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Kleopatra trifft Caesar

Auf nur 15 Jahre Herrschaft brachte es die letzte Pharaonin, die sich einen Tempel in Dendera zum Denkmal setzte und sich in Stein verewigte: Kleopatra. Sie steht am Ende der drei Jahrtausende und versucht alles, um die alte Einheit des Reiches zu retten. Aber sie wird zum Spielball fremder Interessen.

Kleopatra Quelle: ZDF

Kleopatra war klein und nicht besonders hübsch. Eine Macht besessene Despotin aus einer Familie von Mördern. Ihren Bruder soll sie vergiftet haben.

Besonderes Wesen

Was hatte diese Frau an sich, dass sie die mächtigsten Männer ihrer Zeit für sich einnehmen konnte? Sicher ein besonderes Wesen. Sie ist ungewöhnlich gelehrt, beherrscht neun Sprachen, auch die ägyptischen Hieroglyphen. Sie wird von ihrem Volk verehrt und hat unermessliche Schätze. Also alles, was ein Caesar begehrt.


Ägypten ist im 1. Jahrhundert vor Christus längst keine Weltmacht mehr. Ein anderes Volk hat die Vorherrschaft im gesamten Mittelmeerraum errungen, systematisch, Stück für Stück - und mit militärischer Macht: Den Römern ist es in kurzer Zeit gelungen, sich zu den Herren über alle Länder aufzuschwingen.

Souveräner Staat in Gefahr

Weltpolitik wird jetzt in Rom gemacht. Auch was Kleopatras Schicksal und das ihres Reiches angeht. Römische Senatoren entscheiden jetzt über Wohl und Wehe Ägyptens. In der Kurie erwägen sie das Für und Wider ihrer Außenpolitik. Alle Länder rund um das Mittelmeer haben sie bereits zu römischen Provinzen erklärt - nur Ägypten darf noch als souveräner Staat gelten - von ihren Gnaden. Aber längst steht auch diese Kornkammer zur Disposition. Zu wichtig sind die reichen Ernten vom Nil für die Versorgung Roms.

Ungewöhnliche Außenpolitik

Caesar ist der strahlende Politiker dieser Epoche. Er greift nach Ägypten - aber zugleich zögert er, das Land zu annektieren. Aus Respekt vor der 3000 Jahre alten Kultur. Caesar ist ein Machtmensch. Einer, der alle Staatsgewalt in seiner Person zu bündeln versucht. Im Geheimen mag es sein Traum sein, so wie ein Pharao zu regieren. Und das Alte Ägypten in all seiner uralten Pracht verkörpert seine tiefsten Sehnsüchte.


Sehnsüchte, die Ägypten und seine Herrin erfüllen können. Kleopatra empfängt den Feldherrn mit allem Pomp des Orients. Will Kleopatra den römischen Soldaten Caesar in ihre Welt einspinnen? Will sie ihn betören, um ihn so zu besiegen? Will Kleopatra die Eigenständigkeit des Reiches auf diese Weise retten? Ist Caesar das willfährige Opfer dieser ungewöhnlichen Außenpolitik? Sicher lockt ihn auch die Tradition Ägyptens, der "Glamour" aus 3000 Jahren, der aber mehr ist als bloß Gold und Silber.

Kleopatra bietet die Verheißungen eines uralten Reiches, dass mit seinen großen Leistungen alles überstrahlt, was Rom je erreicht hat. Eiskalte Politik - oder spielt vielleicht echte Zuneigung eine Rolle? Wie auch immer, Kleopatra macht Politik mit allem, was einer Frau zur Verfügung steht. Und sie geht den Weg konsequent zu Ende. Auf der Rückwand ihres Tempels ist das "Ergebnis" der Liebesreise mit dem mächtigsten Mann der Zeit in Stein gemeißelt: Kleopatra und daneben der kleine Caesarion - der gemeinsame Sohn von Caesar und der Königin vom Nil.

Kleopatra hat viele Gesichter: Sie ist treu sorgende Mutter, eiskalte Politikerin oder leibhaftige Göttin. Sie spielt mit allem - auch mit der Tradition. Doch sie weiß genau: Wer Traditionen bricht, der gefährdet das ägyptische Reich.

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