Versunkenen Geschichten auf der Spur

Zur neuen Staffel der ZDF-Reihe "Tauchfahrten"

Für professionelle Schatztaucher gibt es kein spannenderes Abenteuer als das Aufspüren verborgener Wracks. Die eingeschworene Gemeinschaft scheut weder Risiken, Kosten noch Mühen, um irgendwo in den Tiefen der Weltmeere den Fund ihres Lebens zu machen. Die meisten lockt nicht nur das einzigartige Erlebnis unter Wasser oder der Ruhm des Entdeckers, sondern auch die Aussicht auf Gewinn bringende Trophäen.

Tauchfahrten
Tauchfahrten Quelle: ZDF

Für sie ist "Wracktauchen" vor allem ein lukratives Geschäft. Eine kleine Elite aber kümmert sich nicht um wirtschaftlichen Profit. Ihr Motiv gründet allein auf wissenschaftlicher Neugier. Den Gelehrten dienen die unterseeischen Friedhöfe als ergiebiges Grabungsfeld bei ihrer detektivischen Suche nach historischen Zusammenhängen. Ihnen geht es um die Rekonstruktion bedeutender Wracks und der dramatischen Umstände, die einst zum Untergang führten, sowie die Konservierung von Fundstücken - sofern noch welche vorhanden sind.

Um den Globus - durch die Jahrhunderte

Seit 1999 begleitet das ZDF regelmäßig die Arbeit von renommierten Unterwasserarchäologen. Die Expeditionen führten zu den großen Ozeanen rund um den Globus und quer durch die Jahrhunderte. Das Leben der legendären Kleopatra wurde ebenso beleuchtet wie die letzte Reise von Christoph Kolumbus, Napoleons Gefecht bei Aboukir oder die Kaperfahrten des berüchtigten Freibeuters Henry Morgan. Die Liste der Namen liest sich inzwischen wie das "Who is Who" bedeutender Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Aber auch Großereignisse wie die erbitterten Handelskriege der Kolonialmächte, die aussichtslosen U-Boot-Missionen im Zweiten Weltkrieg oder die tragischen Schiffsunglücke der zivilen Seefahrt lieferten den Stoff für viele Tauchfahrten in die Vergangenheit.

Die aktuelle Staffel präsentiert vier außergewöhnliche Geschichten von Schiffen, die mit ihrem Untergang für Aufsehen sorgten. Den Anfang macht die Dokumentation über die letzte Fahrt der 'Admiral Graf Spee'. Zum ersten Mal äußert sich die Tochter von Kapitän Langsdorff über ihren Vater und seine einsame Entscheidung am Rio de la Plata. Der Film "Tod im Morgengrauen" schildert die Tragödie der 'SMS Szent Istvan'. Die damalige Wunderwaffe der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine versinkt am 10. Juni 1918 nach dem Angriff eines kleinen italienischen Torpedobootes in der Adria. Das Schicksal des Schlachtschiffs wird zum unrühmlichen Symbol für das Ende der k. und k. Monarchie.

Vorboten des Kalten Krieges

Von einer einzigartigen Pionierleistung berichtet der Beitrag über das "Wrack der Explorer". Das gusseiserne Unterseeboot des deutschen Ingenieurs Julius Kröhl gilt Fachleuten bis heute als Prototyp des modernen U-Boot-Baus. 2004 führt ein rätselhafter Fund am Strand der Pazifikinsel San Telmo auf die Fährte des genialen Erfinders. Die vierte Folge erzählt von den umstrittenen Atombombentests der amerikanischen Navy. 1946 startete das US-Militär in den Gewässern vor der Südseeinsel Bikini die 'Operation Crossroads'. Das Unternehmen sah vor, fünfundsiebzig ausgediente Kriegsschiffe mit nuklearen Waffen gezielt zu beschießen. Die Aktion werten Historiker als Vorboten des Kalten Krieges zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Sie verursachte damals aber auch eine verheerende Ökokatastrophe und kostete den Insulanern ihre Heimat. Bis heute ist das paradiesisch anmutende Eiland unbewohnt.

Vier unterschiedliche Themen, Schauplätze und Zeithorizonte, dennoch haben alle vier "Tauchfahrten" auf dem "Terra-X"-Sendeplatz eines gemeinsam: Jedes Wrack gibt Aufschluss über Ereignisse, die als Marksteine in die Geschichte eingingen.

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