Verschiedenes

Teil VI und letzter Teil des Chats: Auszüge aus dem Chat mit den beiden Autoren

Schießübungen an der Sphinx

Geheime Tür

Verwitterung durch Wind und Sand

Erste Monumentalskulptur der Menscheit

Tal der Könige

Doppel-Sphinx

Unbewiesene Hypothesen


Frage: Es wird behauptet, dass die Türken bei ihrem Einfall in Ägypten Schießübungen an der Sphinx durchgeführt haben. Ist das auch der Grund für das Fehlen der Nase?

Peter Glaser: Die Türken haben tatsächlich vor Jahrhunderten Schiessübungen auf die Sphinx veranstaltet. Da waren die Nase und der Bart aber längst ab. Ein arabischer Historiker berichtet, dass ein bilderstürmender Sufi im 14. jahrhundert die Nase hat abschlagen lassen. Man kann an dem zerstörten Gesicht noch dort, wo die Nase war, Spuren der Keile sehen, die dazu in den Stein getrieben worden sind.



Frage: Was ist mit der Geheimtür, die man angeblich an der Sphinx fand?

Luise Wagner: Der Gang, der in die Sphinx führt, ist fünf bis sechs Meter lang, man hat dort nichts gefunden, außer einem paar alter Schuhe. Dieser Gang wurde per Zufall entdeckt und offenbar von Grabräubern in früherer Zeit gegraben, die unter der Sphinx einen Schatz vermutet haben.



Frage: In der Sendung wurden Verwitterungsspuren durch Wasser erwähnt. Wie kann das sein, wenn die Sphinx erst vor 3500 Jahren erbaut wurde?

Wagner: Bei den Erosionsspuren an der Sphinx geht die Schulwissenschaft davon aus, dass sie nicht durch Wasser, sondern durch Wind, Sandabrieb und Salzausscheidungen verursacht wurden.



Frage: Pyramiden scheint es ja an verschieden Orten der Welt zu geben. Aber gibt es auch eine Analogie zur Sphinx, beispielsweise bei den Maya ?

Glaser: Sieht man die Sphinx als Hüterin eines heiligen Bezirks, dann gibt es durchaus in anderen Kulturen parallelen, z.B. indonesische Löwen-Tempeldämonen. Auch das Bild des Sonnengottes findet man in anderen Kulturen, die helle Mähne des Löwen ist auch anderswo als ein treffliches Bild für die Sonnenstrahlen angesehen worden. Die Sphinx ist allerdings die älteste dieser Darstellungen, und vor allem ist sie die erste Monumentalskulptur der Menschheitsgeschichte. Zuvor gab es auch in Ägypten nur höchstens handgroße Löwenfiguren, die als Spielfiguren benutzt wurden.



Frage: Welchen Bezug hat das Tal der Könige zu den Pyramiden und in welchem geographischen Bezug stehen sie

Wagner: Die Gräber im Tal der Könige stammen aus späterer Zeit, als die Pharaonen den Pyramidenbau längst aufgegeben hatten.


Gibt es in ägyptischen Schriften irgendwelche Hinweise zur Sphinx?



Wagner: In ägyptischen Texten werden manchmal Sphingen aufgemalt, es gibt etwa eine berühmte Darstellung einer Doppel-Sphinx. Daraus wurde die Theorie entwickelt, es könnten einmal zwei Sphingen in Gizeh gestanden haben.


Wenn es eine so klare Argumentation gegen die These gibt, dass die Sphinx vor 10.000 Jahren von einer unbekannten Zivilisation erschaffen wurde, warum wurde dann mit dieser Theorie nicht mal in dieser Klarheit und ohne Umschweife aufgeräumt?



Glaser: Ich denke, dass wir in unserem Film die interessanteren der kühnen Hypothesen dargestellt haben, am Ende aber aufgeklärt und gezeigt haben, dass sie alle unbewiesen bleiben. Besonders die These, dass eine vollkommen unbekannte Kultur und nicht die Ägypter Sphinx und Pyramiden gebaut hätten, ist vermessen - etwa so, als würde jemand einem Franzosen sagen, der Louvre sei leider nicht von seinen französischen Vorfahren, sondern von einer fremden, "wesentlich hochstehenderen" Kultur erbaut worden.

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