"Venturer" in Lauerstellung

Britisches Jagd-U-Boot wird auf die U-864 angesetzt

An Fedje vorbei fährt die U-864 in den norwegischen Hafen Bergen - dem letzten Brückenkopf der Deutschen im Nordatlantik. Dort kommt die Crew am 5. Januar 1945 wohlbehalten an. Ein außerplanmäßiger Zwischenstopp vor der langen Reise übers Meer.

Im Trockendock des Bunkers "Bruno" untersuchen die Mechaniker die Hülle des Schiffs auf Risse und andere Beschädigungen.

"Es ist mal wieder klar gegangen"

Die Generalüberholung am Boot dauert - Gelegenheit für die Mannschaft zu einem ausgiebigen Landgang. Der Kommandant lädt seine Führungsriege und die Wissenschaftler ins Offiziersheim ein. Nach einem gelungenen Abend verewigt sich Kapitän Wolfram im Gästebuch mit dem Seemannsspruch: "Rüm hart, klar Kimming - Großes Herz, weiter Horizont." Und dazu: "Es ist mal wieder klar gegangen." Alle anderen setzen ihre Namen darunter.



Doch schon wenig später ist es vorbei mit der kleinen Idylle. Britische Bomber fliegen heftige Angriffe auf Bergen. Ihr Ziel ist das Dock Nr. 3, der U-Boot-Bunker "Bruno". Schließlich beschädigt eine tonnenschwere "Tallyboy-Bombe" die U-864. Kein Zweifel: Die Alliierten haben das U-Boot mit seiner Fracht im Visier.

Düstere Vorahnung

Die bedrohlichen Ereignisse bestätigen die Befürchtungen des Maschinisten Willi Transier. Schon vor der Abreise aus Kiel plagten den 20-jährigen Zweifel, ob er jemals wieder in seine Heimat zurückkehren werde. In düsterer Vorahnung schreibt der Maschinist vom fernen Bergen an seine Verlobte Edith Wetzler in der Pfalz. Ein Foto mit Widmung ("Die letzten Grüße und Küsse von Deinem Willi") ist das letzte Lebenszeichen, das sie von Transier erhält.

Alle entschlüsselten Nachrichten zur U-864 leiten die Briten nach Lerwik auf den Shetland Inseln weiter. Dort ist die U-Boot-Flotte der Engländer stationiert. Auch die "HMS Venturer" - der Stolz der britischen Krone. Die Crew hat bereits 13 feindliche Schiffe in der Nordsee und im Nordatlantik versenkt. Jimmy Launders führt das Kommando. An seiner Seite ist Navigationsoffizier John Watson - ein enger Freund des Kapitäns. Die "Venturer" war ein gefürchtetes Jagd-U-Boot - wendig und schnell. Ihr Kommandant Jimmy Launders zählt zwar erst 24 Jahre, gilt aber bereits als gewiefter Taktiker. Die Männer, so auch Torpedoschütze Harry Plummer, folgen ihm blind.

Trügerische Ruhe

Vor der Insel Fedje taucht die englische "Venturer" am 4. Februar 1945 auf. Ihre 11. Feindfahrt bringt sie direkt vor die schweren Geschützstellungen der Deutschen - und in die Nähe der U-864. Auf obersten Befehl hin nimmt der Jäger die Fährte auf. Einen Tag lang liegt die "Venturer" vor Fedje auf der Lauer. Eine trügerische Ruhe. Denn am 5. Februar geht um 4 Uhr 44 morgens für Kapitän Launders ein Funkspruch ein. Die englische Admiralität befiehlt die sofortige Verlegung der "Venturer" in die Nähe des Leuchtturms Hellisoy im Süden der Insel. Über die aktuelle Position von U-864 sind die Alliierten bestens informiert. So lässt Launders' Einheit das Nadelöhr keine Sekunde unbeobachtet.

Nach dem Bombentreffer im Trockendock von Bergen wurde das deutsche U-Boot repariert. Der Weiterfahrt nach Penang scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Kapitän Wolfram und seine Männer ahnen nichts von der Gefahr, die ihnen auf dem Weg ins offene Meer droht. Sie sorgen sich eher um die Seetauglichkeit ihres Schiffs.

Ständige Suche

Lautlos patroulliert die "Venturer" in dem Gebiet rund um Hellisoy - auf der ständigen Suche nach den Deutschen. Um selbst nicht entdeckt zu werden, benutzt Jimmy Launders das Periskop nur äußerst selten. Er muss auf der Hut sein. Von der U-864 ist nichts zu sehen. Am 6. Februar schlüpft das Schiff mit 73 Mann an Bord - von Launders' Leuten unbemerkt - durch die enge Passage vor der Insel in die Nordsee.




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