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Verrat an Benson

Spitzel spielen die Pipeline-Pläne in Rockefellers Hände

Die Pläne über Byron Bensons "Tidewater Pipeline" dürfen nicht nach außen gelangen. Darauf hat Benson seine Crew eingeschworen. Doch einer der Arbeiter späht die geheimen Aufzeichnungen aus, denn die Informationen könnten dem Konkurrenten und Big Player im Ölgeschäft John D. Rockefeller von Nutzen und viel Geld wert sein.

Ein Arbeiter berichtet Rockefeller von Bensons Plänen (Spielszene)
Ein Arbeiter berichtet Rockefeller von Bensons Plänen (Spielszene) Quelle: ZDF

Noch ahnt Rockefeller nichts von Bensons Plan einer Pipeline bis nach Williamsport. Da meldet sich ein unbekannter Mann. Er behauptet, er verfüge über wichtige Informationen, die für Rockefeller von unschätzbarem Wert seien. Doch Rockefeller ist skeptisch, weigert sich, auch nur einen Dollar zu zahlen. Zuerst will er wissen, was der Mann zu bieten hat. Schließlich verrät der Arbeiter Bensons Plan. Rockefeller zeigt sich interessiert.

Verzweigtes Spionagenetzwerk

Im Rockefeller Archiv in Sleepy Hollow nahe New York befindet sich der gesamte schriftliche Nachlass der Rockefellers. John D. Rockefeller schrieb jeden Tag Dutzende Briefe an Geschäftspartner und Anwälte. Ein Schriftverkehr, der mehrere Regale füllt und zu einem großen Teil in verschlüsselten Codes verfasst ist. Die Briefe bezeugen, dass Rockefeller auf jeden Fall sein weit verzweigtes Spionagenetzwerk beauftragte, intensive Nachforschungen anzustellen.

Auszug aus einem Brief Rockefellers
Auszug aus einem Brief Rockefellers Quelle: ZDF

Trotz aller Geheimhaltungspläne sind im Herbst 1878 die Zeitungen plötzlich voll mit Berichten über das das Pipeline-Projekt. Eine gigantische Pressekampagne läuft an, Bensons Projekt sei Wahnsinn, heißt es. Auf den Titelseiten sind sämtliche Einzelheiten darüber nachzulesen. Jede Zeitung des Landes will ein Interview. Bensons Vorsprung scheint mit einem Schlag dahin. Er ist außer sich: "Kein Kommentar!", ist seine schroffe Antwort auf die Anfragen der Journalisten. Aber nicht nur die Presse belagert sein Haus, auch Rockefellers Spitzel überwachen ihn ab jetzt rund um die Uhr.

Butler Ölfeld versiegt

Benson sieht Spitzel vor seinem Haus (Spielszene)
Benson sieht Spitzel vor seinem Haus (Spielszene) Quelle: ZDF

Doch Benson hat keine Zeit, sich darum zu kümmern. Er steht vor viel größeren Problemen. Von befreundeten Ölmännern hat er vertrauliche Informationen erhalten, die seinen Pipelinebau völlig in Frage stellen. Am Startpunkt, dem Butler Ölfeld, nimmt die geförderte Ölmenge rapide ab. Die Ölmänner fürchten das Schlimmste. Wenn der Verfall anhält, werden die Quellen bald ganz versiegen. Und dann wäre Bensons Pipeline vollkommen überflüssig. Niemand weiß, wie man den Niedergang aufhalten kann. Die Lage scheint für Benson brenzlig zu werden.

Doch ein Zufallsfund gibt Benson neuen Auftrieb, denn 75 Kilometer östlich ist ein neues Ölfeld entdeckt worden. Benson verlegt den Startpunkt der Pipeline sofort dorthin. Er ist davon überzeugt, Rockefeller endlich angreifen zu können. Am 13. November 1878 können er und seine Mitstreiter endlich in Pennsylvania die Tidewater Pipe Company gründen. Der Name steht für die Gezeitenwasser am Atlantik, dem Ziel des Öls. Die Firma soll die Pipeline bauen und betreiben. Doch Bensons Partner sind weniger selbstsicher. Sie fürchten noch immer den Zorn ihres Gegners.

Noch glaubt John D. Rockefeller Byron Benson unter Kontrolle zu haben. Seine Raffinerien florieren wie noch nie. Doch da erreicht ihn eine Meldung seiner Spitzel: Benson werde schon bald mit dem Bau der Pipeline beginnen. Rockefeller wird klar, dass er seinen Gegner unterschätzt hat. Unterdessen treibt Benson seine Vorbereitungen in Eile voran, lässt Prototypen der Pipelineröhren entwickeln. Doch für die Ingenieure steht fest, die Röhren sind das kleinste Problem des gesamten Plans.

Kraftvolle Pumpe aus New York

Prototypen neuer Pipelinerohre werden gegossen
Prototypen neuer Pipelinerohre werden gegossen Quelle: ZDF

Eine der größten Herausforderungen ist die Suche nach einer Pumpe, die das Öl über die Berge drücken konnte, ohne die Röhren dabei zu zerreißen. Doch weltweit findet Benson keine brauchbaren Pumpen, während schon die Röhren gefertigt werden. Eine Firma in New York soll eine Neuentwicklung nach seinen Angaben bauen. Zehn Wochen später wird der Prototyp zum ersten Mal getestet. Noch nie hat es eine so kraftvolle Pumpe gegeben. Nach zwei Tagen Dauerbelastung sind sich alle sicher, dass sie es mit dieser Pumpe schaffen werden.

Kaputtes Rohr nach Belastungstest
Kaputtes Rohr nach Belastungstest Quelle: ZDF

Ob die mit einem für damalige Zeiten sensationellen Durchmesser von 15 Zentimetern versehenen Pipelinerohre dem gewaltigen Druck überhaupt standhalten, muss Benson erst noch testen. Mit der Zugkraft eines Pferdes simulieren sie die Kraft des Pumpendrucks. Der erste so genannte Stresstest in der Geschichte des Pipelinebaus. Das Rohr bleibt intakt. Doch um ganz sicher zu gehen, lässt er ein zweites Pferd anschirren, er möchte wissen, wie viel die Röhren wirklich aushalten. Doch selbst dieser Zugkraft hält das Rohr zunächst stand. Erst nach fünf Minuten gibt das Eisen nach. Es ist der erste Belastungstest einer Pipeline in der Geschichte.

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