Unternehmen "Weltumsegelung"

Höhepunkt einer wechselhaften Karriere

Die ersten Expeditionen des ehrgeizigen Genuesen stehen noch unter einem guten Stern. 1492 verlässt Kolumbus Spanien und nimmt Kurs gen Westen. Er findet die optimale Route über den Atlantischen Ozean - immer parallel zu den vorherrschenden Strömungen und Windrichtungen. Im Oktober desselben Jahres landet Kolumbus auf der Bahama-Insel Guanahani und entdeckt Amerika.

Das spanische Königshaus jubelt und erteilt dem Günstling die Genehmigung für zwei weitere Touren. Als frisch gekürter Vizekönig macht er sich die "Neue Welt" untertan. Erst als der Vorwurf der Misswirtschaft seinen Ruhm überschattet, fällt der Entdecker in Ungnade. In Ketten gelegt kehrt er nach Spanien zurück.

Admiral der Meere



Die Kolumbus-Expertin, Professor Consuelo Varela, kennt die Gründe, warum Spanien - trotz der Vorfälle - für eine vierte Reise im Jahre 1502 noch einmal die Dienste des Admirals der Meere in Anspruch nahm.


1502 erhält Kolumbus vom Königshaus die offizielle Genehmigung, als erster das Meer westlich von Kuba zu befahren. Sein Auftrag: eine Weltumsegelung über China, Indien und Afrika zurück nach Europa. Eine Mission mit Hindernissen. Vor allem das Beschaffen hochseetüchtiger Schiffe bereitet Probleme. Die Auftragsbücher der Werften sind voll, die Wartezeiten entsprechend lang. Zudem kostet der Bau eines Seglers ein Vermögen. In den Anforderungslisten sind die Namen der Schiffe überliefert: Capitana, Santiago des Palos, Galega und die Viscaina. Doch welcher Typ sich dahinter verbirgt, verrät das Dokument nicht.




Triumphaler Höhepunkt

Vom spanischen Cádiz aus macht sich die Flotte auf den Weg. Kolumbus will Wind und Strömung nutzen, um in vier Tagen die Kanarischen Inseln zu erreichen.


Fast zweieinhalb Jahre hat der Genuese auf diesen Moment gewartet. Noch einmal will er seinen Kritikern beweisen, dass seine Reisen für die Krone von unschätzbarem Wert sind. Das Unternehmen "Weltumsegelung" soll Kolumbus rehabilitieren, seine Ehre wieder herstellen. Die Fahrt zum asiatischen Kontinent über die Westroute und die anschließende Umsegelung der Südspitze Afrikas wäre für den ehrgeizigen Entdecker der triumphale Höhepunkt seiner wechselhaften Karriere.

Am Ziel der Träume?

Zunächst verläuft die Fahrt über den Atlantik für die Flotte des Kolumbus ohne Zwischenfälle. Im Juni 1502 nimmt der erfahrene Admiral Kurs auf die Großen Antillen. Dann gibt er Befehl, strikten Westkurs einzuhalten. Der Auftakt zur Entdeckungsfahrt nach Indien. Einfache nautische Geräte sind die einzigen Hilfsmittel an Bord. Zwei Wochen lang segeln die Seeleute über das offene Meer. Dann erreichen sie die Insel Guanaja vor Honduras. Auf dem Flaggschiff herrscht Aufregung, denn Kolumbus wähnt sich endlich am Ziel seiner Träume.

Doch nicht China, sondern die gesamte Küstenlinie Mittelamerikas entdeckt der ahnungslose Europäer. Vor Panama schließlich geraten seine vier maroden Schiffe in schwere Stürme. Den dramatischen Bericht über jene Irrfahrt verfasste Kolumbus Sohn Fernando 50 Jahre später aus der Erinnerung.


Gelübde und Beichten

Die 150 Mann an Bord der vier Schiffe entgehen nur knapp dem Tod. Voller Ehrfurcht, allen voran der streng gläubige Kolumbus, legen die Matrosen Wallfahrtsversprechen, Gelübde und Beichten ab. Nach dem Sturm steht die Situation an Bord der Segler nicht zum Besten. Die Schiffe ziehen ständig Wasser. Die Männer pumpen ohne Unterlass Tag und Nacht. Doch damit nicht genug: Zwei Kähne sind stark vom Schiffsbohrwurm zerfressen. Notdürftig versuchen die Zimmerleute, die Planken zu kalfatern.

Zudem macht sich Kolumbus Sorgen um seine junge Mannschaft. Viele Männer sind krank, der Proviant geht langsam zu Ende. Selbst frischen Fisch gibt es nur noch selten. Die meisten Angelschnüre und Haken sind verloren gegangen. Der Koch erhält Befehl, die Mahlzeiten streng zu rationieren. Die Lage ist prekär, der Kapitän und seine Crew wissen nicht mehr weiter.

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