Versteinerte Gewebeprobe

Mit genetischen Informationen zu Vor- und Nachfahren der Dinos

In der Universität von Manchester untersucht das Team um Phil Manning eine versteinerte Gewebeprobe von Dakota. Geochemiker Roy Wogelius soll prüfen, ob Teile der genetischen Information des Dinosauriers erhalten geblieben sind.

Gewebeprobe der Dinomumie Quelle: ZDF

Dino-DNS zu finden ist unwahrscheinlich. Die riesigen Moleküle zerfallen schnell. Doch Proteine könnten überdauert haben. DNS codiert Proteine, und die sind sehr robust. Es gibt spezielle Proteine, die sehr typisch sein können für ein bestimmtes Tier. Das bedeutet: Mit Proteinen können Abstammungslinien verfolgt werden - zu den Vorfahren der Dinos, frühen Reptilien, wie zu ihren Nachfahren, den Vögeln.

Kleinste Einheiten organischen Materials

Wogelius untersucht Gewebeprobe Quelle: ZDF

Damit wären Hadrosaurier viel vogelähnlicher, als bisher gedacht. Dies wäre ein weiterer Beweis für ein urzeitliches Verbindungsglied zwischen Dinosauriern und Vögeln. So sucht Geochemiker Roy Wogelius nach dem besonders widerstandsfähigenEiweiß Beta-Keratin, das bei Vögeln und Reptilien vorkommt. Eine Gänsefeder liefert die Vogel-Probe. Sie dient als Vergleichsmaterial. Die Dino-Probe von Dakota wird der gleichen Prozedur unterzogen. Das Spektrum der Feder weist einige Ähnlichkeit mit dem Spektrum des Materials von der Dino-Mumie auf. Offenbar stecken noch kleinste Einheiten organischen Materials im Stein der Mumie.

Nach dem vorläufigen Ergebnis sieht es so aus, als sei Beta-Keratin in der Haut-Probe enthalten. Klingt ermutigend, doch Vorsicht ist geboten. Die Probe könnte Verunreinigungen enthalten. Weitere Untersuchungen sind unerlässlich. Um ganz sicher zu gehen, wird ein zweites Labor mit einer Kontroll-Analyse beauftragt. Zwei Monate dauert das Reinigen, Isolieren und Identifizieren. Ein intaktes Beta-Keratin-Molekül wäre ein Meilenstein der Wissenschaft.

Kein intaktes Molekül

Aus einem versteinerten Zehen-Nagel der Dino-Mumie sollen Spuren organischen Materials isoliert werden. Doch die Analyse-Möglichkeiten mit dieser Probe sind ausgereizt. Die Forscher haben zwar Bruchstücke von Proteinen gefunden, aber ein intaktes Beta-Keratin-Molekül konnten sie nicht identifizieren - eine Enttäuschung. Ob es sich bei den Fragmenten um Teile des gesuchten Eiweißes handelt, bleibt unklar. Der große Plan, einige Kapitel der Entstehungsgeschichte von Dinos und Vögeln neu zu schreiben, bleibt zunächst Vision. Dennoch glauben die Wissenschaftler weiterhin fest an ihr Ziel.

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