Verrat und Verurteilung

Die Tage des Predigers sind gezählt

Die Chronologie der letzten Tage und Stunden im Leben Jesu sind in der Bibel in allen Einzelheiten festgehalten. Ein Verrat besiegelt das Schicksal Jesu.

Einer seiner Jünger mit Namen Judas hat sich von der etablierten Priesterschaft bestechen lassen. Sein Begrüßungskuss ist das Zeichen für die Häscher, wen sie verhaften sollen.

Festnahme ohne Widerstand

Der Judas-Lohn ist sprichwörtlich geworden für einen bezahlten Verrat - und der Verräter zum Inbegriff einer tragischen Figur. Aus Reue über seine hinterhältige Tat begeht er Selbstmord. Jesus lässt sich ohne Widerstand festnehmen. Hat er sich in sein Schicksal gefügt? Er muss das Ende, das ihn erwartet, vorausgesehen haben. Denn mit Menschen, die als Unruhestifter und Aufrührer angeklagt werden, macht man damals kurzen Prozess.


Für die jüdischen Priester ist Jesus ein Gotteslästerer und einer, der ihre Autorität untergräbt. Und auch die Bürger von Jerusalem fordern seinen Tod. Die römische Staatsmacht - so erzählt die Bibel - beugt sich dem Druck der Straße und verurteilt Jesus. Ein Justizmord - oder ein rechtmäßiges Verfahren? Hatte Jesus nicht gegen römische Gesetze verstoßen? War es nicht geradezu die Pflicht des römischen Statthalters, einen möglichen blutigen Aufstand durch die Hinrichtung des Aufrührers im Keime zu ersticken?

Auf der Suche nach Beweisen

Die Spekulationen über Jesus sind oft sehr wild. Das liegt wohl daran, dass es außer der Bibel keinen einzigen handfesten Beweis für die Existenz Jesu gibt. Mit vielleicht einer Ausnahme: Der italienische Fotograf Secundo Pia macht ein Foto vom so genannten Leichentuch von Turin. Der Überlieferung nach war das das Tuch, das den Leichnam Jesu nach der Kreuzigung bedeckt haben soll. Auf dem Leichentuch selbst war mit bloßem Auge nicht viel zu erkennen. Als aber der Fotograf das kontrastreiche Negativ entwickelte, kam die große Überraschung zu Tage. Ist das das Gesicht des gekreuzigten Jesu?

Die Frage nach der Echtheit des Grabtuches von Turin hält seit Jahrzehnten Forscher in Atem. Ist es eine raffinierte Fälschung des Mittelalters - wie manche Wissenschaftler nachzuweisen versuchten? Jüngste Untersuchungen sprechen eher für die Echtheit des Tuches. Denn vor zwei Jahrtausenden wurden solche Gewebe im Nahen Osten hergestellt. Das lässt sich am Webmuster und an der Art, wie die Textilien vernäht wurden, belegen.

Pollen als Identitätsnachweis



Israelische Forscher suchen nach mikroskopischen Spuren, die Hinweise auf den Entstehungsort des Tuches geben könnten. Winzige Partikel aus der Umwelt, die in das Gewebe eingedrungen sind. Zwischen den Fasern machen die Forscher eine sensationelle Entdeckung: Pollen, winzige Samenkapseln. Biologische "Fingerabdrücke" als Identitätsnachweis einer bestimmten Gegend.

Das Leichentuch von Turin ist vielleicht der einzige erhaltene Gegenstand, der direkte Berührung mit Jesus hatte. Sollte es sich wirklich als echt erweisen, dann wären damit der Nachwelt tatsächlich die Gesichtszüge Jesu erhalten.

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