Urkatastrophe Sintflut

Die Geschichte von der "Arche Utnapischtim"

Wissenschaftler bestätigen die biblische Erzählung von der Sintflut. Sie hat tatsächlich stattgefunden und Noahs Arche ist wahrscheinlich am Berg Ararat im Osten der Türkei gestrandet. Doch vor über 100 Jahren schockieren Ausgrabungen im heutigen Irak die bibeltreue Welt: Schrifttafeln beweisen, dass die Geschichte der Sintflut älter ist als die Heilige Schrift.

Ein Hinweis der Bibel zum Schauplatz der Sintflut führt in die Schwarzmeer-Region. Ihre steinzeitlichen Ureinwohner fischen in einem ganz anderen Gewässer als heute, denn das Schwarze Meer ist noch ein Süßwassersee. Seine Verwandlung in ein Meer ist nach Überzeugung von bulgarischen Forschern der historische Kern der Sintflut-Überlieferung.

Klimakatastrophe

In den achtziger Jahren unternehmen Spezialisten des Ozeanografischen Instituts von Varna Tauchexpeditionen auf den Spuren der Bibel. Die Forscher entnehmen dem Boden Bohrkerne aus großer Tiefe. Sie enthalten den Schlüssel zum Verstehen der Vergangenheit, denn Meeresböden wachsen durch Ablagerungen jährlich um einige Zentimeter an. Diese Sedimente sind ein exaktes Tagebuch der Erdgeschichte. In den Bohrungen finden die Wissenschaftler Organismen, die nur im Süßwasser vorkommen. Dies ist der Beweis, dass das Schwarze Meer einmal ein See war, der von Salzwasser überflutet wurde.

Der Ursprung der Sintflut-Geschichte

Auslöser der Sintflut ist das Ende der letzten Eiszeit. Weltweit steigen die Temperaturen und die Gletscher schmelzen. Der Spiegel des Mittelmeers steigt um mehr als 20 Meter - mit dramatischen Folgen: Die schmale Landbrücke am heutigen Bosporus bricht ein, gigantische Wassermassen stürzen in den tiefer gelegen See und überfluten die Küstenregionen. Das Schwarze Meer ist entstanden.





Jahrhunderte lang ist klar, dass Moses die gigantische Überschwemmung genau so beschrieben hat, wie sie sich zugetragen hat. Die Menschen gehen davon aus, dass Gott persönlich Moses die Sätze der Bibel diktiert hat. Doch dann entdeckt man vor 150 Jahren kleine, unscheinbare Keilschrifttafeln im Wüstensand des heutigen Irak. Abertausende davon finden Forscher im Zweistromland, dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris.





Die Keilschrifttafeln entdecken britische Archäologen bei Ausgrabungen am Palast des assyrischen Königs Assurbanipal in Ninive. Ihre Entzifferung bringt eine Sensation, denn sie erzählen haargenau die Geschichte von Noah und seiner Arche:



Ein Mann erhält von Gott den Auftrag ein großes Schiff zu bauen. Er soll darin seine Familie und jeweils ein Paar von allen Tieren vor einer großen Flut retten. Jedes Detail stimmt mit der biblischen Erzählung überein. Nur, ihr Held heißt gar nicht Noah - er heißt Utnapischtim.

Das Wort Gottes stammt von Menschen

Im Lauf der Jahre finden Archäologen noch weitere Versionen derselben Geschichte. Nicht weniger als drei liegen heute im Archiv des Britischen Museums in London. Die ausführlichste Überlieferung von der großen Flut ist als Gilgamesch-Epos berühmt geworden. Die Texte schildern nicht nur dieselben dramatischen Ereignisse. Sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle wesentlich älter als die Bibel.


Der Assyrologe Dr. Irving Finkel erklärt, warum diese Erkenntnisse für viele so schockierend waren: "Wenn Sie glauben - was ja viele Menschen taten - dass die Bibel das Wort Gottes ist, wie wollen Sie dann erklären, dass es ältere Kopien davon gibt? Gott müsste ja praktisch die Geschichte geklaut haben. Damals - vor über hundert Jahren - wurden die heftigsten Diskussionen geführt, mit völlig unversöhnlichen Positionen auf beiden Seiten." Heute ist es allgemein anerkannt, dass das Wort Gottes von Menschen aufgeschrieben worden ist, um die Geschichte ihres Volkes für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Ein Geschichtsbuch, das später "Die Bibel" genannt wird.

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