"Vater der Geologie"

Später Ruhm für "Schichten-Smith"

William Smith ist als Schatzjäger auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, als das tragische Kapitel seines Lebens beginnt. Eine Clique selbsternannter Wissenschaftler beginnt sich für seine noch immer unveröffentlichte Karte zu interessieren.

Schichten-Smith ist in den Augen dieser "Gentleman-Forscher" nur ein gesellschaftlicher Emporkömmling. Sie verstehen nicht, dass man aus Fossilien den Aufbau der Erde ableiten kann. Doch sie ahnen den Wert der Schatzkarte.

Skandalöser Betrug

James Bellas Greenough, erster Präsident der Geological Society, wird Drahtzieher eines skandalösen Wissenschaftsbetrugs. Er stellt Smith in seinem arroganten Herrenclub als wissenschaftlichen Versager dar, bemächtigt sich aber seiner Daten.





Greenough behauptet, die Karte von Smith niemals gesehen zu haben. Aber seine intriganten Kollegen unterstützen ihn bei der Publikation eines Plagiats. Die skrupellosen Amateur-Forscher kommen Smith zuvor und verdienen mit der kopierten Karte eine beträchtliche Summe - Geld, das der echte Geologe bitter nötig hat.

Bankrotter Schatzjäger

Der betrogene Smith wird nicht nur um seinen wissenschaftlichen Ruhm gebracht. In seinem Steinbruch ist der Anteil an minderwertigem Material unerwartet hoch. Ausgerechnet er hat sich geirrt. Nach einem Jahr ist der Schatzjäger bankrott.





Bis in seine späten Jahre bleibt Smith ein verkanntes Genie. Am Ende ist er sogar gezwungen, seinen Fossilienschatz zu verhökern - dem einzigen Beweis für seine Theorie.

Verblüffend exakt




William Smith knackte den Code. Doch zu seiner Zeit blieb er der Einzige, der die Botschaft der Steine verstand.





Die Sammlung von William Smith ist heute im Besitz des Londoner Naturkunde-Museums. Imposante Dinosaurier, die vor rund 65 Millionen Jahren ausstarben. Die kleinen Trophäen des großen Geologen aber lagern verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit im Archiv des Museums. Wie in den Schichten der Erde liegen sie in Schubladen übereinander - in korrekter stratigraphischer Folge. Jede Austernschale und jeden Ammoniten dokumentierte der zum Forscher gewordene Feldmesser durch verblüffend exakte Zeichnungen.

Aus heutiger Sicht ist der wissenschaftliche Wert der Sammlung immens. Doch William Smith erzielte dafür nur einen enttäuschenden Preis, mit dem er nicht einmal einen Bruchteil seiner Schulden bezahlen konnte. Am 11. Juni 1819 wird William Smith als säumiger Schuldner in Haft genommen. 70 Tage und Nächte verbringt er wie ein Verbrecher hinter Gittern. Das Geld für "Kost und Logis" im Schuldgefängnis muss der gefallene Held von Passanten erbetteln - eine kaum vorstellbare Demütigung für den großen Wissenschaftler. Die Welt vergisst ihn. Seine Gedanken aber leben weiter.

Krönung des Forscherlebens

Smith ist 67 Jahre alt, als er doch noch für seine bahnbrechenden Erkenntnisse geehrt wird. Die Verleihung der Doktorwürde ist die Krönung seines Forscherlebens. Eine neue Generation von Wissenschaftlern führt seine Ideen fort - befreit vom Dogma der göttlichen Schöpfung. "Er war es, der den Plan entwarf und das Fundament errichtete", So endet die Laudatio auf den "Vater der Geologie"."Er vollbrachte es nur mit der Arbeit seiner Hände."

Seine revolutionären Ideen für die Fahndung nach den Reichtümern unter der Erdkruste weisen bis heute in die Zukunft - bei der Jagd nach den letzten Ölreserven.

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