Verschollene Städte

Jäger verlorener Schätze - Das Geheimnis der Wolkenmenschen

Funde zeigen, dass die Chachapoya schon lange vor dem rasanten Aufstieg der Inka zur Supermacht große Städte errichteten. Aber ihre Ruinen werden nie so berühmt werden, wie die berühmte Zitadelle der Inka, Machu Picchu.

Es waren Bauern, die den Machu Picchu-Entdecker Hiram Bingham 1911 zu der überwucherten Bergzitadelle geführt hatten. Ein sensationeller Fund, der seinen "Entdecker" weltberühmt machte. Heute zählt der magische Ort zum Weltkulturerbe.

In Schutt und Asche

Der Amerikaner Bingham wurde zum Helden gekrönt, weil er glaubte, die verschollene Stadt der Inka entdeckt zu haben: die sagenhafte Zuflucht der letzten Könige, Vilcabamba. Gene Savoy aber fand heraus, dass sich sein großes Entdecker-Vorbild geirrt hatte. In alten Berichten stand, dass Vilcabamba auf keinem Bergrücken, sondern in einem weiten Urwaldtal liegt. 1964 unternahm Savoy seine erste Expedition auf der Suche nach der verschwundenen Stadt.

Sie fanden Vilcabamba schließlich an genau der Stelle, die Chronisten beschrieben hatten und stießen auf Reste von Portalen und zusammengefallenen Häusern. 1572 haben Spanier die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Von Vilcabamba wollte der Inka-König Manco zu der großen Bergfestung Rabantu fliehen, die einst die Chachapoya gebaut hatten. An der Nordostgrenze Perus soll Rabantu gelegen haben.

Straffe Kontrolle

Bevor Inka Tupak Yupanqui das Chachapoya-Land eroberte, baute er Militärstraßen zu seinen Grenzen. Als Savoy über das Gebiet flog, sah er gepflasterte Straßen nach Osten in die Berge laufen, Savoy folgte den Straßen, die das lang gestreckte Inka-Reich einst mit einem dichten Verkehrsnetz überzogen. Das Straßensystem bildete die Voraussetzung für eine straffe Kontrolle des riesigen Inka-Territoriums. Savoy fielen auf den gepflasterten Wegen Steinkreise auf. Die Inka-Eroberer hatten die Rundbauten der Chachapoya abgerissen und Straßen über die Fundamente der Häuser gebaut. Drei- bis viertausend Meter hoch in den Bergen dienten die Steine den Eroberern als Baumaterial.

Unabhängige Siedlungen

1984 begann Savoys unermüdliche Suche nach dem verschollenen Rabantu. Oberhalb des Gran Vilaya-Flusses stieß er auf hohe, bis zu sechzig Meter breite Mauern, er hatte die Reste einer riesigen, befestigten Metropole entdeckt. Der Forscher ist überzeugt, dass das Rabantu sein muss. Jenseits der Lichtung kurven die Mauern der überwucherten Terrassenanlagen noch kilometerweit. Gerne würde man eine große Stadt sehen, aber sie vollständig frei zu legen, würde Jahrzehnte dauern und verschlänge Unsummen. Savoy fand an die vierzig unabhängige Siedlungen, die auf vierzig verschiedenen Bergen gebaut worden sind. Alle waren bedeckt vom Regenwald, verbunden durch gepflasterte Straßen und bestanden jeweils aus vierhundert bis fünfhundert Bauten.

"Machu Picchu Nordperus"

Östlich des Gran Vilaya-Tals thront die gigantische Festung Kuelap. Es ist das größte Bauwerk Südamerikas. 600 Meter lang sind die Mauern des Bollwerks und 15 Meter hoch.

In dem Fort ist dreimal mehr Baumaterial verarbeitet worden als in der Cheops-Pyramide. Ein steinerner Beweis für die einstige Macht und Baukunst der Chachapoya.

Die Fundamente von vierhundert turmartigen Häusern wurden frei gelegt. An die zweitausend Menschen müssen in der Garnison gelebt haben. Treppen verbinden eine Vielzahl neben- und übereinander angelegter Terrassenanlagen. Einige der typischen Wohnhäuser mit strohgedeckten Dächern und Zickzack-Friesen wurden rekonstruiert. "Machu Picchu Nordperus" wird Kuelap werbewirksam genannt.

Labyrinth aus Wegen

Wie die runden Architekturen der Chachapoya wahrscheinlich aussahen, machen Computeranimationen deutlich. Um sie besser verteidigen zu können, wurden Wohnanlagen immer an Berghängen oder auf Bergkämmen errichtet. Oberhalb des Vilaya-Tals war fast jeder Gipfel bebaut. Ein Labyrinth aus Wegen verband die terrassenartigen Wohnlagen und Felder miteinander.

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