht. Tatsächlich lässt sich das Volk spalten. Es kommt zu heftigen Straßenschlachten und gewaltsamen Übergriffen auf Wohnung und Familie des Tiberius. Trotz Immunität und der göttlichen Weihe seines Amtes sieht sich der junge Volkstribun in höchster Gefahr; und die Republik steht kurz vor einem Bürgerkrieg.

Aufruhr in den Straßen

Letzter Ausweg

Noch ist Tiberius im Amt und genießt Immunität. Von Rechts wegen ist ihm vom Senat nicht beizukommen. Dennoch erhält er immer wieder Morddrohungen. Für nur ein Jahr gewählt, sieht der Tribun das Ende seiner Amtszeit nahen. Die gesetzliche Schonzeit für ihn läuft ab. Seine Gegner unter den Senatoren, allen voran Nasica und Pompeius, planen bereits einen Prozess gegen ihn mit dem Ziel, ihn hinrichten zu lassen.

Unter den gegebenen Umständen sieht Tiberius nur eine Möglichkeit: Er muss versuchen, Tribun zu bleiben, und will für eine zweite Amtsperiode kandidieren. Es ist zwar ungesetzlich, zweimal hintereinander dieselbe Position zu bekleiden, doch es scheint ihm der letzte Ausweg zu sein, einem Prozess und der drohenden Verurteilung zu entgehen. Daher entwickelt Tiberius neue Gesetzesvorschläge, mit denen er die Macht des Senats weiter beschneiden will.

Verfängliche Zeichen

Am Tag seiner geplanten Wiederwahl muss sich Tiberius durch heftige Tumulte zwischen seinen Anhängern und Gegnern zum Forum vorkämpfen. In dem allgemeinen Chaos gerät er in arge Bedrängnis. Mit Handzeichen zeigt er seiner Leibwache an, dass er sein Leben bedroht sieht. Dabei führt er seine Hände immer wieder zum Kopf - für seine Gegner eine Steilvorlage. Sie behaupten, er fordere die Königskrone.

Nach hitziger Debatte gelingt es Nasica nun auch im Senat, die Mehrheit zu gewalttätigem Handeln hinzureißen. Er ruft zur Rettung der Republik auf. Doch tatsächlich ist dies der Aufruf, Tiberius zu töten. Mit Knüppeln bewaffnet, stürmen viele Senatoren ins Freie. Plötzlich sind auch Schlägertrupps zur Stelle, die Jagd auf Tiberius und seine Anhänger machen. Einiges spricht für eine von langer Hand geplante Aktion.

Politischer Mord

In Panik fliehen Tiberius und seine Freunde. Doch in dem dichten Gedränge können sie nicht entkommen. Mehr als 200 Anhänger des jungen Tribunen werden von Senatoren und ihren Helfershelfern auf offener Straße erschlagen. Auch Tiberius findet den Tod - niedergeknüppelt von vermutlich Nasica selbst und zwei Volkstribunen. Damit endet der Konflikt um Land und Macht mit einem politischen Mord, begangen in aller Öffentlichkeit von Mitgliedern des Senats.

Später erbittet Gaius Sempronius Gracchus, der jüngere Bruder des Tiberius, den Leichnam. Doch die Senatoren verweigern dem toten Tribunen eine würdige Bestattung, wie sie dessen Vater einst bekommen hatte. Noch in derselben Nacht werfen sie den Toten in den Tiber, um ihn ein für alle Mal der Verehrung durch das Volk zu entziehen. Doch das Volk hat seine Macht erkannt. Es bleibt von nun ein Faktor, mit dem jeder Politiker rechnen muss.

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