Vernichtender Prozess

Schwere Vorwürfe gegen Marie Antoinette

Am 14. Oktober 1793 beginnt der Prozess gegen Marie Antoinette vor dem Revolutionstribunal. Der Schauplatz von damals dient heute noch immer als Gerichtssaal.

Die Prozessakte der Witwe Capet umfasst hunderte Seiten, der Urteilsspruch lautet: "Laut Dekret vom 1. August wird Marie Antoinette, Witwe von Ludwig Capet, unter der Anschuldigung gegen Frankreich konspiriert zu haben, dem Revolutionstribunal überstellt."

Demütigender Vorwurf



Keine Demütigung bleibt ihr am Ende ihres Lebens erspart. Der ultrarevolutionäre Jacques-René Hébert, ihr ärgster Gegenspieler tritt in den Zeugenstand. Er bezichtigt die Königin des Inzests mit ihrem Sohn.

Konkrete Beweise fehlen

Der Plan Héberts: nicht nur die Königin, sondern auch die Frau vor aller Augen menschlich zu vernichten. Er legt ein Verhörprotokoll des kleinen Ludwig vor, das Marie Antoinette des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. In endlosen Verhören hatte Hébert den kleinen Jungen schließlich zur Falschaussage gezwungen. Unter den Prozessakten die unsicher geführte Unterschrift des Kindes, das seine Mutter verraten musste.


Der Schuldspruch galt ihrem Leben. Konkrete Beweise für ihre Konspiration mit dem Feind fehlen. Der Prozess war vorab schon entschieden. Marie Antoinette wird wegen Hochverrats zum Tode verurteilt - die Hinrichtung auf den nächsten Tag festgesetzt. Ein Brief an ihre Schwägerin zeigt als letztes Dokument die Schrift Marie Antoinettes einen Tag vor ihrem Gang auf das Schafott.




Kein Zeichen der Veränderung in der Schrift im Vergleich zu früher. Allein der Inhalt des Briefes gibt Aufschluss: Keine Rechtfertigung, keine Anklagen, nicht die Botschaft einer Königin an die Nachwelt. Schreibend nimmt hier eine Frau und Mutter ihren Abschied.

Die letzte Königin geht

In ihrer letzten Nacht, zwischen den Kerkermauern der Conciergerie, ist die Last ihres Amtes als Königin endgültig gefallen. Sie hat sie abgelegt und mit diesem Teil ihres Schicksals auch abgeschlossen. Der letzte Brief ist geschrieben. Jetzt wartet nur noch der Tod. Gefesselt und im weißen Hinrichtungsgewand: Nicht als Königin, sondern als Büßerin soll sie noch einmal vor ihr Volk treten. Die Hinrichtung der Königin markiert den Höhepunkt und den Abgrund der Revolution. La Grand Terreur, der große Terror, wirft seine Schatten bereits voraus. Täglich sterben Hunderte unter der Guillotine. Bald schon wird die Revolution ihre eigenen Kinder fressen.

Am 16. Oktober 1793 wird Marie Antoinette mit 38 Jahren hingerichtet. Ihren Leichnam wirft man in ein Massengrab. 22 Jahre später - die Monarchie hatte sich mit der Französischen Revolution nur eine Auszeit genommen - errichtet der neue rechtmäßige König Ludwig XVIII. in der Kathedrale von St. Denis ein Grab und ein Denkmal für die letzte Königin von Frankreich.

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