Vielseitigkeit und Ausdauer beim Pentathlon

Der dritte Wettkampf-Tag

Der Fünfkampf ist die erste Mehrkampf-Disziplin in der Geschichte der Olympischen Spiele. Die Sportarten entsprechen den heute bekannten, die Techniken jedoch nicht. Beim Publikum ist das Pentathlon sehr beliebt. Außerhalb des Stadions kommen die Fünfkämpfer auch bei den jungen Damen gut an - und das hat seinen Grund.

Nachdem am Vormittag eine feierliche Prozession aller Wettkampf-Teilnehmer um den heiligen Bezirk, die Altis, herumgegangen ist und Zeus ein großes Tieropfer dargebracht wurde, absolvieren am Nachmittag die Pentathleten ihr umfangreiches Programm. Diskus, Sprung, Speer, Lauf und Ringen werden in dieser Reihenfolge ausgetragen.

Schöne Männer

Die antiken Fünfkämpfer gelten als ultimatives Beispiel männlicher Schönheit, Anmut und Kraft. Haben Läufer kräftige Beine und schmale Schultern, Boxer muskulöse Arme und dünne Beine, so ist der Körper des Pentathleten durch das allumfassende Training vollständig durchmodelliert - eine Augenweide für Publikum und Damenwelt.

Vielleicht hat dem berühmten Myron für sein viel kopiertes Meisterwerk, den Diskuswerfer, ein Fünfkämpfer Modell gestanden, möglicherweise sogar der Sieger der 83. Spiele. Myron war um 448 vor Christus auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Die Entstehung seiner genialen Bronzestatue könnte in diese Zeit fallen. Leider ist das Original verschollen. Doch selbst die Marmor-Kopie aus dem 1. Jahrhundert nach Christus schlägt jeden Betrachter in ihren Bann.

Schwierige Disziplinen

Über die genaue Diskus-Wurftechnik weiß die Wissenschaft wenig. Vermutlich schleudern die Athleten die Scheibe von etwa 20 Zentimeter Durchmesser und durchschnittlich 2,5 Kilogramm Gewicht ohne Körperdrehung ins Stadion. Im Unterschied zu den modernen hölzernen Diski bestehen die antiken aus Bronze, Marmor oder Blei. Die erzielten Weiten liegen wohl meist unter 40 Metern.


Speerwerfer erhöhen die Kraftwirkung mit einer Lederschlinge. Der Sportler fährt mit zwei Fingern in die Schlaufe und katapultiert die Wurfwaffe von sich. Dabei wickelt sich das Riemchen vom Speer ab und gibt ihm einen drallartigen Drehschwung. Dadurch wird die Zielgenauigkeit erhöht, nicht jedoch die Weite. Da die antiken Athleten nicht auf absolute Werte, sondern nur auf den ersten Platz aus sind, bleiben uns die erzielten Distanzen weitgehend unbekannt.

Weite Sprünge

Die hellenischen Spiele kennen nur einen Sprung-Wettbewerb: den Weitsprung. Über die komplizierte Technik streiten die Experten bis heute. Ob aus dem Stand oder mit Anlauf, ob nur ein Satz oder mehrere Teilsprünge - sicher ist lediglich die Verwendung von Handgewichten. Offenbar bedarf es großer Übung, um mit den je "Hantel" bis zu 4,5 Kilogramm schweren Schwungmassen eine saubere Landung zu schaffen - nur zwei gute Fußabdrücke werden gewertet.

Als vierte leichtathletische Disziplin folgt der Sprint und zum Abschluss des Fünfkampfes die schwerathletische Disziplin Ringen. Kann jedoch ein Sportler die ersten drei Wettkämpfe für sich entscheiden, ist er automatisch Olympionike im Pentathlon. Dann entfallen Lauf und Ringen. Damit sind die Wettkämpfe, die Agone des dritten Olympien-Tages beendet.

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