Vier Weltstars und ein Heimatfilm

Über die Entstehung und Intention der Reihe

Der Kölner Dom, die Dresdner Frauenkirche und Schloss Neuschwanstein gehören zu den bekanntesten und geschichtsträchtigsten Gebäude Deutschlands - und sind jährlich für Millionen von Touristen erklärtes Ziel. Diese drei "Superbauten" sind über ihre materielle Existenz hinaus zu einem Mythos geworden und erzählen ihre ganz besondere Geschichte. Präsentiert wird die Doku-Reihe von einem weiteren deutschen Weltstar, dem Schauspieler Sebastian Koch.

Superbauten Schloss Neuschwanstein Kölner Dom Dresdner Frauenkirche
Superbauten Quelle: ZDF

Sie prägen unsere Kultur und tragen dazu bei, unserem Land sein Gesicht zu geben. Sie gehören einfach zu Deutschland wie seine Sprache oder seine kulinarischen Spezialitäten. Für viele verkörpern sie auch "Heimat", einen Begriff, der wie kaum ein anderer der deutschen Sprache eine besondere Ausstrahlung hat. Das hat nichts mit Deutschtümelei zu tun, sondern spiegelt einen gesellschaftlichen Trend. Denn gerade die Deutschen, die doch jahrzehntelang für Italiensehnsucht und Fernweh berühmt waren, entdecken das eigene Land neu. Jede dritte Urlaubsreise der Nation, die man sonst ausschließlich auf Mallorca, in Italien oder der Türkei vermutete, führt heute ins eigene Land, Tendenz steigend.

Besondere Wertschätzung

Luftaufnahme des Kölner Doms
Kölner Dom Luftaufnahme

Einen ersten Vorgeschmack davon erhielten wir im Herbst 2006 mit der Sendung "Unsere Besten - Die Lieblingsorte der Deutschen". Mehr als eine Viertelmillion Menschen beteiligten sich seinerzeit an der Abstimmung und votierten für die Orte in Deutschland, mit denen sie besondere Erinnerungen oder eine besondere Wertschätzung verbinden. Unsere drei "Superbauten" übrigens waren ganz vorne platziert, was zu der Erkenntnis führt, dass sie nicht nur nationale, ikonische Wahrzeichen, sondern fest in der Herzen der Menschen verankert sind.

Auch im Ausland genießen die drei Architektur-Ikonen einen hohen Bekanntheitsgrad: Der Kölner Dom ist in seiner prominenten Lage am Hauptbahnhof jährlich Ziel von sieben Millionen Besuchern und damit der Touristenmagnet Nummer eins in Deutschland. Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche war ein Friedenssymbol, über das weltweit berichtet wurde. Und "Neuschwanstein" gehört zu den wenigen deutschen Worten, die jeder Japaner kennt. Michael Jackson wollte es bei sich daheim nachbauen. Musste er aber eigentlich gar nicht, denn in Disneyland steht bereits eine Kopie: Das Dornröschenschloss in "Cinderella" ist schamlos im Allgäu abgekupfert.

Glanzvolle und düstere Kapitel

Innenansicht Dresdner Frauenkirche
Innenansicht Dresdner Frauenkirche

Uns hat die Idee immer mehr ergriffen, die prominentesten Gebäude Deutschlands und ihre Geschichte in ausführlichen Dokumentationen zu würdigen. Ihren kunsthistorischen Wert, ihre baugeschichtlichen Novitäten, aber auch die Geschichte der Menschen, die sie bauten und die damals nicht ahnen konnten, welche Bedeutung ihr Werk für die nachfolgenden Generationen haben würde. Die deutschen "Superbauten" haben glanzvolle und düstere Kapitel der deutschen Geschichte erlebt und erlitten. Sie stehen für die Zeit, in der sie entstanden, aber auch für die Moderne, in der sie noch immer Bestand haben.

Den Kölner Dom, die Dresdner Frauenkirche und Schloss Neuschwanstein kann man getrost deutsche Weltstars nennen. Und einen vierten haben wir hinzugeholt, um die Reihe zu präsentieren: den Schauspieler Sebastian Koch, vielfach preisgekrönt im In- und Ausland. Er hat ein Faible für Historisches. In Rollen wie Albert Speer oder Klaus Mann verkörperte er Persönlichkeiten, die mit der deutschen Geschichte aufs Engste verknüpft sind. Koch war von Anfang an begeistert von der Leidenschaft und dem Mut, den die Erbauer unserer Stars aus Stein in ihre Projekte steckten. Ein Meister Gerhard etwa, der sein Leben dem Kölner Dom widmete, obwohl er sich sicher sein konnte, dass er dessen Fertigstellung nie erleben würde.

Exzentriker und Visionär

Oder ein George Bähr, der die kühne Konstruktion der Kuppel der Dresdner Frauenkirche durchsetzte, obwohl ihn alle vor einem Einsturz gewarnt hatten. Bähr behielt Recht - den gewaltigen Feuersturm, der die Kirche am 16. Februar 1945 schließlich doch zum Einsturz brachte, konnte niemand vorhersehen. Und natürlich Ludwig II. von Bayern, der von seinen Zeitgenossen als Spinner abgetan wurde und der doch in vielem einfach nur seiner Zeit voraus war. Natürlich war der "Kini" ein Exzentriker. Aber er war auch ein Visionär. So entwarf er einen "Flugwagen", eine an einem Seil befestigte Gondel in Pfauenform, mit der er - angetrieben von einer Dampfmaschine - über den Alpsee schweben wollte. Ludwig wurde deswegen offiziell für unmündig erklärt, ein gewisser Herr Zeppelin kam wenige Jahre später mit einer ganz ähnlichen Idee zu Weltruhm.

Köning Ludwig II. mit Baumeister
König Ludwig II. mit Baumeister

Die Dreharbeiten für die Reihe haben uns an Orte geführt, die wir alle schon kannten. Doch diesmal haben wir tiefere Einblicke nehmen können, zum Teil unvergessliche. Eine Drehpause auf dem Blechdach von Neuschwanstein in der Herbstsonne, während sich die Touristenströme 50 Meter weiter unten langsam den Berg hinauf schrauben, Balanceakte zwischen den Strebepfeilern des Kölner Doms oder der exklusive Zutritt zur Kuppel der Frauenkirche.
Heimatfilme im besten Sinne sind unsere "Superbauten" geworden. Sie zeigen drei der schönsten und geschichtsträchtigsten Motive unseres Landes. Und es gibt noch so viele mehr.

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